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Joseph Roth: Eine Biographie
 
 

Joseph Roth: Eine Biographie [Kindle Edition]

Wilhelm von Sternburg
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Pressestimmen

"Eine Biographie, von der man vermuten darf, dass sie sich für lange Zeit als die gültige Lebensbeschreibung dieses österreichischen Schriftstellers behaupten wird." Johannes Willms, Süddeutsche Zeitung "Eine ebenso glänzend wie souverän erzählte, Roths Selbststilisierungen behutsam korrigierende Biografie. Dass Sternburg dem Journalisten Roth ebenso viel Platz einräumt wie dem Erzähler, gehört zu den vielen Vorzügen dieser Lebensbeschreibung." Oliver Pfohlmann, Neue Zürcher Zeitung

Kurzbeschreibung

Ein zerrissenes, leidenschaftliches und erschütterndes Leben brillant erzählt: die große Joseph-Roth-Biographie!Welch ein Leben: Vom jüdischen Außenseiter aus Ostgalizien zum Wiener Studenten und Weltkriegssoldaten, vom Starjournalisten der Weimarer Republik und Reisereporter zum österreichischen Literaten mit Weltruhm, der als verlorener Trinker im Pariser Exil stirbt. 70 Jahre nach Roths Tod wird sein Leben nun in dieser Biographie packend und kenntnisreich erzählt.Joseph Roth ? bekennender Ostjude mit Neigung zum Katholizismus, Pazifist und Einjährig-Freiwilliger im Ersten Weltkrieg, zeitweise engagierter Sozialist und bald Propagandist einer erneuerten Habsburgmonarchie, analytischer Journalist und Legendenerzähler des eigenen Lebens, weitherziger Moralist und begnadeter Polemiker: Kaum ein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts war so widersprüchlich, kaum einer war so geschickt und souverän darin, seine Biographie und seine Haltung zur Welt ständig neu zu erfinden.Der renommierte Publizist und Buchautor Wilhelm von Sternburg bringt Licht in das von Mythen durchwirkte Selbstbild Roths. Er legt die Wurzeln im Ostjudentum und die Motive für Roths Habsburgsehnsucht frei, er spürt der melancholischen Ironie und dem heiteren Pessimismus des stets neu enttäuschten Humanisten nach. Anschaulich erzählt er von Roths Aufstieg, den bitteren Jahren der Emigration, Roths unbeirrtem publizistischen Kampf gegen die Nazi-Barbarei, vom Wahnsinn der Ehefrau und von Roths körperlichem Verfall. Erhellend sind die Bezüge zu Kleist, Hölderlin, Heine oder Kafka und die Deutungen zu Roths Romanen, seiner Heimatlosigkeit und der lebenslangen Fluchtbewegung.Diese große Roth-Biographie ist eine faktenreiche und fesselnd erzählte Lebensbeschreibung und zugleich ein tiefenscharfes Zeitbild. Sprachlich brillant und mit großem psychologischem und historischem Wissen verknüpft Wilhelm von Sternburg das Lebensbild Joseph Roths mit der Werk- und Zeitgeschichte. Ein Buch, das Lust macht, wieder Joseph Roth zu lesen ? und zwar alles von Roth!

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Format:Gebundene Ausgabe
> Am Grab auf dem Cimetière Thiais in Paris versammeln sich katholische Christen, jüdische Emigranten, deutsche Sozialdemokraten, Kommunisten, Liberale und österreichische Legitimisten. Jeder ihrer Sprecher reklamiert den toten Dichter für die eigene Religion, die eigene Ideologie. Es kommt zu lautstarken Handgreiflichkeiten. Eine Szene, als wäre sie von ihm erdichtet.>
Mit diesen Worten beschreibt W. v. Sternburg einen Auftritt am Grab des Dichters Joseph Roth. Sie ist typisch für das Leben Roths, der, obzwar Jude, dem Katholizismus zuneigte und der, obwohl liberal und sozialdemokratisch im Denken, der Monarchie nachtrauerte.
Joseph Roth, 1894 geboren und 1939 in Frankreich im Exil gestorben, war ein Außenseiter und Grenzgänger, wie es bei Wilhelm von Sternburg heißt, und das hat sein Schicksal bestimmt.
Er wurde als Jude in Galizien geboren. Vaterlos wächst er bei seiner dominierenden Mutter auf, bevor ihn sein Weg nach Wien, Prag, Berlin und in viele andere Großstädte Europas führt.
Nach dem Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie treibt ihn seine Unrast und sein Talent von einem Land zum anderen. Er war immer auf der Suche nach Heimat, die doch für ihn nie vorhanden noch auffindbar war.
Als Feuilletonist und Kolumnist schreibt er für linke und konservative Zeitungen. Seine Unrast bietet ihm nirgendwo Halt, er lebt in Hotels und Pensionen und schreibt in Kaffeehäusern und auf Fluchten, die ihn weit von sich selbst wegtreiben.
Ohne die Atmosphäre der k.u.k. Monarchie, wie er sie in seinem Roman > Radetzkymarsch< beschrieben hat, ist ein Joseph Roth nicht denkbar.

