In Zeiten, in denen ein deutscher Bundeskanzler mehr denn je darauf angewiesen sind, dass ihm die Medien wohlgesinnt sind, stellt sich auch leicht die Frage, wie es denn in der Vergangenheit war. Und hierüber kommt man auch schnell auf die Frage, die im Hintergrund diesen Buches steht: Welche Rolle spielten die Medien bei der Machtübernahme und -erhaltung Hitlers? Die beiden Autoren (Norbert Frei ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bochum und Johannes Schmitz Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Kirchguppe) stellen die „nationalsozialistische" Medienpolitik dar, portraitieren einzelne Zeitungen, informieren über die Haltung der illustrierten Presse und dem damals „neuen Medien" Rundfunk und die Wochenschauen. Es werden alle Gruppen von Journalisten der Zeit unter die Lupe genommen: Nazis genauso wie Nichtnazis und hochrangige Kommentatoren genauso wie kleine Lokalreporter. In dem Buch wird sich nicht auf das Ausgesprochene verlassen, es wird auch der „Widerstand zwischen den Zeilen" gesucht, auch hört das Buch nicht automatisch mit der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands auf, es betrachtet auch die unmittelbare Nachkriegszeit und fragt nach der „Stunde Null". Alles in allem ein äußerst interessantes Buch, das historisch fundiert ist und für wissenschaftliche Zwecke ähnlich gut geeignet ist wie für den interessierten Laien. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)