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Joseph Fouché: Bildnis eines politischen Menschen [Taschenbuch]

Stefan Zweig
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. August 1977
Balzac hat ihn den »psychologisch interessantesten Charakter seines Jahrhunderts« genannt. Aber eigentlich ist es sein »verwegener Mut zur restlosen Charakterlosigkeit und unentwegter Überzeugungslosigkeit«, der Joseph Fouché zunächst zu Geld und dann zu Macht verholfen hat. Fast immer aus dem Hintergrund wirkend und handelnd, fordernd und zwingend paßt er sich geübt und geschickt, einem Chamäleon gleich, jeder politischen Färbung an. Stefan Zweigs große Erzählkraft faßt diesen politisch überaus begabten Menschen, der als Person glatt, kalt und unsinnlich bleibt, obwohl er ein Fanatiker ist. Kaum tritt er offen hervor, hält sich – mit allen Fäden in der Hand – als graue Eminenz immer verborgen, als »Blutsäufer« beim Gemetzel von Lyon, dem blutigsten Tag der Französischen Revolution, ebenso wie als alle und alles bespitzelnder Polizeiminister unter Napoleon und unter Ludwig XVIII. Doch den dämonisch besessenen Intriganten trifft schließlich die Verbannung, in der er einsam stirbt.

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Joseph Fouché: Bildnis eines politischen Menschen + Sternstunden der Menschheit: Vierzehn historische Miniaturen + Amerigo: Die Geschichte eines historischen Irrtums
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 48. (1. August 1977)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596219159
  • ISBN-13: 978-3596219155
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,9 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 24.370 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren, lebte von 1919 bis 1934 in Salzburg, emigrierte von dort nach England und 1941 nach Brasilien. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Am 23. Februar 1942 schied er in Petrópolis, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Seine von einer vergangenen Zeit erzählenden Erinnerungen »Die Welt von Gestern« erschienen posthum.

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Kundenrezensionen

4.8 von 5 Sternen
4.8 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Biographie eines politischen Opportunisten 29. Dezember 2002
Format:Taschenbuch
Im vergangenen Jahr jährte sich zum 60. Mal der Todestag Stefan Zweigs, der sich in Brasilien - aus Verzweiflung über den Zweiten Weltkrieg und die Verbrechen des Nationalsozialismus - das Leben genommen hat. Seine hervorragenden Biographien, Essays und Erzählungen liegen daher vollständig vor. Besonders fasziniert hat mich - schon als Kind - immer wieder die Biographie des Polizeiministers Napoleons, Joseph Fouche. Gezeichnet wird hier meisterhaft das Portrait eines politischen Opportunisten ersten Ranges. Joseph Fouche, Sohn von Kaufleuten, wird Priesterlehrer (ohne das Gelübde zu leisten), schließt sich dann der Revolution an. Er votiert - nach langem Zögern - als Abgeordneter der Nationalversammlung für den Tod des abgesetzten Ludwigs XVI. und erlangt traurige Berühmtheit als Henker von Lyon und Plünderer der Kirchen. Doch als sich der Wind wendet, sagt er sich ohne Skrupel von seinen früheren Überzeugungen los. Faszinierend beschrieben seine Auseinandersetzung mit Robespierre, dem führenden Politiker der französischen Revolution, zu dessen Sturz er entscheidend beiträgt. Er dient sowohl dem Direktorium als auch dem aufsteigenden Napoleon als Polizeiminister. Meisterhaft in seinem psychologischen Falkenblick beschreibt Zweig die wechselseitige Abhängigkeit, die Hass-Liebe zwischen dem heißblütigen impulsiven Napoleon und dem "seelischen Kaltblüter" Fouche - der von Napoleon zwar mehrfach abgesetzt wird, jedoch in Krisen wieder auftaucht. 1808, während des Krieges gegen Spanien, verbünden sich die beiden Feinde Talleyrand und Fouche (die sich charakterlich sehr ähnlich sind) kurzzeitig gegen Napoleon - was diesen mehr erschreckt als verlorene Schlachten. Zunächst erweist sich Napoleon als der Stärkere, Fouche wird mehrfach ins politische Exil verschickt. Doch am Ende ist es Fouche, der - wie bei Robespierre - die Verschwörung gegen Napoleon organisiert und seinen Sturz herbeiführt - und Ludwig XVIII. zur Macht verhilft. Dies ist sein entscheidener Fehler, wie Zweig hervorragend schildert - denn die neue königliche Regierung brauchte zwar das politische Genie Fouches zur Erringung und Festigung der Macht - doch insbesondere die Herzogin von Angouleme, die Tochter Ludwigs XVI. erzwingt seinen endgültigen Sturz und bitter sind seine letzten Tage in Linz und Triest - denn so wie Fouche alle seine Mitstreiter verraten hat, so hält auch keiner mehr zu ihm, als er endgültig nicht mehr gebraucht wird und einsam und verbittert am 26. Dezember 1820 stirbt.

