Das Buch ist eine der besseren Biographien. Kern ist ein Interview mit Kaufmann und seiner Frau Margarete Joswig, das durch das ganze Buch führt. Daneben kommen Künstlerkollegen ausführlich zu Wort. So entsteht ein kurzweiliges und vielschichtiges Porträt des Startenors. Man bekommt einen Einblick in die (Künstler-)Person und insbesondere in die Arbeitsweise Jonas Kaufmanns. So erzählt er von den Lerntechniken seiner einstigen Lehrer Rhodes, Deutsch und Hotter. Oder von seiner Herangehensweise an neue Rollen: das Nutzen persönlicher Erfahrungen, um Opernfiguren ausfüllen zu können. Mit Erfolg, ist m. E. doch offensichtlich, dass Kaufmann neben dem gesanglichen auch tatsächlich ein herausragendes spielerisches Talent hat. Und er beraubt sich nicht der Möglichkeit zu wachsen, ruht sich auf dem Erreichten nicht aus. Sympathisch ist, dass er im Buch auch auf Momente zu sprechen kommt, die nicht unbedingt ein Ruhmesblatt seiner Karriere sind, etwa wenn er bei seinem Met-Debüt in eine Wandlampe hineinstolpert.
Ein Wort zur physischen Qualität ist nötig: die Bindung des Buches ist katastrophal! Billig zusammengeklebt, schnell schiefgelesen und eine um die andere Seite verlierend. Und das zum Preis eines ordentlichen Hardcovers. Da hätte es auch eine ordentliche Bindung sein dürfen. Sein müssen.