In seiner Josephus-Trilogie erzählt Lion Feuchtwanger die Geschichte eines jüdischen Schriftstellers zu Zeiten der Flavischen Kaiserdynastie im Römischen Reich.
Jener Schriftsteller, Josef Ben Matthias, hin und her gerissen zwischen denn Kulturen, versucht das Unmögliche. Er, als einer der ersten Kosmopoliten seiner Zeit, sucht die Bindung zu seinem jüdischen Volk und gleichzeitig zur Weltmacht Rom. Er träumt von einem allumfassenden Bund zwischen den beiden Völkern.
Dabei sind ihm anfangs selbst opportunistische Neigungen, gemäß dem Motto: „Besser ein lebendiger Hund denn ein toter Löwe.“ durchaus recht und billig.
Als ein Mann zwischen den Fronten, gelingt es ihm zwar bis in die Bereiche der Macht vorzudringen, kann dieses jedoch nicht für seine Ziele nutzen und muss letztlich endgültig scheitern.
Diese drei Bücher geben dem Autor genügend Gelegenheit, ein ganzes Leben zu erzählen. Wie man es von einem Lion Feuchtwanger nicht anders erwarten darf, glückt ihm dies auf achtenswerter Weise. Dabei steckt dieses Buch voller interessanter Weisheiten und hilft uns vielleicht sogar ein klein wenig dabei weiter, diese Welt ein bisschen besser zu verstehen.
Lediglich die gelegentlichen Passagen, in welchen er sich in ausführlichen Disputationen seine Religion betreffend ergibt, erfordern vom Leser ein wenig Disziplin und sind für mich als Nichtjuden (Atheist) nur bedingt verwertbar, geben aber trotzdem einen interessanten Einblick in die jüdische Religion.
Der- oder diejenige unter Ihnen, liebe Leserschaft, welche Spaß am schmökern in historischer Literatur haben, sollten auf dieses Werk keinesfalls verzichten.