Dieses meisterhafte Portrait dieses genialen, aber sehr skrupellosen Politikers stammt bereits aus dem Jahre 1929. Wie sehr die Psyche dieses Mannes "aktuell" war, ist daran belegt, dass Stalin seinen Geheimdienstchef Jagoda 1937 entließ, nachdem Zweigs Biographie in Rußland erschienen war. Jagoda hatte erstaunliche Ähnlichkeit mit Fouche, so Robert Payne in seiner Stalin-Biographie und die Äußerung Napoleons auf Elba: "Ich habe nur einen Verräter gekannt - Fouche" - dürfte den misstrauischen Stalin bewogen haben, Jagoda - neben anderen Gründen - als Geheimdienstchef abzusetzen. Dies zeigt, welche "Auswirkungen" eine Biographie haben kann. Auch heute dürfte dieser Politikertyp nicht ausgestorben sein - allgemein wird beklagt, dass Macht und Prinzipienlosigkeit bei handelnden Politikern nach wie vor stark anzutreffen ist. Diese können sich bestätigt fühlen durch die Biographie ihres politischen Lehrmeisters - und sollten doch zugleich durch sein Schicksal gewarnt sein; Prinzipienlosigkeit zahlt sich letztlich eben doch nicht aus. Dies verdeutlicht zu haben, darin liegt das Verdienst des Meisters Stefan Zweig. Wer sich für historische Biographien interessiert, dem sei zu sagen: unbedingt lesen !!!!

