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Josef Mengele: Der Arzt von Auschwitz
 
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Josef Mengele: Der Arzt von Auschwitz [Taschenbuch]

Ulrich Völklein
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Ulrich Völklein
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer war Josef Mengele? Er war ganz er selbst: Vor Auschwitz, in Auschwitz und auch danach. Zu dieser nüchternen Feststellung gelangt Ulrich Völklein in seiner Zusammenfassung von Vernehmungsprotokollen Überlebender als auch von Mittätern, von Briefen und Tagebüchern. Herausgekommen ist, neben der Biographie des "Todesengels von Auschwitz", zugleich eine kurze, aber äußerst bedrückende Darstellung jenes Inbegriffs für NS-Vernichtungslager.

Völkleins Verdienst ist es, Mengele nicht übermäßig psychologisiert zu haben. Eigenbrötelei, Beziehungsstörungen und ein nicht gefestigter Charakter allein taugen halt nicht zur Erklärung für die Motive, aufgrund derer ein ansonsten nach außen als kultiviert erscheinender Mensch bei den "Selektionen" an der Rampe, bei erbbiologischen Experimenten mit Zwillingen und durch dilettantische Operationen ohne Anästhesie mehrtausendfach mordete oder Beihilfe zum Mord leistete.

Für Mengele waren seine medizinischen Untersuchungen im KZ lediglich Forschertätigkeiten innerhalb eines Programms des Berliner Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie. Die NS-Rassenideologie wurde immerhin von einem erheblichen Teil der Bevölkerung mitgetragen und von renommierten Anthropologen und Eugenikern -- nicht nur aus Deutschland -- begrüßt, und Mengele nutzte als Mitglied der Waffen-SS die rechtsfreie und von äußerer Bedrohung abgeschirmte Situation in Auschwitz, um ungestört die eigene Karriere als Mediziner voranzutreiben.

Auch als Mengele nach dem Krieg vor den Siegern fliehen mußte und mit Hilfe einer SS-Kameraden-Organisation über den "Rattenweg" zuerst nach Argentinien und später nach Brasilien entkam, ließ sich bis zu seinem Tode 1979 kein Gesinnungswandel erkennen: Sein Weltbild blieb völkisch, antisemitisch und sozialdarwinistisch.

