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Joseph Anton: Autobiografie [Gebundene Ausgabe]

Salman Rushdie , Bernhard Robben , Verena v. Koskull
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

18. September 2012
Vom Tod bedroht und vogelfrei

Am Valentinstag, dem 14. Februar 1989, erhält Salman Rushdie den Anruf einer BBC-Reporterin und erfährt, dass der Ayatollah Khomeini ihn »zum Tode verurteilt« hat. Zum ersten Mal hört er das Wort »Fatwa«. Sein Vergehen? Einen Roman mit dem Titel »Die satanischen Verse« geschrieben zu haben, dem vorgeworfen wird, sich »gegen den Islam, den Propheten und den Koran« zu richten.

So beginnt die außergewöhnliche Geschichte eines Schriftstellers, der gezwungen wird, unterzutauchen und in ständiger Begleitung einer bewaffneten Polizeieskorte von Aufenthaltsort zu Aufenthaltsort zu ziehen. Als die Polizei ihn auffordert, sich einen Decknamen zuzulegen, wählt er eine Kombination aus den Vornamen seiner Lieblingsschriftsteller Conrad und Tschechow – Joseph Anton.

Was heißt es für einen Schriftsteller und seine Familie, über neun Jahre lang mit einer Morddrohung zu leben? Wie gelingt es ihm, weiter zu schreiben? Wie beginnt und endet für ihn die Liebe? Wie fest hat die Verzweiflung sein Denken und Handeln im Griff, was lässt ihn straucheln, und wie lernt er, Widerstand zu leisten? Zum ersten Mal erzählt Salman Rushdie seine beeindruckende Geschichte; es ist die Geschichte eines der entscheidenden Kämpfe unserer Zeit: der Kampf um die Meinungsfreiheit. Rushdie erzählt vom teils bitteren, teils komischen Leben unter bewaffnetem Polizeischutz und von den engen Beziehungen, die er zu seinen Beschützern knüpfte; von seinem Ringen um Unterstützung und Verständnis bei Regierungen, Geheimdienstchefs, Verlegern, Journalisten und Schriftstellerkollegen; und davon, wie er seine Freiheit wiedererlangte.

Ein einzigartig offenes, aufrichtiges Buch: fesselnd, provokant, bewegend und lebenswichtig. Denn das, was Salman Rushdie durchlebt hat, ist der erste Akt eines Dramas, das sich tagtäglich irgendwo auf dieser Welt vollzieht.


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Joseph Anton: Autobiografie + Die satanischen Verse + Mitternachtskinder
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (18. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570101142
  • ISBN-13: 978-3570101148
  • Originaltitel: Joseph Anton
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 15,2 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 5.085 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Salman Rushdie hat sein bestes Buch geschrieben, eines der größten über unsere so schwer zu deutende Zeit, ein Meisterwerk." (Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Salman Rushdies Autobiographie ist laut, poltrig, satt, selbstgerecht, sie ist ironisch, poetisch und sentimental – und sie ist gut. Weil sie deutlich sagt, wohin uns der „Krebs des kulturellen Relativismus“ führt, weil sie uns eine faszinierende Migrationsgeschichte von Bombay bis New York erzählt, weil sie sehr deutlich macht, wer die Helden und wer die Feiglinge waren, als es galt, Leben und Integrität eines britischen Staatsbürgers zu verteidigen, und weil sie über weite Strecken große Literatur ist, voller Bilder, Gerüche und Geschichten." (Deutschlandradio "Andruck", Henry Bernhard)

"Salman Rushdie erzählt in seinen Memoiren "Joseph Anton" die Geschichte seines Lebens unter der Fatwa: Er tut es sachlich, beinahe bescheiden und voller Begeisterung für den literarischen Betrieb." (Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung)

Über den Autor

Salman Rushdie, 1947 in Bombay geboren, studierte in Cambridge Geschichte. Mit seinem Roman »Mitternachtskinder« wurde er weltberühmt. Seine Bücher erhielten renommierte internationale Auszeichnungen, u.a. den Booker Prize, und sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. 1996 wurde ihm der Aristeion-Literaturpreis der EU für sein Gesamtwerk zuerkannt. 2008 schlug ihn die Queen zum Ritter.