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zweig begeistert für Geschichte 21. September 2002
Format:Taschenbuch
In diesem Buch über Joseph Fouché erfährt man nicht nur vieles aus dem ereignisreichen Leben des Mannes, der als Radikaler in der Zeit der Revolution als Peiniger von Lyon unzählige Menschen hinrichtete und später als sehr reicher Polizeiminister auf Seiten Napoleons und König Ludwig XVIII seine ehemalige Gesinnung vergessen liess, sondern auch viel über Politik und wie Entscheidungen oft zustande kommen. Da zeigt Zweig warum sich der mächtige Weltherrscher Napoleon und der einflussreiche Intrigant Fouché fast gleichstark gegenüberstehen. Warum Fouché unter so verschiedenen Herrschern wie Robespierre und Napoleon dienen konnte und sie doch beide politisch überlebte. Denn er schlägt sich rechtzeitig auf die Seite des Stärkeren.
Zweigs Verdienst ist es in diesem Buch diese von der Geschichte, die sich an symbolträchtigen Ereignissen orientiert, oft vernachlässigten Entscheidungsmomente nachzuzeichnen. Dabei gelingt es ihm mit seiner lebendigen und treffenden Sprache den Leser sowohl inhaltlich als auch emotional zu überzeugen. Man fühlt geradezu wie Fouché sich zwischen den Fronten bewegt, den Augenblick abpassend dem Stärkeren opportunistisch zu dienen. So ist man gespannt, wie es ihm dieses Mal wieder gelingt seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen und den des Anderen an seine Stelle zu drücken; für letzteres hat er freilich Mittelsmänner damit seine Hand rein bleibt.
Zweig lässt uns die Strenge des unnahbaren Robespierres, den Machthunger des siegesgewissen Napoleons und die Gier nach Einfluss des kühlen Mannes Fouché spüren. Dieses Buch bringt uns Geschichte durch die handelnden Menschen nahe und regt so an in einem Geschichtsbuch auch noch einmal die Ereignisse nachzuschlagen.
Dieses Buch zu lesen ist also ein Gewinn, nicht nur an Interesse für Geschichte und Politik sondern auch an biographischer Literatur und daher von mir zu empfehlen.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk! 11. Juli 2004
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Joseph Fouché war das erste Buch von Stefan Zweig, das ich las. Anfangs war ich etwas skeptisch - ich erwartete eine trockene und schwer verständliche Wiedergabe des Lebens Joseph Fouchés, wie man es in Geschichtsbüchern in der Schule liest. Doch zu keinem Zeitpunkt ist dieses Buch trocken oder unverständlich. Stefan Zweig baut zu den richtigen Momenten Spannung ein und beschreibt Menschen und Persönlichkeiten wie kein anderer. Er hat dafür gesorgt, dass ich den Namen Joseph Fouché nicht mehr vergessen werde.
Stefan Zweigs literarischer Stil übertrifft den der meisten hoch gelobten deutschen Schriftstellern (z.B. Thomas Mann). Er schreibt klar und präzise und fesselt den Leser mit seiner Gabe, Worte lebendig zu machen.
Ich kann nur empfehlen, dieses Buch zu lesen - es ist ein unvergessliches Leseerlebnis!
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5.0 von 5 Sternen Psychogramm eines Machtmenschen
Stefan Zweig, der mit Arthur Schnitzler und Sigmund Freud befreundet war, ist bekannt für seine feinsinnigen, die psychologischen Tiefen auslotenden Biographien. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Tscharlie veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Bitte nehmen Sie zur Kenntnis..
Dies ist ein Meisterwerk. Das sehen die meisten Rezensenten hier genauso. Zweig stellt uns in diesem Buch einen neuen Menschentypen vor, der in den Fahrwassern der... Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Weinberg veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Immer wieder großartig!
Die Biographien von Maria Stuart oder Marie Antoinette sind literarische und psychologische Meisterwerke. Mit "Joseph Fouché" übertrifft sich Stefan Zweig selbst. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Februar 2011 von Rosemarie Seeger
4.0 von 5 Sternen Lesenswert aber redundant
Stefan Zweig hat eine interessante Biographie über Fouché geschrieben. Allerdings wiederholt er recht oft, welche eher unschönen Charakterzüge Fouché... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Juli 2009 von Runiruto
5.0 von 5 Sternen Macchiavelli lässt grüßen ...
Ein unglaublich amüsantes, historisches Possenspiel schüttelt Zweig hier aus seinem Ärmel. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. April 2009 von Mad Circus
5.0 von 5 Sternen Sie sind ein Verräter, Fouché, ich sollte Sie hängen...
Das sagt Napoléon Bonaparte immer wieder zu seinem Polizeiminister Joseph Fouché und jedes Mal erhält er die gleiche kühle Antwort von seinem... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. April 2009 von Edgar Hauster
5.0 von 5 Sternen Meisterhafte Spannung!
Wahrlich, das Buch ist spannender als alle Kriminalgeschichten zusammen. Im Besonderen der Abschnitt der französischen Revolution, der von Stefan Zweig als Duell zwischen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Februar 2008 von Richard K. Breuer
5.0 von 5 Sternen Biografie eines ansonsten weitgehend Unbekannten
Stefan Zweig legt 1929 mit der Biografie von Joseph Fouche die Geschichte eines ansonsten weitgehend Unbekannten vor. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. März 2007 von Mario Eckmaier
5.0 von 5 Sternen Grossartig
Mit seinen Biographien war es Stefan Zweigs Anliegen, Geschichte näherzubringen. Er folgt dabei den Zeitgeist und fühlt den Menschen psychologisch auf den Zahn; Quellen... Lesen Sie weiter...
Am 8. Juli 2005 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Vom Priester zum Polizeiminister
Seit meiner Jugend gehört "Josef Fouché" von Stefan Zweig zu meinen Lieblingsbüchern. Lesen Sie weiter...
Am 9. Juli 2004 veröffentlicht
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