In den Kinos läuft derzeit Koenigs Euphemismus Nichts als die Wahrheit. Wer der Wahrheit ein wenig näher kommen will, sollte das Geld fürs Billett sparen und lieber zu Völkleins Buch greifen. --Jürgen Grande -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Josef Mengele steht für tausendfachen Mord in Auschwitz - und er steht für die erfolgreiche Flucht vor der Verantwortung, vor den Gerichten und Geheimdiensten, vor den Fragen der Überlebenden und Hinterbliebenen. Wer war dieser Josef Mengele, der Menschenversuche mit Zwillingen und Kleinwüchsigen anstellte, der menschliche Deformationen sammelte, der Zehntausende kalt lächelnd ins Gas schickte? Ulrich Völklein hat für diese umfassende Biographie tausend Seiten Vernehmungsprotokolle, Briefe, Tagebücher und Aufzeichnungen Josef Mengeles ausgewertet; er verfolgte Spuren zum Verständnis des Unbegreiflichen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Stück schreckliche Geschichte gut dargestellt, 1. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Josef Mengele: Der Arzt von Auschwitz (Taschenbuch)
In der Biographie „Joseph Mengele- Der Arzt von Auschwitz" geschrieben von Ullrich Völklein wird die ganze Lebensgeschichte Josef Mengeles detailliert von der Geburt bis zum Tod beschrieben. Das Ziel des Autors ist jedoch nicht vorrangig die möglichst genaue Beschreibung der grausamen Experimente Mengeles, was zwar die Sensationslust der Boulevardmagazinfans befriedigen würde, aber Josef Mengele nur sehr einseitig, als das Monster schlechthin zeigen würde. Nein diesen Weg hat Ullrich Völklein nicht gewählt. Er versucht die Persönlichkeit Mengele von möglichst vielen verschieden Seiten zu beleuchten, bleibt dabei aber stets sehr objektiv und versucht dem Leser die Möglichkeit zu lassen sich seine eigenen Gedanken zum „Arzt von Auschwitz" zu machen. Um diesen Effekt zu erzielen arbeitet er zum Beispiel mit sehr vielen Zitaten und Zeitzeugenberichten unterschiedlichster Personen, mit denen Mengele im Laufe seines Lebens zu tun hatte. Da wären natürlich die Zwillinge, die seine „medizinischen Studien" überlebten und andere Gefangene, sowie Mittäter von Auschwitz, Freunde, Familienangehörige usw. und nicht zu vergessen: natürlich Mengele höchstpersönlich. Völklein verwendet außerdem sehr verschiedene Quellen. So findet man im Literaturverzeichnis sowohl die Autobiographie des Kommandanten von Auschwitz, Rudolph Höss, also eine Aufzeichnung aus jener Zeit, die aus Sicht der Täter verfasst wurde, als auch ein Buch mit dem Namen „Menschen in Auschwitz", welches das Leben im Konzentrationslager aus Sicht der Inhaftierten beschreibt, um hier nur ein Beispiel zu nennen. Soweit ich es beurteilen kann hat der Autor auch eine gute Recherche betrieben, was man erstens an der, wie eben schon angemerkt, umfangreichen Literaturauswahl, wie auch daran, dass er, so mein Eindruck, in alle Richtungen recherchiert hat, merkt. Als Beispiel hierfür kann man unter anderem zwei Gedichte nennen, die nach seiner Flucht Ende des Krieges von Mengele verfasst wurden, sowie sehr viele Zeugenaussagen, die aus dem Ermittlungsverfahren gegen Mengele stammen. Der Grund, wieso der Autor so viele verschiedene Informationsquellen heranzieht ist, dass er Mengele wie schon gesagt nicht als nicht-menschliches Monster darstellen will, sondern als Menschen mit einer Vergangenheit, einem Leben, sozialen Bindungen und verschiedenen Charaktereigenschaften. Josef Mengele ist ein Produkt seiner Zeit, jedoch hat nicht jeder seiner gleichgesinnten Zeitgenossen solche Verbrechen begangen, woran lag es also, dass gerade er zu dem wurde, was uns heute ungläubig die Köpfe schütteln lässt? Mengele war ein zerrissener Mann voller Wiedersprüche. In dieser Biographie lernt der Leser langsam die verschieden Facetten seiner Persönlichkeit kennen und kann selbst eigene Vermutungen über den Fall Mengele anstellen.
Mich hat an Mengeles Biographie besonders erschreckt, dass sie bis Auschwitz so unspektakulär war. Er hatte eine ganz normale Kindheit, die keinesfalls als Ursache für die kaltblütigen Verbrechen gesehen werden können. Auch in den nächsten Jahren ist niemandem der Todesarzt in spe in besonders aufgefallen, ein durchschnittlicher Schüler ohne auffällige Begabungen oder Schwächen, er legte keine Auffälligen Verhaltensweisen an den Tag und außer seinem Interesse für Anthropologie lässt wirklich nichts auch nur annährend erahnen, dass er einmal einer der schrecklichsten Männer in der ganzen, an grausamen Menschen nicht armen Naziära werden würde. Heißt das nicht, dass jeder von uns theoretisch, unter bestimmten Umständen zu ähnlichen Taten fähig ist. Ein böses Grundpotential ist in jedem von uns vorhanden und nur durch unser Wissen und Gewissen können wir ihm Grenzen setzen. Man sollte aus Mengeles Biographie lernen, dass die Grenzen, die man sich selber setzt und die Werte nach denen man lebt an den Maßstäben der Menschlichkeit gemessen werden sollten. Das hat die Konsequenz, dass man auch allgemein gültige Wertevorstellungen und Normen hinterfragen und nicht Vorschnell übernehmen sollte. Dies sollte man immer im Hinterkopf behalten, da wir für unsere Taten letztendlich größtenteils ganz allein verantwortlich sind und niemand anders, denn wenn wir selbst unser Handeln nicht kontrollieren, wer soll es dann tun?
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen objektiv, lesenswert, gut, 3. August 2002
Von 
Ulrich Janert (Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Josef Mengele: Der Arzt von Auschwitz (Taschenbuch)
Ich bin selbst Arzt und habe einen Eid geschworden. Durch eine
Empfehlung in der ärztlichen Fachpresse bin ich auf das Buch von
Ulrich Völklein aufmerksam geworden.
Bis dato wußte ich nicht viel von Mengele. Das Monster ? Juden-
vernichtung, Konzentrationslager ... Davon hat man gelesen. Was
sich aber konkret dahinter verbirgt, weiß man oft nicht. Durch
das Buch bekommen diese Worte ein Gesicht, eine Vorstellung,
eine böse Fratze.
Aber auch nach Ulrich Völkleins Buch bleibt mir der Mensch und
Arzt Mengele verschlossen. Ein Monster ? Ein Unmensch ? Ein
Sadist ? Das trifft es alles nicht. Wahrscheinlich gibt es in der
menschlichen Vorstellung und Sprache kein Adjektiv um die Un-
taten zu benennen. Nach dem Lesen habe ich mehr Fragen als vorher.
Warum sind hunderttausende nahezu wehrlos in den Tod gegangen ?
Nicht alle, aber viele haben gewußt, was sie erwartet. Kein
Aufbegehren, keinen Widerstand ... Todessehnsucht ? Erlösung von
unendlichen Qualen ? Bei manchen sicherlich, aber bei allen ?

