Dieses Konzert von Dezember 2000 in Las Vegas ist die erste Live- Veröffentlichung von Journey seit der neuen Zusammensetzung 1998: Rockikone Neil Schon an der Gitarre, Urgestein Ross Valory am Bass, Super- Pianist Johnathan Cain an Keyboard und Klavier. Neu ist einerseits der junge Steve Augeri, der sangestechnisch 1998 das schwere Erbe des berühmten Steve Perry angetreten hat. Er macht seine Sache perfekt und schafft es, Perry mit seiner vollen, ausrucksstarken Stimme und seinem charismatischen Auftreten mehr als nur zu ersetzen. Außerdem neu dabei ist mit Deen Castronovo ein Drummer von Weltformat, mit dem Neil Schon bereits bei Hardline und Johanthan Cain und Neil Schon bereits bei Bad English zusammen fantastische Musik gemacht haben.
Die beiden neuen fügen sich perfekt ein: Journey klingen authentisch wie immer und wirken dabei so frisch, als wären sie gerade neu gegründet. Den Jungs verstecken niemals ihre enorme Spielfreude: Castronovo ist ständig am Grinsen, und Cain sogar die ganze Zeit über am Mitsingen.
Die Setlist ist ein wunderbarer Überblick über das Repertoire einer der besten Rockbands aller Zeiten. Den Opener bildet das wunderbare "Seperate Ways", das mit unglaublichem Drive rüberkommt und das Publikum sofort restlos begeistert. Castronovo glänzt am Laufenden Band mit seiner Vielfalt an den Drums und baut Variationen ein, wo es nur geht. Wer Steve Augeri als Journey- Sänger noch nicht kennt (und so ging es bestimmt vielen im Publikum), der bekommt bei den ersten Worten - "Here We Stand" - in der Strophe gleich eine Gänsehaut. Bei "Ask The Lonely" spielt Johnathan Cain zum ersten Mal am Flügel, den er natürlich wieder mit auf der Bühne hat; und für den Rocker "Stone in Love" übernimmt er dann auch erstmals die zweite E- Gitarre. Es folgt mit "Higher Place" ein Song vom brandneuen, zu dem Zeitpunkt noch gar nicht veröffentlichten, Album "Arrival", der sich mit seinem rockigen Drive glänzend in die Reihe der größten Hits der Band einfügt. Dann geht's wieder ruhiger weiter mit der Ballade "Send Her My Love", die durch den Klang des echten Flügels wunderschön frisch klingt. Nach "Lights", das Augeris Stimme herrlich in den Vordergrund rückt, und "Who's Crying Now" folgt mit der genialen Powerballade "Open Arms" einer der größten Hits der Bandgeschichte, deren wunderbarer Melodie Augeris Mega-Stimme unglaublich viel Ausdruck verleiht. Es folgt das phänomenale Instrumental "Fillmore Boogie", bei der Schon&Co. zeigen, was eine Weltklasse- Rockband ausmacht! "All the Way" ist der zweite Song des neuen Albums. Hier singt sogar Drummer Castronovo Backings - und die komplette Band singt richtig gut zusammen; genau so wird's gemacht! Mit "Escape" kommt dann wieder ein flotteres Stück, bei dem Steve Augeri in seiner frischen und direkten Art das Publikum singend zum Aufstehen und Mitklatschen auffordert. Das ist allerdings gar nicht nötig, da es ohnehin schon lange keinen mehr auf den Stühlen hält. Die ganze Halle, tausende begeisterter Fans aller Altersklassen, singen mit und tanzen. Die Band spielt eine ganze Reihe von Stimmungsnummern am Stück: "La Raza del Sol", den Welthit "Wheel in the Sky" (wieder mit Cain an der zweiten Gitarre), "Be Good To Yourself", "Anyway You Want It", "Don't Stop Believin'". Dann kommt ein Höhepunkt des Konzertes: "Lovin', Touchin', Squeezin'" leiten Journey mit einem 3minütigen Intro ein. Über dem coolen Blues improvisiert Steve Augeri mit einem ausdrucksvollen Gesang, der einfach genial ist - und wenn dann die Worte "You make me weep..." den eigentlichen Song einleiten, kennt der Jubel im Publikum keine Grenzen mehr. Journey beenden den Gig mit dem besinnlichen "Faitfully", mit dem sie sich bei den Fans für ihr Vertrauen bedanken. Am Schluß lässt Steve Augeri die Fans noch mal ganz alleine singen - eine super Atmosphäre!
Journey sind besser denn je, überzeugen in jeder Hinsicht und bringen live eine enorme Energie rüber. Dazu spielen sie vor einem gigantischen Publikum, zu dem die Band beim Konzert einen phänomenalen Kontakt hat. Die DVD glänzt mit Dolby Digital- Sound und abwechslungsreichen, gut gewählten Kameraperspektiven. Das darf sich einfach kein Heavy Rock- und AOR- Fan entgehen lassen, denn Journey sind und bleiben das Maß aller Dinge.