Nachdem timediver® bereits im März 2010 hervorragende Erfahrungen mit "
Israel und Palästina" gemacht hat, war er besonders gespannt auf "Jordanien", das der Autor Wil Tondok zusammen mit seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau Sigrid erstmals im Jahre 2001 veröffentlicht hatte.
Die im März 2010 veröffentlichte 5., neu bearbeitete und komplett aktualisierte Ausgabe stellt mit ihren 372 Seiten (gegenüber 335 der Erstauflage) das derzeit aktuellste und umfangreichste Reisehandbuch für das "Haschemitische Königreich" dar....
....welches in insgesamt neun Kapitel und einen Anhang untergliedert ist. Während das erste Kapitel "Alles über Reisen in Jordanien" und das zweite "In Jordanien zurechtkommen" allgemeinen Hinweisen (Reisevorbereitungen, Routenplanung, allgemeinen Verhaltensweisen, Essen, Trinken, Unterkunft pp.) und Tipps gewidmet sind, befasst Kapitel 3 auf 37 Seiten mit "Land und Leuten". Besonders hilfreich bei der Reiseplanung sind die Empfehlungen für "Die Top Ten Ziele" (Seite 23) . Die "Tipps für Pechvögel" (S. 63) möge der Reisende jedoch nicht benötigen.
Alleine 17 Seiten geben einen Abriss über die mehr als 5000jährige Geschichte der Region.von der "grauen Vorzeit" bis zum heutigen Staat al-Mamlaka "Al-Urduniyya al-Haschimiyya". Mit wird der Bezeichnung "Karawanenstaat" (S. 282) kann das knapp drei Jahrhunderte bestehende Nabatäerreich kaum treffender charakterisiert werden. Gelungen ist auch eine Übersicht über die im heutigen Jordanien befindlichen fünf Kreuzritterburgen "Mons Realis", "Tafila", "Kerak", "Le Vaux Moyse" und "Jezirat Faraoun" (S. 255). Neben den Menschen in Jordanien, zu denen neben den Beduinen auch die aus ihrer Heimat vertriebenen Palästinenser gehören, werden des politische System, Militär, Bildung, Frau und Ehe, Wirtschaft, Religionen sowie die Landschaften, Flora und Fauna, und Umwelt einer näheren Beschreibung unterzogen.
Während die Kapitel 4 "Amman und Umgebung" beschreibt und 5 "Amman - Praktische Informationen" gibt, sind die nachfolgenden Kapitel "Der Norden", "Wege nach Süden", "Die Nabatäerstadt Petra" und "Der tiefe Süden" mit Touren durch das Land verbunden.
Mit der Vergabe von bis zu vier Sternen wurde nicht nur der Priorisierung der archäologisch-historischen und religiös-kulturellen Bedeutung Stätten, sondern auch den Naturwundern, wie dem Toten Meer, dem Wadi Rum etc., Rechnung getragen. In den einzelnen Kapiteln sind die jeweiligen Orte und Objekte unter der Überschrift "Sehenswertes" in einem übersichtlichen, hellgelb unterlegten Kasten zusammengestellt. Neben einer Vielzahl nützlicher Karten, Stadtpläne und Übersichtsskizzen gibt es, in hellgelb unterlegten Kästen, Essays zu Themen wie "Die Haschemiten" (S. 84.), "Abdullah II" (S. 87), "Die Omayaden" (S. 206), "Die Mescha- oder Moab-Stele" (S. 235), "Liste der nabatäischen Könige" (S. 282) usw. Die örtlichen Hotels und anderen Unterkunftsmöglichkeiten wurden jeweils auf hellblauem Grund zusammengestellt.
Ab Seite 347 bietet ein Anhang noch ein Glossar, einen Minisprachführer und einem äußerst nützlichen Index. Der Nutzen einer alphabetischen Zusammenstellung (deutsch-arabisch) von Begriffen und Ortsnamen erweist sich dagegen als gering. Von exzellenter Ausführung ist jedoch der abschließende Atlas mit seinen acht ganzseitigen Autokarten.
Ein wertvoller Tipp findet sich auf Seite 244, wonach man zur Erkundung der finsteren Gewölbe der Kreuzfahrerfestung Kerak eine Taschenlampe mitnehmen sollte. Entgegen dem Hinweis, dass ab Herbst 2010 für die Rückfahrt zum Ausgang des UNESCO Welterbes Petra ein Shuttlebus bereitstehen wird (S. 287), ist von einem solchen auch momentan noch nichts zu sehen. Da der holprige Ritt auf einem Kamel oder Pferd nicht Jedermanns Sache ist, sollten die eigenen körperlichen Kräfte besonders hinsichtlich einer weiterreichenden Exkursion bis zum "Großen Opferplatz" nicht überschätzt werden. Der einige hundert Meter tiefer gelegene "Äußere Siq" kann sich leicht, besonders in der Sommerhitze als "Falle" erweisen. Ein guter Hoteltipp ist das "Petra Palace" (S. 311), der nur wenige hundert Meter vom Eingang zur einstigen Metropole der Nabatäer entfernt ist, mit dem Angebot einer Bierbar. Das in Amman gebraute "Philadelphia Beer" findet sich recht selten, ist jedoch eine preiswerte Alternative zum Hotelausschank, bei dem für einen halben Liter mehr als 5 Euro verlangt werden. Ein besserer Tipp ist das bei Aqaba, kurz vor der saudiarabischen Grenze, befindliche "Radisson Blu Tala Bay Hotel" (S. 346) in dem ich einige Tage von meiner strapaziösen Syrien-Jordanien Rundreise relaxe und dank funktionierendem und kostenlosem WirelessLan meine Rezensionen posten kann.
Die Vielfalt logisch strukturierter Informationen haben das derzeit aktuellste Reisehandbuch für Jordanien bereits zu einem Klassiker gemacht, der mit 5 Amazonsternen zu bewerten ist.