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Jonathan Strange & Mr. Norrell spielt im England des 19. Jahrhunderts, in einer Zeit also, in der das Zaubern schon nichts mehr geholfen hat -- ganz im Gegensatz zu jener verloren gegangenen Epoche, als der ebenso große wie dunkle Rabenkönig das ganze Land mit seiner Magie überzog. Jonathan Strange ist ein junger Zauberer, der sich von der rätselhaften Macht seines Vorgängers verzaubern lässt -- sehr zum Ärger seines brillanten Lehrmeisters Mr. Norrell, der sogar Steine zum Sprechen bringen kann. Zwischen dem eifersüchtigen Norrell und seinem merkwürdigen Schüler kommt es zum Duell der Giganten, bei dem mehr auf dem Spiel steht als ihre Partnerschaft.
Bis 2003 war die britische Schriftstellerin Susanna Clarke Kochbuchlektorin im renommierten englischen Kochbuchverlag Simon & Schuster; Jonathan Strange & Mr. Norrell ist ihr erster Roman. Und dieses Debüt ist absolut erstaunlich. Denn Clarke mixt die Zutaten ihres zauberhaften Mixes derart professionell, dass man nur staunen kann. So hat Clarke mit Jonathan Strange & Mr. Norrell ein blendend geschriebenes und mit magischen Einfällen gespicktes Debüt über die Macht der Worte und die Kunst teils gefährlicher Verführung aus dem Hut gezogen, die sich nicht von ungefähr im Umfeld der Kriege gegen Napoleon entlädt. Große, opulente, zauberhafte -- und von Anette Grubert gemeinsam mit Rebekka Göpfert ausgezeichnet ins Deutsche tradierte -- Erzählliteratur, die sich nicht nur der narrativen Strategien des 19. Jahrhunderts bedient, sondern dieses auch lebendig vor den Augen des Lesers wieder auferstehen lässt. --Isa Gerck -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Und es gibt sie doch...,
Rezension bezieht sich auf: Jonathan Strange & Mr. Norrell: Schwarze Edition (Broschiert)
Ja,ja, es gibt sie doch, die Magie. Und wo sonst als in Großbritannien, dem Zuhause von Merlin, J.R.R. Tolkien und Harry Potter, sollte sie vornehmlich zu finden sein?Ja, die Magie gibt es wirklich, zwar keine mi teiner in zwei Hälften gesägten Jungfrau und ohne rauchverschleiertem Hokus-Pokus, sondern eine Zauberei mit Tradition und Anspruch. Susanna Clarke schafft es, ihre Leser glauben zu machen, dass die Zauberei in England tatsächlich stattgefunden hat und dass ihre Protagonisten Strange und Norrell eigentlich nur etwas aufleben lassen, dass ohnehin schon die ganze Zeit existiert hat. Abgesehen von der Zauberei in der Geschichte scheint Clarke selber mit magischen Griffeln geschrieben zu haben. Die Worte, Sätze und Formulierungen, die sie auf die Seiten zaubert, sind wunderbar. Trotz der Länge des Buchs und der manchmal sehr ausführlichen Beschreibungen (außerdem ganz abgesehen von den zum Teil seitenlangen Fußnoten), wird man nicht müde , jedes einzelne Wort mitnehmen zu wollen und jede noch so kleine Anekdote oder Erklärung zu lesen. Durch die geschickte Einwebung historischer Personen und Geschehnisse versteht es die Autorin, ihrer Geschichte Authentizität zu verleihen, so dass der Leser sich am Kopf kratzend und stirnrunzelnd zu erinnern versucht, wo um alles in der Welt er schon einmal den Namen des Rabenkönigs gehört hat, der ihm auf eine gewisse Weise doch so bekannt vorkommt. Wer skurril-kuriose Geschichten mag, wer Bücher mit Atmosphäre liebt, wer von magischen Welten träumt und wer sich an wundervollen Formulierungen erfreut- für den ist dieses Buch ganz bestimmt das Richtige.(Am Besten natürlich gelesen in einem kuscheligen Ohrensessel vor einem knisternden Kaminfeuer in einem von knorrigen Bäumen umgebenen englischen Herrenhaus.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Sehr elegante Fantasy, teilweise sehr langatmig und detailliert. Man liebt oder hasst dieses Buch.,
Rezension bezieht sich auf: Jonathan Strange & Mr. Norrell (Broschiert)
Die Autorin Susanna Clarke hat mit „Jonathan Strange & Mr. Norrell“ ein Fantasy-Werk von epischem Ausmaß geschaffen: Ganze 1024 Seiten umfasst der Schmöker, der in den historischen Rahmen des frühen 19. Jahrhunderts eingebettet ist und der durch die Erzählweise und zahlreiche pseudo-wissenschaftliche Fußnoten teilweise geschickt den Anschein erweckt, ein Tatsachenbericht zu sein. „Ein Meisterwerk, das Tolkien Konkurrenz macht“ verheißt der Umschlag; und dieser unpassende Vergleich - denn die Bücher weisen keine Parallelen auf - dürfte eine falsche Erwartungshaltung in so manchem Leser wecken. An „Jonathan Strange & Mr. Norrell“ scheiden sich die Geister: Das Buch ist unbestritten feinsinnig geschrieben, besitzt feinen Humor