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Joschka Fischer
 
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Joschka Fischer [Gebundene Ausgabe]

Michael Schwelien
2.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 316 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455113303
  • ISBN-13: 978-3455113303
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 930.121 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michael Schwelien
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Er ist der beliebteste Politiker Deutschlands: Joschka Fischers unkonventionelle Biografie und die persönlichen und politischen Wandlungen des grünen Außenministers machen ihn zur schillerndsten Figur im deutschen Politikerreigen. Seine Karriere vom Frankfurter "Sponti" bis hin zum deutschen Spitzenpolitiker, der die NATO-Bombardements gegen Serbien mitträgt, lässt die Gemüter nicht kalt. Gerade von ehemaligen Mitstreitern aus der links-alternativen Szene wird Fischer gerne kategorisch als "Verräter" beschimpft. Auch Michael Schweliens fachlich durchaus kompetenter Biografie Joschka Fischer - eine Karriere hätte etwas mehr Gelassenheit ihrem Protagonisten gegenüber gut getan.

Schwelien kennt Fischer noch aus den Frankfurter Sponti-Tagen, er ist mittlerweile Außenpolitikexperte und Reporter bei der ZEIT. Sein Drang, den Porträtierten zu "demaskieren" geht auf Kosten einer tief gehenden Einschätzung des Politikers und Menschen Joschka Fischer. Man erfährt in Schweliens Buch zwar allerhand Wissenswertes über das Post-68er Milieu in Frankfurt, über die Entstehungszeit der Grünen und den Kosovo-Krieg. Die Darstellung Fischers beschränkt sich allerdings darauf, den Grünen-Politiker als machtversessen und anpassungsfähigen Meister der Selbstdarstellung zu zeigen.

Sätze wie "Joschka Fischer war [...] schon in seiner Jugend kein Pazifist, er war schon immer zum Kampf bereit" schmecken nach billiger Denunziation. Fischers Zustimmung zum NATO-Bombardement letztlich mit einem selbstverliebten "Flirt" mit der amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright zu begründen ist geradezu hanebüchen. Kleine Seitenhiebe, etwa auf Fischers "angenommenen Frankfurter Dialekt" oder das Selbstinteresse der Frankfurter Hausbesetzer "schnell und billig an eine große Wohnung mit hohen Decken und Stuck zu kommen" sind kindisch und deplaziert. Sämtliche politischen Entscheidungen Fischers auf dieselben "Charakterschwächen" zurückzuführen wirkt auf die Dauer ermüdend und unprofessionell.

Sicherlich ein interessantes Thema, die politische Wandlung Fischers über drei Jahrzehnte hinweg zu verfolgen, ein Weg, der gerade auch für den gegenwärtigen Zustand der deutschen Linken sehr bezeichnend ist -- und doch verschenkt Schwelien die Chance zu einer fruchtbaren Analyse, weil es ihm lediglich darum zu gehen scheint, Fischer als Opportunisten zu charakterisieren. Trotz allem ist das Buch lesenswert: Die Fülle an gut recherchierten Informationen über Fischers Werdegang bieten reichhaltiges Material für eigene Überlegungen. --Selina DeNiro

Neue Zürcher Zeitung

Der Aussenseiter als Aussenminister

Die Karriere des Joschka Fischer

Er hat einen Kosenamen, den auch die Kinder in Kosovo rufen. Der Mann fasziniert – und macht doch misstrauisch. Nicht so sehr die (längst nicht mehr existente) Bourgeoisie, die man einst bekämpfte, als vielmehr die früheren Genossen. Beste Voraussetzungen also, sich zwischen alle Stühle zu setzen. Stattdessen aber führt Joschka Fischer, seit zwei Jahren deutscher Aussenminister, nahezu unangefochten die Beliebtheitsskala deutscher Politiker an. Diplomaten und Politiker in aller Welt bescheinigen ihm einen glänzenden Stil. Den «ungewöhnlichsten Politiker seiner Generation» nennt ihn denn auch der neue «Zeit»-Herausgeber Joffe. Eine Annäherung ohne Anspruch auf letzte Wahrheit an diesen Wandlungskünstler versucht der «Zeit»-Reporter Michael Schwelien, der ihn noch aus jenen linken Tagen kennt. Keine geordnete Biographie im üblichen Sinne, sondern biographische Episoden und Analysen, amüsant, respektlos und überaus kurzweilig zu lesen, wenn auch mit Wiederholungen. Zugleich ein Buch über jene Zwitterjahre der Ausläufer der Studentenbewegung mit ihren süssen und gefährlichen Illusionen.