Bernhard Robben, geboren 1955, studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte in Freiburg. Er übersetzt seither aus dem Englischen u. a. Salman Rushdie, Peter Carey, Ian McEwan, Patricia Highsmith, Howard Jacobson und Philip Roth. 2003 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW ausgezeichnet. Er lebt in Brunne/Brandenburg.

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Kundenrezensionen

4.3 von 5 Sternen
4.3 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Einsicht in Leben und böse Politiken 28. Oktober 2012
Von MRCo
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
„Joseph Anton“, das ist der nome de guerre Salman Rushdies, zusammengesetzt aus den Vornamen zweier seiner literarischen Idole – ein Pseudonym, das sich der Schriftsteller zulegt, um in seinem Versteck zu überleben. Es erlaubt ihm nun autobiografisch-distanziert von sich in der dritten Person zu erzählen, ohne dass dies affektiert wirkt.

Die autobiografische Erzählung hat zwei starke Pole: Der negative Pol liegt im AUSGELIEFERTSEIN. Ich war verblüfft, wie wenig sich der britisch-indische Schriftsteller nach dem „Todesurteil“ des siechen iranischen Ayatollahs auf die staatsbürgerliche Solidarität seiner Regierung (zunächst Mrs. Thatcher) verlassen konnte. Das politische Spiel um Rushdie ist zutiefst beschämend, erschreckend und zeigt auf, wie leicht sich eine westliche Gesellschaft durch den Angriff auf eine exponierte – und als Künstler per se schwache – Einzelperson selbst entblößen und gegenüber einer zynischen Diktatur opportunistisch entblöden kann.

(Lesern, die hinter der Schwäche des Westens gegenüber dem islamistischen Fundamentalismus stets nur naive „68er“ oder blöde „Mulitkultifreunde“ wittern, wird die Lektüre eine Überraschung bereiten: Zu den größten Rushdie-Feinden – sollen ihn die Mullahs doch kriegen – zählten rechte Torry-Abgeordnete und die rechte Boulevardpresse, die sich mit der produktiven Geistesgröße Prince Charles um die Kosten des Personenschutzes für den nichtsnutzigen Schriftsteller ausließen…)

Den positiven Pol bildet SOLIDARITÄT in Gestalt von Menschen, die das private Leben Rushdies teilten, der schlichten Professionalität der einfachen Polizisten und einer großen Zahl prominenter Köpfe vor allem des britischen, französischen und des US-Geisteslebens. Franziska Augstein hat in der „Süddeutschen Zeitung“ einmal über Stephen Frys Autobiografie angemerkt, diese bestehe aus substanzlosem Namedropping von Showbiz-Prominenz. „Joseph Anton“ könnte man auch so lesen, dass hier allzu viele große Namen der westlichen Geisteswelt dem verfolgten Helden die Hand schütteln – so wäre es wohl, wäre der Anlass nicht: ihre Solidarität.

Rushdie geht mit seinem reichhaltigen eher intimen Desastern recht schonungslos um, dem Scheitern seiner Ehen, die nicht (allein) den widrigen Umständen nach der Fathwa Khomeinis geschuldet waren. Angenehm indes: Diese Schonungslosigkeit liegt weitaus näher an einer lakonischen Erzählung als einer psychologisierenden Selbstanklage. Das lässt sich gut lesen und zeugt meines Erachtens von der richtigen Einstellung gegenüber Brüchen im eigenen Leben. Und da Ehe- und Beziehungskrisen zum Leben des durchschnittlichen Menschen in Europa dazugehören, bringen sie den berühmt-berüchtigten Herrn Rushdie sehr nah an uns Normalsterbliche heran.

Munition für Freunde der These eines „Kampfes der Kulturen“ wird sich wenig finden. Rushdie liebt die Kultur seiner Väter, bemerkenswert allein sein Hass beispielsweise auf die ungebildeten Vertreter muslimischer Gemeinden in England – die faktisch von der britischen Regierung einen verwundbaren Schriftsteller als eine Art Menschenopfer erwarteten, ein Opfer, das ihnen „Anerkennung“ verschaffen sollte - nach dem Muster: Verlange das Unmögliche (die Opferung eines lästerlichen Schriftstellers), bekomme das Mögliche (noch die erste Regierung Blair plante einen ganz widerlichen Gotteslästerungsparagraphen nach russischem Muster).

