Kurzbeschreibung
Der 1872 in Wien geborene und an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Carl von Hasenauer ausgebildete Architekt und Illustrator Joseph Urban war Mitglied des Wiener Künstlerhauses und der präsecessionistischen Künstlervereinigung "Siebenerclub". 1890 wurde er Gründungsmitglied des Hagenbundes, dessen Präsident er zeitweilig bis 1908 war und für den er rund 30 Ausstellungen gestaltete. Die architektonischen Hauptwerke seiner Wiener Zeit sind der Rathauskeller (1898), die in den sechziger Jahren abgerissene Ausstellungshalle des Hagenbundes in der Zedlitzgasse (1901) und die Kaisertribüne für den Huldigungsfestzug (1908). Gemeinsam mit seinem Schwager Heinrich Lefler illustrierte er zahlreiche Bilderbücher und prunkvolle Publikationen, die die Regierungsjubiläen Kaiser Franz Josephs feierten, und schuf zahlreiche Ausstattungen für die großen Wiener Bühnen. Die wichtigsten Einflüsse auf Urbans künstlerisches Schaffen entstammen dem massigen Barock seines Lehrers Hasenauer, einem längeren Aufenthalt in Kairo während der Studienzeit, der "Stilkunst" seines Schwagers Heinrich Lefler und der damals modernen Kunst der Secession. 1911 emigrierte Urban in die USA, wo er als Architekt vornehmer Villen, Restaurants und Clubs sowie u. a. als Ausstattungschef der Metropolitan Opera in New York zum Mitbegründer des American Art Deco wurde. Als er 1933 in New York starb, war er in Wien nahezu vergessen.Markus Kristan studierte Kunstgeschiche an der Universität Wien und ist an der Graphischen Sammlung Albertina im Bereich Architektursammlung und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Zahlreiche Aufsätze in Fachpublikationen zur österreichischen Architektur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Autorenportrait
Markus Kristan studierte Kunstgeschiche an der Universität Wien und ist an der Graphischen Sammlung Albertina im Bereich Architektursammlung und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Zahlreiche Aufsätze in Fachpublikationen zur österreichischen Architektur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.