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5.0 von 5 Sternen
Das Rätsel des Zauberwürfels, 3. Juli 2009
Jonathan kommt nach Hause und wundert sich: Alles ist still. Auch auf den Straßen, den Spielplätzen und in den Geschäften begegnet er keinem Menschen. Die Stadt ist wie ausgestorben Er scheint plötzlich ganz allein auf der Welt zu sein. Im menschenleeren Supermarkt schält er sich eine Banane und stößt auf eine geheimnisvolle Botschaft: "Hüte dich vor der gelben Gefahr."
Langsam bekommt es Jonathan mit der Angst zu tun, als er einen Zwerg mit gelblicher Haut auf dem Parkplatz entdeckt, der würfelt. Der Zwerg ärgert sich über seine geworfene Sechsen. Mit Erstaunen fällt Jonathan auf, dass der Würfel auf jeder Seite sechs Punkte hat. Seine Neugierde siegt und Jonathan beginnt mit dem Zwerg über den Sinn zu diskutieren, mit einem Würfel zu spielen, der nur Sechsen hat . Bald wird ihm klar: Hier handelt es sich nicht um ein Spiel. Die Lage ist ernst. Will er die anderen Menschen retten, muss er mit dem Würfel eine Sieben werfen.
Gelbe Zwerge vom Planeten Sykk haben beschlossen, auf die Erde umzuziehen, weil es hier so leckere Bananen gibt. Da es sich um einen Planetentausch handelt, müssen sie die Menschen nach Sykk bringen. Auf dem Fußballfeld steht das Raumschiff, in dem schon alle Menschen sitzen - bis auf Jonathan. Der entscheidet sich für einen Trick, malt auf einer Seite noch einen Punkt dazu, würfelt und alles ist wieder wie vorher.Hat Jonathan alle Menschen vor der gelben Gefahr gerettet oder handelt es sich um einen verrückten Traum? Kurz bevor die Geschichte begonnen hat, ist Jonathan auf einer Bananenschale ausgerutscht....
Dieses originelle Bilderbuch ist voller Spannung und Geheimnisse. Mal unheimlich und gruslig, mal humorvoll und augenzwinkernd entführt der Autor den Leser in eine surrealistischen Science Fiktion Welt. Wie schon in früheren Werken, gelingt es Gaarder Kindern und Erwachsenen auf eine angenehm charmante und kreative Weise philosophische Denkanstöße zu geben und versteht es seine Leser zu fesseln.
Eine skurrile Geschichte, die sich ideal zum Vorlesen eignet, da die Zuhörer immer wieder in den Disput des Protagonisten mit dem Zwerg einmischen können, ohne dass man den Faden verliert oder die Kindern langweilig wird. Die Vielschichtigkeit der Geschichte lässt viel Raum für Fantasie und Rettungspläne.
Ohne die Fantasie von Peter Schössow, wäre das Buch höchstens halb so schön. Seine Illustrationen schaffen eine geheimnisvolle, unheimliche Atmosphäre mit bemerkenswerten Licht- und Schatteneffekten und einer ungewöhnlichen Farbwahl mit überwiegend Gelb- und Brauntönen. Dem Illustrator ist es gelungen, die Gefühle und Stimmungen in der Geschichte ins Bild zu setzen. Die skurrilen Figuren, die an Roboter in zu großen Hosen erinnern, und die auf das wesentliche reduzierte Kulissen wirken auf der einen Seite technisch, sachlich und kalt, auf der anderen Seite kindlich, warm und witzig. Die Bilder erstrecken sich großzügig jeweils über Zweidrittel einer Doppelseite und können dadurch ihre volle Wirkung entfalten.
Fazit: Ein außergewöhnliches und spannendes Bilderbuch für Kinder ab 6 Jahren.
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5.0 von 5 Sternen
Die gelbe Gefahr, 21. August 2008
Sein Bestseller "
Sofies Welt: Roman über die Geschichte der Philosophie" hat ihn bekannt gemacht. Auch Kinderbücher für die Kleinsten zählen zu seinem Repertoire (u. a. "
Das Schloss der Frösche" oder "
Hallo, ist da jemand? ( Ab 8 J.)"). Sie alle katapultierten Jostein Gaarder zum erfolgreichsten norwegischen Schriftsteller aller Zeiten.
Philosophisch kommen sie immer daher. Der Autor beschreibt in seinen Geschichten wie wenig wir Menschen manchmal Dinge hinterfragen und sie einfach nur tun. Sei es aus Gewohnheit, Angst oder vielfach nur mangelndem Interesse.
Gaarder denkt sich übrigens seine Geschichten beim Wandern aus. "Wenn ich meinen Körper nicht bewege, kann ich auch meine Gedanken nicht bewegen", sagte er in einem Interview. "Geh' nicht um Probleme herum, sondern durch sie hindurch (...) Das ist meine Nachricht."
Und vielleicht ist er dabei gleichfalls auf einer achtlos hingeworfenen Bananenschale ausgerutscht, so wie sein Buchheld Jonathan. Denn noch bevor der eigentliche Text beginnt, sieht man den kleinen Jungen nach Hause eilen und - flutsch - unter einer Bananenschale die Haftung zum Boden verlieren und unsanft auf selbigem landen. Da tanzen schon Mal die Sternchen um den Kopf. Doch offensichtlich ist alles glimpflich abgegangen.
Oder vielleicht doch nicht?...