Wilhelm von Sternburg hat mit der Biographie Joseph Roths eine Fülle von Zeugnissen zusammengetragen. Dass Joseph Roth an der Welt verzagte, dass er Alkoholiker war, sich in ständiger Geldnot befand und mit vielen gleich gesinnten Dichtern sein Denken, seine Skepsis und politische Haltung teilte belegt Wilhelm von Sternburg mit Zitaten und Äußerungen seiner Zeitgenossen. Zu ihnen zählten Stefan Zweig, Franz Kafka, Alfred Polgar, Karl Kraus und viele, viele andere, die wie er Juden waren und sich in ihren Werken ebenfalls auf der Suche nach der eigenen Identität befanden.
> Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen.< Diesen Satz Nietzsches führt von Sternburg auch für das Leben Joseph Roths als gültig an.

Mit brillanter Sprachgewalt, faktenreichem Wissen, genauen Zeitkonstruktionen und feinem Gespür für die psychischen Abgründe und Entwicklungsvorgänge im Leben Joseph Roths knüpft W. v. Sternburg ein Zeitgemälde von außerordentlicher Brisanz. Es ist eine ganze Kulturgeschichte der Dichtkunst und eine Zusammenfassung jüdischen Lebens von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu Roths Tod daraus geworden.
Zeitgeschichte, jüdische Geschichte und die politische Instabilität der gesamten Ostregion überlappen sich in von Sternburgs Ausführungen. Mit seinen Zeugnissen, Belegen und umfangreichen Geschichtsdaten bereichert er das Wissen um die jüdische Geschichte Europas seit der französischen Revolution. Wissend und engagiert beschreibt von Sternburg die zwanziger Jahre mit den politischen Veränderungen hin zu nationalistisch - faschistischen Staaten in Europa. Ähnlich wie in Stefan Zweigs > Die Welt von gestern< kann man sich ein Bild machen von unserer Vergangenheit, in der die Kunst unter den Dichtern und Denkern einen hohen Stellenwert einnahm. Unvergleichliche Geistesgrößen, Schauspieler, Maler und Dichter bestimmten das kulturelle Leben in Europa, das mit der Vertreibung und Vernichtung der Juden und angeblich dekadenter Künstler bis zum Ende des Nazireichs in Deutschland fast ganz zum Erliegen kam.

Von Sternburgs Arbeit zeugt von verdienstvollem historischen Forscherdrang. Eine Fülle von Bildern und Faksimiles ergänzen die ausgezeichnete Arbeit des Autors. Er schreibt lebendig und strahlt in seinen Bezügen enge Verbundenheit mit dem Dichter Joseph Roth aus.
Ihm und dem Verlag ist zu danken, dass der wunderbare Erzähler und in seinen Werken von emotionaler Stärke beseelte Dichter Joseph Roth hoffentlich breite Beachtung findet, und er mit seinen Werken neu entdeckt wird.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Wilhelm von Sternburg erzählt das Leben des Josef Roth, bringt Licht in das von Mythen durchflochtene Selbstbildnis des wohl großartigsten deutschsprachigen Erzählers des letzten Jahrhunderts. Er erzählt dieses Leben ohne jegliches Pathos, packend und kenntnisreich, fällt nicht auf die vielen Legenden herein, die sich um dieses Leben spinnen, sondern er stellt in seinen versierten Lebensbeschreibungen das Werk Joseph Roths in seinen historischen Gesamtzusammenhang und verknüpft darin in umfassender Recherche ermittelte Details aus dem wechselhaften, leidenschaftlichen, zerrissenen und schließlich erschütternden Leben dieser diffizilen Persönlichkeit.

