Musik, so schön, dass man weinen könnte, so etwas gibt es? Ja, Jorane schafft es, einen solchen Zauber aufzubauen.
Das hier vorliegende Album stellt ein best-of ihrer bisherigen Werke dar. Das heißt, man bekommt einen sehr vielfältigen Eindruck ihrer musikalischen Bandbreite. Und die ist groß. Sie reicht von einfach wunderschön gesungenen Balladen zu jazzigen Stücken. Dass sie meistens nur Laute singt, ist eher irrelevant, da ihre ganze Ausdrucksstärke in der Musik liegt, da ist Text unnötig. So ist gerade das so faszinierend, dass sie ihre Stimme eigentlich nur als Instrument einsetzt, was in Kombination mit ihrem Cello sehr mächtig ist.
Um ein Album dieser Bandbreite zu verarbeiten, bedarf es schon mehrerer Hördurchgänge. Allerdings nimmt einen schon das erste Anhören völlig gefangen, man kann kaum die Eindrücke ordnen, so überwältigt ist man. Die Faszination dieser Musik kann ich nur mit Tori Amos vergleichen, die einen ähnlichen Zauber schafft. Jorane allerdings orientiert sich nicht ausschließlich an Tori, sie geht ganz eigene Wege, die vielfältig und verschlungen sind.
Und diese Frau ist erst 26(!) und schon einige Jahre aktiv, was man ja hier in Deutschland nicht so recht mitbekommen hat. Es bleibt zu hoffen, dass sie noch lange Zeit aktiv bleibt, denn von ihr ist großes zu erwarten.
Wer Jorane noch nicht kennt, sollte sich dringend dieses Album zulegen und auf ein musikalisches Feuerwerk gefasst machen, dass zu Tränen rühren kann.