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Joseph Goebbels. Tagebücher 1924 - 1945. 5 Bände: 5 Bde. [Gebundene Ausgabe]

Ralf G. Reuth , Joseph Goebbels
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Piper (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492041159
  • ISBN-13: 978-3492041157
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 16,5 x 13,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 398.700 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Eigenartige Lektüre. Der Massenmörder als Tagebuchschreiber klingt zunächst einmal genauso wie Autoren solcher Aufzeichnungen meistens klingen: egozentrisch, eitel, unsicher, voller Selbstmitleid. Auch die überbordende Sentimentalität findet sich nicht bloß bei Hitlers Propagandaminister. Auffällig allerdings ist der Judenhass, der aus dem Nichts zu kommen scheint, für den auch die Tagebücher keine Begründung liefern. Man begreift nicht, wie der junge Mann wurde, was er um 1920 bereits ist. Damals studiert er noch, in Bonn, in Freiburg, München, Heidelberg. Wenig erfährt man über das Studium, stattdessen viel über Frauengeschichten. Kein überragender Student, die Dissertation erhält knapp das Prädikat "rite" ("bestanden").

Durchgängig ist auf den mehr als 2.000 Seiten die völlige Phrasenhaftigkeit der Sprache. Der Mann formuliert Phrasen, weil er auch in Phrasen denkt. Für den Dichter, der er ja zunächst gern gewesen wäre, ist das tödlich; für den Demagogen, der er dann wird, ist das ein Glück. Goebbels glaubt zwar längst nicht immer, was er sagt, aber er denkt nicht anders, als er redet.

Dann ist da noch die Beziehung zum "Chef", wie er Hitler nennt. Adolf privat: Blumen schenkend, scherzend, Kinder tätschelnd, sich besorgt erkundigend, plaudernd. Goebbels, früh von einem nationalen Erlöser träumend, 1926: "Er ist ein Mann, nehmt alles nur in allem, so ein Brausekopf kann mein Führer sein, ich beuge mich dem größeren, dem politischen Genie!"

Goebbels ist der Vernichter der Berliner Juden. Nicht allein, aber als eine treibende Kraft. Gemeinsam mit Göring, mit dem ihn sonst nur eine tiefsitzende Abneigung verband, hier versteht man sich. Die Pogrome vom November 1938 sind weitgehend ihr Werk, auch die Ideen für die anschließenden Gesetze zur Ausschaltung der Bevölkerungsgruppe aus dem normalen Leben (sogar das Betreten des deutschen Waldes sollte Juden verboten werden) stammen aus diesen Köpfen.

Niemand wird die fünf Bände von vorn bis hinten durchlesen, sie bilden eher ein Nachschlagewerk für Studierende, denn die vom Münchner Institut für Zeitgeschichte veranstaltete Gesamtausgabe in ihrem Gigantismus dürfte Bibliotheken vorbehalten bleiben. Ein Tip für Studis: Gleich zu Beginn des Seminars melden und das Referat zur Überlieferungsgeschichte der Goebbelsschen Diarien übernehmen! In Band 1 der vorliegenden Edition findet sich alles Wissenswerte dazu auf weniger als 20 Seiten zusammengestellt. Mit wenig Arbeit werden Sie damit Furore machen, denn in der Story kommt alles vor, was für Kurzweil und Unterhaltung sorgt: die Amis, die Russen, der Spiegel, der Stern, die Stasi und als Zugabe ein blamierter Professor der FU Berlin. Viel Erfolg! --Michael Winteroll



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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur für "eilige" Leser 5. Januar 2004
Leider gibt diese (im Revisionsbericht als nur 20%iger Ausschnitt bezifferte) Ausgabe der Tagebücher keine Auskunft darüber, welche Teile (Wörter, Sätze, Tage, Monate, ...) im abgedruckten Text weggelassen wurden. Sie ist daher für ernsthafte (insb. wissenschaftliche) Zwecke unbrauchbar. Schade. Es wäre wohl nicht zuviel verlangt, wenn der Herausgeber eine Liste weggelassener Teile beigefügt hätte. Er kann zwangsläufig nicht beurteilen, welche Teile "privater" oder nebensächlicher Natur sind, weil er nicht weiß, welche Fragestellungen ein Leser im Auge hat.
Mag. Peter Donhauser, Technisches Museum Wien
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41 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen keine originalen dokumente 12. September 2001
Ich bin seit einiger Zeit Eigentümer des Goebbels Buches "vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" aus dem Jahr 1934, das in Form eines Tagebuches verfasst ist. Die Bestellung dieses Kompaktbandes sollte dieses äußerst interessante Werk komplettieren. Leider stellte ich bei punktuellen Vergleichen von identischen Tagen haarsträubende Abweichungen fest, wodurch ein ernsthaftes Studieren und Nachlesen in meinen Augen überflüssig erscheint. Hemma Auer
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufschlußreich, gut zu lesen, aber lückenhaft. 5. November 2008
Die Bände liefern weitreichende Einblicke in die tiefgründige Gedankenwelt des ehemaligen Reichsministers für Propaganda und Volksaufklärung. Neben politischen Ereignissen wird auch viel Privates thematisiert. Das Ganze liest sich dabei für einen Geschichtsinteressierten wirklich sehr spannend. Soll heißen, es ist nicht nur als Nachschlagewerk zu verstehen, sondern man kann die Bände durchaus von Anfang bis Ende durchlesen. Leider fehlen viele wichtige Zeitabschnitte, so z.B. das Jahr 1939 vollständig. Eine Sicht der Dinge von Goebbels auf das Vorspiel zum und den Beginn des 2. Weltkrieges u.a. wären sicher sehr interessant... Hier muß man wohl auf die mittlerweile komplette Ausgabe des Instituts für Zeitgeschichtsforschung zurückgreifen, die aber preislich jenseits von Gut und Böse liegt... Alles in Allem aber dennoch eine Empfehlung und ein guter, kostengünstiger Einstieg in die Tagebücher des Dr. Goebbels!
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