Vor siebzig Jahren ist Joseph Roth, der seine Wurzeln immer zum Gegenstand von undurchsichtigen Mystifikationen gemacht hat, sicher nicht nur als verlorener Trinker am Alkohol, sonder auch an der Verbitterung und Verzweiflung über dieses Europa, dass nicht in der Lage gewesen war ein Heilmittel gegen den Faschismus zu finden, gestorben. Roth berichtet von einer durch Armut gekennzeichnete Kindheit, die er bei seiner, einer jüdischen Kaufmannsfamilie entstammenden, Mutter verbrachte, während sein Vater, der aus einem orthodox-chassidischem Umfeld stammte, sein Leben in einer Anstalt für Geisteskranke verbrachte. Im orthodoxen Judentum Galiziens galt der Wahnsinn als Fluch Gottes.

Das Leben des Joseph Roth war sicher so spannend, so verdreht, so anrührend und traurig, wie seine großen Romane und Erzählungen, die sicher zu den schönsten gehören, was die deutsche Literatur im 20. Jahrhundert hervorgebracht hat. Ich denke dabei an "Radetzky Marsch", "Beichte eines Mörders", "Der Leviathan", "Die hundert Tage", "Die Büste des Kaisers", "Kapuzinergruft" oder die "Legende des heiligen Trinkers", um nur einige zu nennen. Durch all seine Romane und Erzählungen zieht sich der Vaterverlust und als Metapher der Verlust des Vaterlandes wie ein roter Faden. Und obwohl Roth, Pazifist, engagierter Sozialist, talentierter Polemiker, befähigter Propagandist, Legendenerzähler und freizügiger Ethiker war, der sich zur untergegangenen K und K Monarchie bekannte und entsprechend einem exzessiven Katholizismus frönte, legt von Sternburg besonderen Wert auf den jüdischen Joseph Roth und arbeitet seine Wurzeln im Ostjudentum auf. Dabei gehört die Schilderung von Roths journalistischer Karriere ebenso zu den Glanzpunkten dieser Biografie, wie die bitteren Jahre der Emigration, die publizistischen Attacken gegen die Nazi-Herrschaft und die Nervenerkrankung seiner Ehefrau Friedl, durch die Roth in eine tiefe Krise stürzte, finanziell und gesundheitlich, denn er begann zu trinken und körperlich zu zerfallen.

Es kam Roth in seinem Leben und in seinen Werken nicht auf die Wirklichkeit an, sondern auf die innere Wahrheit und in Kenntnis dieser Maxime sind sowohl seine vom Autor ausgearbeiteten Beziehungen und Gedanken zu Heine, Kleist, Zweig oder Kafka, seine lebenslange Odyssee sowie seine heimatlose Unbehaustheit zu verstehen. Merkwürdigerweise unterschlägt von Sternburg, bei seinen dezenten Richtigstellungen des unberechenbaren Roth, dass dieser ein ganz rabiater Anti Zionist war, der Zionismus als Rassismus bezeichnet hat.

Wie dem auch sei, es ist eine große, wunderbare Roth Biografie, fesselnd erzählt, die sicher bei vielen Lesern den Wunsch weckt wieder Joseph Roth zu lesen oder mit einem Diogenes Hörbuch zu genießen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Erlkönig
Format:Gebundene Ausgabe
Inhaltsangaben und Würdigungen des Buches haben meine Vorrezensenten ja bereits überzeugend formuliert, ich kann mich ihnen nur anschließen. Nur eines möchte ich ergänzen: Es gibt seit langem die kenntnisreiche und fundierte Biographie von David Bronsen, die sicher durch von Sternburgs Buch nicht überflüssig wird. Dessen Buch hat aber einen großen Mehrwert: Es ist auch für Leser ein Genuss, die nicht die Mühlen eines universitären Studiums durchlaufen haben. Und das ist ein unglaublicher Gewinn - Joseph Roths Leben und seine Werke werden jedem Interessierten nahe gebracht, und das gehört m. E. zu den größten Loben, die man einem Biographen machen kann.
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