eine Frau, die ungewollt schwanger geworden ist und das Kind abtreiben will. Ein kleiner Junge, der sich gegen ihren Widerstand bei ihr einnistet und behauptet, das Christkind zu sein. Unsere Protagonistin zweifelt zu Recht, aber der kleine Junge bringt ihr ein paar überzeugende kleine Wunder bei und wirbelt überhaupt ihr Leben in den paar Tagen vor Weihnachten ganz schön ducheinander. Poetisch und immer mit einem Hauch sanfter Ironie erzählt Tom Reichel eine Geschichte, die leicht in den Kitsch kippen könnte - es aber auf geradezu wundersame Weise nicht tut. Im Gegenteil - es scheint sogar tragisch zu enden. Was man sich von einer Weihnachtsgeschichte nicht vorstellen mag. Aber mit erstaunlicher Bereitwilligkeit nehmen wir das Tragische und Dunkle als den Hintergrund, vor dem Licht erst sichtbar wird.
Und dann die Wendung:
Tom Reichel verschont uns mit einem wohlfeilen Happy End, sondern lässt offen, was ein Mensch nur allein entscheiden kann. Und wenn wir dann das Buch zuklappen, ein letztes Mal über den roten Samteinband steichen und es dann neben unsern Lieblingssessel legen .... dann denken wir: Hoffnung ist immer.
Danke Tom.