Eigentlich trifft Jonathan nie gern als erster zu Hause ein. Zu gruselig ist die große leere Wohnung. Aber heute ist alles noch viel unheimlicher. Das Telefon ist stumm, im Treppenhaus ist kein Geräusch zu hören. Auch auf der Straße - keine Menschenseele, kein Auto. Verzweifelt schnappt sich der kleine Bursche eine Banane aus dem Regal des ebenfalls menschenleeren Supermarktes. Als er sie schält, entdeckt er auf der Innenseite der Schale den Spruch: "Hüte dich vor der gelben Gefahr!" Er bekommt es mit der Angst zu tun und rennt aus dem Markt.
Und da sieht er ihn, einen gelben Zwerg, mit Haut wie aus Gummi. Er sitzt auf dem Asphalt und würfelt. Aber mit was für einem Würfel: er hat nur Sechsen! Und was er andauernd murmelt: "Dann entkommen sie eben nicht. Dann können wir sie eben nicht laufen lassen." Irgendwie scheint dieser eigenartige Würfel etwas mit dem Verschwinden der Menschen zu tun zu haben. Der gelbe Wicht erklärt es nach einigem Zögern: Nur mit einer gewürfelten Sieben können sie gerettet werden und auf die Erde zurück. Denn sie sollen nach Sykk, den Heimatplaneten des gelben Zwerges. "Das gelbe Volk hat beschlossen, ihn gegen den Planeten der Menschen einzutauschen. Weil bei euch so leckere Bananen wachsen."
Kurze, kindgerechte, philosophische Dispute des pfiffigen Jungen mit dem Zwerg bestimmen den weiteren Handlungsverlauf. Da geht es um den Rand des Möglichen und die Grenze zum Unmöglichen oder um gute Pläne. Letztendlich hilft jedoch nur eins, denkt sich der aufgeweckte Knirps. Dann muss man eben schummeln. Und er malt einen neuen schwarzen Punkt auf seine Würfel, genau in die Mitte der Sechs und würfelt...
"In vielleicht allen meinen Büchern gibt es zwei Niveaus, ich meine, zwei verschiedene Geschichten. Es gibt immer eine fantastische Geschichte und einen realistischen Hintergrund.", erklärt der norwegische Autor. Und während der Leser - zumindest der erwachsene - bald begreift, dass der kleine Jonathan den Sturz auf der Bananenschale wohl doch nicht so ganz unbeschadet überstanden hat und die Geschichte erträumt, erlebt ein Kind, das diese Erzählung liest - oder besser: vorgelesen bekommt - zuerst einmal ein spannendes und geheimnisvolles Fantasy-Märchen. Und weil Jostein Gaarder seine kleinen und großen Leser wieder einmal mit vielen anspruchsvollen Gedanken beschäftigt, ist es sicher sinnvoll, Kindern dieses Buch nicht einfach in die Hand zu geben, sondern es ihnen vorzulesen und immer wieder einmal über einzelne Passagen gemeinsam nachzudenken und miteinander zu sprechen.
Eine vergnügliche Erzählung ist entstanden, mit einer wunderbaren Mischung aus Witz, Charme, philosophischen Gedanken, aber auch aus Träumen, Realität und Fantasie, die durch die großartigen Illustrationen des Bilderbuchkünstlers Peter Schössow eine zusätzliche Aufwertung erfahren. Er hat Gaarders Geschichte mit großformatigen Zeichnungen in abgedunkelten, gelblich-braunen Farben ausgestattet und den Personen der Handlung in kräftigen Strichen Gestalt gegeben. Auffallend sind die dünnen Beine aller Akteure, die in viel zu weiten Hosen stecken. Aber trotz seines sparsamen Zeichenstrichs weisen sie eine ausgesprochen aktive Mimik auf und geben einen wunderbaren Einblick in ihr Seelenleben.
Fazit:
Tiefsinn und Leichtigkeit, Ernst und Heiterkeit halten sich auf zarte Weise in diesem Kinderbuch von Jostein Gaarder die Balance, das erneut viele philosophische Hinterfragungen parat hält. Ein Buch voller Geheimnisse, die das Lesen spannend machen und welche sich nach und nach auflösen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
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Was wollen nur diese gelben Aliens von uns?, 4. Dezember 2008
Nein, damit hätte der kleine Jonathan nun wirklich nicht gerechnet, aber in der merkwürdig einsamen Stadt begegnet er einem kleinen gelben Männchen, der sich sofort als Bewohner des Planeten Sykk zu erkennen gibt und dem Jungen erklärt, dass die Sykker sich zu einem Planetentausch mit den Erdmenschen entschlossen haben, weil es hier so leckere Bananen gibt. Die Erdbewohner konnte man allerdings nicht erst befragen, für deren Abtransport steht jedoch schon ein Raumschiff bereit, wo auch Jonathans Freunde schon drinsitzen. Oh je, was ist nur zu tun, wenn man die Erde beim besten Willen nicht verlassen möchte? Diese wunderbare kleine Geschichte erzählt der Norweger Jostein Gaarder mit viel Gefühl und traumwandlerischer Sicherheit für die Unterhaltungsbedürfnisse von Lesern aller Altersgruppen und erst so richtig schön wird das beim Hanser Verlag erschienene Buch Jonathan und die Zwerge aus dem All" durch die farbenfrohen und lange im Gedächtnis haften bleibenden Bilder von Peter Schössow. Und ob am Ende alles nur ein Traum war? Unbedingt lesen und selbst sehen!
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