und Ironie, erinnert in seiner Sprache teilweise wunderbar an Charles Dickens und Jane Austen. Die Handlung, die ja über 1000 Seiten füllt, ist jedoch stellenweise sehr langatmig und zieht sich sehr träge durch den Roman, für den man sich wirklich Zeit lassen sollte. Wer auf Seite 200 festgestellt hat, dass im Grunde genommen kaum etwas passiert ist, wird sich entweder enttäuscht abwenden oder er wird, bezaubert durch Sprachstil und Atmosphäre des Werks, weiter lesen. Es ist nicht so, dass auf 1000 Seiten überhaupt nichts geschieht, jedoch besitzt die sehr ausführliche Schilderung auch kleinster Details zu keiner Zeit Dynamik, es wird eher wenig gehandelt, sondern viel mehr beschrieben und vor allem gesprochen. Spannungsmomente kommen so nicht auf, und wenn, dann eher subtil und mystisch.„Er sprach nur selten von Zauberei, und wenn er es tat, dann klang es wie Geschichtsunterricht, und kaum jemand hörte ihm zu.“ – Mit diesem Zitat wird Mr. Norrell im Roman charakterisiert, und ähnlich fühlt sich bisweilen der Leser, wenn er sich in seitenlangen Fußnoten verliert. Es ist schwierig, ein allgemeines Urteil über „Jonathan Strange & Mr. Norrell“ zu fällen. Unbestritten gelungen sind Sprache, Stil und Atmosphäre dieses sorgfältig aufbereiteten Fantasywerks, opulent und wunderschön sind die Beschreibungen aus dem England des 19. Jahrhunderts, und man amüsiert sich über den trockenen Humor. Auch die Charaktere, die das Buch bevölkern, sind außergewöhnlich und interessant, wenn auch teilweise ebenso trocken wie Mr. Norrell – man hat häufig das Gefühl, dass die Romanfiguren still stehen, dass sie seitenweise gar nichts tun. Manche Leser, vor allem diejenigen, die eine aktiv voranschreitende Handlung mit Momenten der Spannung und Kraft erwarten, werden den Roman sicherlich als entsetzlich träge und langatmig empfinden. Der Roman in der Taschenbuchfassung, zum fairen Preis von 14,95 Euro erschienen im Berliner Taschenbuch Verlag, lohnt dennoch definitiv einen Blick – schon allein, weil so viel von ihm gesprochen wurde - und bietet Lesestoff für Freunde von dicken Wälzern, die elegante Fantasy für Erwachsene mögen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zauberei und englische Gentlemen,
Von A. Kischel "andrea1111" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Jonathan Strange und Mr Norrell. Roman (Gebundene Ausgabe)
Man mag gar nicht mehr aufhören zu lesen - dieses Buch ist phantasievoll, skurril und komisch, die Handlung ist abwechslungs- und temporeich, und spannend ist es, und hervorragend geschrieben noch dazu, die Sätze gleiten in einem weichen Rhythmus ineinander über, und man liest weiter und immer weiter....Aufgebaut ist das Buch wie ein Historienroman, es handelt vom Krieg gegen Napoleon, von den Gesellschaften des englischen Adels, von Problemen mit den Dienstboten, von Möbeln und der besten Einrichtung der Häuser, von Sklaven, von der Ehe, von der Unzufriedenheit der Leute mit der Regierung, kurzum, vom Leben zu Anfang des 19. Jahrhunderts in England. All das wird beschrieben - nur sind da eben noch die Zauberer, und die Elfen und all die Gentlemen, die sich mit der theoretischen Zauberei beschäftigen. Und immer wieder gibt es unzählige Fußnoten und Anmerkungen zur Geschichte und Literatur der Zauberei, und manchmal sind es seitenlange Fußnoten mit weiteren Geschichten innerhalb der Geschichte - großartig gemacht von der Autorin - und spätestens nach hundert Seiten glaubt man selber fast an Zauberei. Sehr schön entsprechen im übrigen auch Stil und Sprache der Zeit, in der der Roman spielt - ein weiterer großer Charme des Buches. Am besten hat mir jedoch der subtile englische Humor in diesem Roman gefallen - ganz wunderbar zum Beispiel die Szene, in der Mr. Norrell seine Zauberkünste den Ministern des Parlaments anbietet, um England im Krieg gegen Napoleon zu unterstützen - erst wissen die Minister nichts rechtes mit der Zauberei anzufangen, aber dann entwickeln sie eine absurde Idee nach der nächsten und streiten und diskutieren darüber tage- und wochenlang. Und gleich zu Beginn, als ein neuer Gentleman in die ehrenwerte Gilde der (theoretischen) Zauberer aufgenommen wird, und er in seiner Antrittsrede ganz harmlos die Frage aufwirft, warum denn die praktische Zauberei nicht mehr ausgeübt werden würde - worauf sich tumultartige Szenen unter den sonst so ehrenwerten Gentleman-Zauberern abspielen... - ganz wunderbar und unendlich komisch! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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