Durch Anpassung zur Macht

Der Aussenminister fast ein Popstar. Vom Taugenichts ohne Schulabschluss, mit abgebrochener Photographenlehre, zum Spontifex Maximus der Frankfurter Szene und Matador der Grünen. Man reibt sich die Augen angesichts dieser Karriere. Doch was gemeinhin als respektables Phänomen der Häutungen vom Rebellen zum Staatsmann erachtet wird, erklärt der Autor als eher typisches Symptom der Überanpassung dieses Sohnes eines aus Ungarn vertriebenen katholischen Metzgers aus dem Schwäbischen. In der Tat liegen die Zeiten lange zurück, als «Joschka» Politiker respektlos titulierte wie den damaligen Bundestagspräsidenten («Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch»). Dabei sucht der Autor dem nun zum vierten Mal verehelichten Revoluzzer von einst neben einem Hang zum Biederen nichts anderes als machtversessenen Opportunismus nachzuweisen. Der Gedanke, dass ein Mann in dieser Rolle auch wachsen und reifen könnte, liegt ihm fern. Allzu nahe liegt da der Vergleich mit der sprichwörtlichen amerikanischen Tellerwäscherkarriere eines Bill Clinton.

Testfall Kosovo

Insbesondere hält Schwelien Fischer, dem Vertreter einer ehemals pazifistischen Bewegung, der in den Zeiten seiner Frankfurter «Putzgruppe» selbst alles andere als zahm mit der Staatsmacht umging, dessen Bellizismus vor. So habe er sich in den entscheidenden Wochen vor dem Jugoslawien-Krieg der Nato zu wenig engagiert, den von den USA gewollten Krieg abzuwenden. Kritisiert werden vor allem seine erstaunliche Annäherung an die Nato und die USA, denen die deutsche Linke stets ambivalent – nämlich in bewundernder Ablehnung – gegenüberstand, und sein exzellentes Verhältnis zu «Madeleine», der aus Tschechien stammenden Aussenministerin Albright.

Dies alles ist nicht von der Hand zu weisen, wobei Schwelien mit keinem Wort eine Alternative andeutet. Zudem ist klar, dass Fischer, hätte er die amerikanische Führungsrolle, Rahmen bundesrepublikanischer Einbettung nach dem Krieg, nicht akzeptiert, von Gerhard Schröder kaum zum Vizekanzler bestellt worden wäre. Und damit wäre es nichts geworden mit dem ersten rot-grünen Experiment auf nationaler Ebene. Schliesslich zeigt die Karriere Fischers aber – nach der Ära Brandt - Wehner - Schmidt – den erneuten Wandel der Bundesrepublik. Man erinnere sich nur: Mit welcher Abscheu war die alte Bourgeoisie einst Männern wie Willy Brandt und Herbert Wehner begegnet, die wegen ihrer sozialistischen Vergangenheit oder wegen gescheiterter Ehen als «Vaterlandsverräter» und Hallodri gebrandmarkt wurden. Gemessen an deren NS-Verfolgung und Exil indes war Fischers «revolutionärer Häuserkampf» in besten Wohlstandszeiten ein Sandkastenspiel.

Konrad Watrin


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Wer ist das? Kind einer deutschstämmigen Familie, die am Ende des zweiten Weltkrieges aus Ungarn vertrieben wurde, Schulabbrecher, Ausreißer, der von daheim abhaut und bis Kuwait trampt, Mitglied der Frankfurter Sponti-Szene mit starkem Hang zu Randale und Gewaltlosigkeit, verurteilter Randalierer, dann plötzlich Trittbrettfahrer einer ökologisch-pazifistischen Partei, ohne dass er mit Ökologie oder Pazifismus irgendetwas am Hut gehabt hätte, dann aufgrund seiner großen Klappe und seiner Intelligenz ehe man sich versieht mediales Aushängeschild dieser Partei und als solcher Mandatsträger, Oppositionsführer, Minister, Außenminister und wenn er nicht gestorben ist, lehrt er noch heute als ehrenwerter Professor auf vornehmen amerikanischen Universitäten. Richtig, die Rede ist von Joschka Fischer, einer der erstaunlichsten Figuren der bundesrepublikanischen Geschichte, die neben all diesen rastlosen Aktivitäten auch noch die Zeit gefunden hat, fünfmal zu heiraten ( bei Redaktionsschluss des vorliegenden Buches waren es zwar nur vier Ehen, aber eine ist inzwischen hinzugekommen, und es wird sicher nicht die letzte sein.).