Mengele hatte doch auch einen ärztlichen Eid geschworen, Leben
zu bewahren und seine Kraft für die ihm anvertrauten Menschen
einzusetzen ! Er war zweifelsfrei intelligent ( Dr. med und
Dr. phil. ). Nicht vorstellbar, daß er nicht gewußt hat, was er
da macht. Gewissenskonflikte als mensch und Arzt ?
Angst vor der Vergeltung ? Warum hat die deutsche, US-
amerikanische und auch israelische Justiz nicht versucht, Mengele
in die Hände zu bekommen ? Bei Eichmann hat's doch auch geklappt.
Das Buch zeigt, daß eine einfache Überwachung der Freunde oder der Familie
- wie bei jedem Kleinkriminellen - wahrscheinlich ausgereicht hätte !

Auf jeden Fall aber lesenswert und zu empfehlen !

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Verstörend...., 3. April 2008
Von 
O. Miller "aev-forever" (Celle) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Josef Mengele: Der Arzt von Auschwitz (Taschenbuch)
Ich kann VORAB nur sagen, dass dieses Buch, obwohl ich mich aus Berufsgründen viel mit dem Nationalsozialismus beschäftige, mich wirklich versört hat.

Völklein fängt in seinem ausgezeichnet recherchierten Werk über den "Todesengel von Auschwitz" nahezu vollständig das Psychogramm eines MAssenmörders auf, dem bis zum letzten Tage jede Art von Reue und Einsicht fehlten-doch der Autor verfällt keineswegs auf die Richtung Mengele eben als die Reinkarnation des absolut Bösen darzustellen. Ihm gelingt es das Bild eines Menschen zu fassen, der aus guten Hause stammend, studieren durfte, was ihm lag, niemals zu einer echten Beziehung fähig scvhließlich seine gestörte Persönlichkeit unter den Bedingungen des Nationalsozialismus voll ausleben konnte.

Das BUCH ist keine leichte Kost und dennoch relativ leicht geschrieben.

ALs FAZIT muss ich sagen haben mich zwei Stellen des Buches am meisten getroffen-einmal am Ende, als der Autor mutmaßt, dass Mengle, wenn er sich in den 1950ern gestellt hätte, nicht mehr die Todesstrafe erhalten hätte, sondern nach 15 Jahren wieder auf freien Fuß gewesen wäre. Und zum zweiten: Mengele wäre nie ohne die Bedingung des 3.Reiches zum Todesengel geworden, er wäre ein kleiner, verschrobener Arzt geworden und sonst nicht.
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