Würde es mit den rund 700 Seiten nicht jedes Maß für Schullektüre sprengen, böte das Buch viel Lehrreiches für Heranwachsende: Dass der Kampf um Anerkennung und Respekt in einer westlichen Gesellschaft über Bildung, Tapferkeit und Ehrlichkeit zu haben ist, nicht über gewolltes Beleidigtsein, minderbemitteltes Propagandageschrei und schon gar nicht über die Behauptung, im Besitz einer unkritisierbaren (religiösen) Wahrheit zu sein.

Nebenbei: Es finden sich einige blöde Druckfehler (fehlende Buchstaben in Hilfsverben, wechselnde Schreibweise eines Eigennamens in zwei Zeilen etc.). Einerseits schade, dass der reiche Bertelsmann-Verlag sich den kritischen Schlusskorrektor offenbar gespart hat. Andererseits: Insgesamt fällt die Fehlerquote nicht stark ins Gewicht (beim armen Eichborn-Verlag sah es immer viel schlimmer aus).
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erst Verwirrung, dann spannend wie ein Krimi ... 11. November 2012
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Zunächst dachte ich bei dieser Salman - Rushdie - Autobiografie wie kann das denn sein, wie kann der Autor denn ein gewisser Joseph Anton sein? Aber dann löste sich das Rätsel doch schnell auf. Der Autor wurde von der Polizei gebeten sich einen Decknamen zuzulegen und so überlegte er sich eine Vornamenkombination seiner beiden Lieblingsschriftsteller Conrad und Tschechow.

Rushdies Aufzeichnungen beginnen mit dem Anruf der BBC - Reporterin, die ihm mitteilt, dass er gerade von Khomeini zum Tode verurteilt wurde. Er nimmt seine Leser mit hinein in sein Denken und Fühlen, in seine Überlebensängste und in den Beginn seines Lebens in Verstecken und mit ständigen Begleitern in Uniform.

Was den Reiz dieses Buches für mich ausmacht ist der Umgang mit dem Islam. Rushdie versucht einen Weg zu finden wie er mit und über den Islam spricht. Selbsverständlich tut er dies sehr subjektiv, aber dafür ist es eine Autobiografie. Bis zum heutigen Tag steht der Autor einem übermächtigen, weil oft unsichtbaren Feind gegenüber.

In seinem Buch holt sich Rushdie selbst vom hohen Sockel auf dem ich ihn bislang immer sah. Verblüffend offen spricht er über seine Frau mit der er erst ein Jahr verheiratet war und doch schon wusste, dass diese Hochzeit ein Fehler war. Der Autor beschreibt Höhen und Tiefen die ins Leben eines jeden Menschen gehören. Das Besondere bei Rushdie ist halt das immer noch bestehende Todesurteil, aber doch ist er mit diesem Buch für mich mehr Mensch geworden.

Sehr zu empfehlen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein phantastisches Buch! 23. Januar 2013
Von C. Z.
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Nie und nimmer hätte ich mir einfach so diesen 700 Seiten Schmöker gekauft, aber eine sehr wohlwollende Rezension im Deutschlandfunk veranlasste mich dann doch zum Erwerb. Ich habe es keine Sekunde bereut! Zur Zeit lebe ich mit dem Buch - in der Straßenbahn, am Mittagstisch, in jeder freien Minute. Nicht nur, dass der Plot mitten aus dem Leben äußerst spannend ist. Salman Rushdie versteht es meisterhaft, die Fülle des Lebens, der vielen tausend und abertausend Geschichten, die alle miteinander verwoben sind, in große Literatur zu kleiden. Besonders imponierend, dass er zu keiner Zeit in Selbstmitleid verfällt, sondern mit feiner Selbstironie die eigene Rolle durchaus und immer wieder kritisch sieht. Und das Buch muss so lang sein - die Jahre im Untergrund waren es auch, die Leser bekommen so eine Ahnung von der unglaublichen Belastung, die allein aus der Perspektivlosigkeit erwachsen musste. Dies wird für mich nicht das letzte Buch des Autors sein!
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