Genre: Comic bzw. Mystery-Action-Western. Jonah Hex basiert auf einer DC-Comic-Heft-Serie.
Story: Jonah Hex (Josh Brolin), der mit Toten sprechen kann, seit er einmal von Indianern gerettet wurde, zieht als Kopfgeldjäger durch den Wilden Westen und amüsiert sich gelegentlich mit der Hure Lilah (Megan Fox). Eines Tages wird er von der US-Regierung beauftragt, Quentin Turnbull (John Malkovich), den Mörder seiner Familie, den er für tot hielt, dingfest zu machen, denn der Schurke besitzt neuerdings eine abstruse Superwaffe und will diese auch einsetzen.
Darsteller: der brillante John Malkovich, dicht gefolgt vom hervorragenden Michael Fassbender (Handlanger), über den guten Josh Brolin zur pubertären Schmoll-Schnute Megan Fox.
Filmhandwerk: Regie (technisch), Kamera, Bild, Ton und Special-Effects sind gut.
Inszenierung: Eigentlich macht der Film vieles richtig, und wer noch nie zuvor im Popcorn-Kino gesessen hat, dürfte sich durch *Jonah Hex* gut unterhalten fühlen. Das Problem besteht darin, dass es einfach ALLES schon mal (in besser) gegeben hat und es hier keine erinnerungswürdigen Szenen gibt. Gerade bei dem ausgelutschten Plot hätte man sich wesentlich mehr auf die Filmkunst und individuelle Inhalte konzentrieren sollen: eine dichtere Atmosphäre, bissigere Dialoge und mehr comichafte Extravaganz hätten dem Film gut getan. Stilistisch eiert der Film zwischen Western-Parodie, Drama, Action und Comic hin und her, baut aber keine seiner Möglichkeiten gut aus und wirkt insgesamt flach. Auch die Charaktere sind, trotz einiger guter Darsteller, schnell wieder vergessen. *Hellboy 1* fand ich im Vergleich viel spannender, sympathischer und witziger.
Biss: Das eigentlich extreme Wild-West-Setting wird nicht etwa ausgebaut, sondern eher vermainstreamt, und selbst die FSK 16 Freigabe wurde nicht wirklich ausgereizt. Lediglich die kurze Szene in der Bar (*Hab mich beim Rasieren geschnitten...*) hat einen gewissen Biss, das war`s dann aber auch schon. An Baller-Opern wie *El Mariachi/Desperado* oder den Splatter-Kult von Quentin Tarantino kommt *Jonah Hex* bei weitem nicht heran, und damit meine ich nicht Kunstblut und Körperteile, sondern die bissige Inszenierung. *Jonah Hex* versucht dagegen seine Zahnlosigkeit mit aufgesetzten, übertriebenen Explosionen zu kompensieren, was für Nicht-Pyromanen einfach öde ist.
Fazit: Eine in jeder Hinsicht durchschnittliche Comicverfilmung. Für Comic-Fans und auf belanglosen Popcorn-Abenden sehenswert.