Der Zeit Reporter Michael Schwelien hat in dem vorliegenden Buch versucht, sich dieser erstaunlichen Gestalt streng objektiv ohne Heldenverehrung und unpejorativ zu nähern.In dreizehn Kapiteln wird das Leben Fischers dabei nicht chronologisch sondern systematisch entfaltet - ein Abschnitt beschäftigt sich zum Beispiel mit Fischers Sponti- und RAF-Phase, ein anderer mit Fischer und den Frauen", ein nächster mit Fischer und der Außenpolitik, es folgen Fischer und der Kosovo Krieg, Fischer und sein Aufstieg bei den Grünen und so weiter. Auch wenn sich jedes dieser Kapitel absolut gut liest, wird leider durch diese Art der Darstellung die nahe liegende und verlockende Chance vertan, anhand der Biographie Fischers gleich noch eine andere Geschichte der Bundesrepublik vorzulegen. So erscheinen die gleichen Personen in den unterschiedlichsten Kontexten, zwischen den Zeitebenen wird andauernd hin und her gesprungen, was dem politisch Informierten vor keine unlösbaren Probleme stellen, den Leser, dem es nur nach einer Einführung verlangt, aber etwas verwirren wird. Nur bei der Darstellung und dem Vergleich der beiden Alphatiere Joschka Fischer und Gerhard Schröder bewährt sich dieses Verfahren aus das Glänzendste, und die vergleichende Charakteristik dieser beiden egomanischen Solipsisten ( Konrad Adam ) gehört zu den Stärken des Buches. Es ist schon beachtlich, welche lange Reihe von Gegnern und Konkurrenten der Gert und der Joschka gleichermaßen hinter sich ließen, ehe sich die beiden in den höchsten Staatsämtern wiedertrafen

Hervorzuheben allerdings ist die kühle Objektivität, mit der sich Schwelien seinem Thema nähert. Anders etwa als die hagiographische Lebensbeschreibung, die der ehemalige Pressesprecher Bela Anda seinem Chef Gerhard Schröder zukommen ließ, verschweigt Schweln dem Leser auch nicht die Brüche, Unstimmigkeit und Unwahrheiten in der Fischer ´schen Biographie - etwa die bis heute nicht ganz aufgeklärte Beziehung des jungen Fischer zur RAF-Terrorszene, die Einseitigkeiten bei der Kosovo-Politik und die bedenkenlose Manipulationsneigung des Machtmenschen Fischer. Und ob unserer ehemaliger Außenminister tatsächlich die geistige Statur besitzt, die ihm die Medien andichten, wird man - denkt man nur an Fischers absurden Vergleich des Kosovo mit Auschwitz - gemeinsam mit dem Autor durchaus bezweifeln können. Auf der anderen Seite aber wird auch deutlich, dass Fischer eine weltfremde Gutmenschenpartei wenigstens seit seiner Zeit als Außenminister und Vizekanzler teilweise an die Realitäten des internationalen politischen Systems herangeführt hat. Doch man wird aber auch festhalten müssen, dass dieser Exponent eines postmaterialistischen Lebensgefühls mit der plebejischen Wucht seiner Erscheinung dazu beigetragen hat, dass unser Gemeinwesen sich mit dem Durchbruch dieser libertären Werte eine ganze Latte von Existenzproblemen aufgebürdet hat, die die nächsten Generation ohne sichere Energieversorgung, ohne eine ausreichende Zahl von Kindern und ohne innere Sicherheit wird abtragen müssen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thomas
Format:Gebundene Ausgabe
Schwelien schreibt nicht die bloße Biographie des Vizekanzlers, sonder analysiert den perfekten Alt68er und vermeintlichen Rebellen von allen Seiten.

Ich bin beeindruckt, dass man obwohl der vielen - teils von Fischer selbst - herausgegebenen Bücher noch so spannend unterhalten und v.a. informiert werden kann.

Die Ups and Downs, privat wie beruflich; die gescheiterten Anfänge und die erfolgreichen Bilanzen dieses Ausnahmepolitikers schreibt der Zeit-Journalist so, dass auch der Leser sich ein aktuelles und korrigiertes Bild über Joschka F. machen kann.

Viel Spass

Thomas Zuehlke Meerbusch

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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Je weiter man im Buch voranschreitet, desto deutlicher wird, daß der Autor gar nicht so sehr Joschka Fischer beschreiben möchte, sondern eigentlich seine eigenen Ziele verfolgt. Er sucht eine fast persönliche Abrechnung mit dem Außenminister. Fischer wird immer wieder aus Sicht eines 68ers beurteilt, der ihm wohl schon damals hinterher gelaufen ist, ohne ihn je zu erreichen. Schlimmer noch, das Buch verfehlt Fischers Entwicklung aufzuzeigen. Es versucht zu vermitteln, daß einer, der aus den Geschehnissen der letzten 30 Jahre viel gelernt hat, letztlich ein Verräter an der Sache ist. So wird er immer wieder an den Werten der späten 60er Jahre gemessen. Natürlich kann man dem Autor nicht vorwerfen dieser Sozialnostalgie nachzuhängen, doch hätte er dies fairer Weise im Titel oder auf der Buchrückseite deutlich machen müssen. Dass dies nicht geschehen ist legt nahe, daß er von der Popularität Fischers profitieren möchte. Seinen negativen Höhepunkt erreicht das Buch in einem Vergleich Fischers mit Jörg Haider. Soviel Ignoranz ist kaum entschuldbar. Leser, die an der tatsächlichen Entwicklung interessiert sind, die Fischer durchgemacht hat, um vom Sponti zum auch international respektierten Politiker zu werden, müssen sich leider noch gedulden.
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