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120 von 129 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Etwas bleibt, 19. August 2007
Taxifahrer. Loser des Viertels, Inbegriff der Mittelmäßigkeit. Ein jämmerlicher Kartenspieler. Ein Verlierer. So denkt Ed über sich selbst. Bis zu dem Tag, als ein Bankraub seinem Leben eine andere Richtung gibt.
Schon der Überfall wird von Zusak so witzig und unvorhersehbar erzählt, dass das Weiterlesen gar keine Frage ist. Die Neugier wird nicht enttäuscht. Und mit den Seiten wächst einem Ed unweigerlich ans Herz. Schnell bekommt der Leser einen ganz anderen Eindruck von Ed und hofft für ihn auf ein Happy End. Bevor es dazu kommen kann, darf man an kleinen Wundern teilhaben und einiges über Courage und große Freundschaft erfahren. Zusak stellt das Gefühlschaos und die Verwirrungen seines Ich-Erzählers sehr gekonnt dar, seine langsame Befreiung wird einfühlsam aber auch humorvoll geschildert.
Obwohl der Autor mit dramatischen Effekten sparsam umgeht, hinterlässt Eds Geschichte einen tiefen Eindruck. Unbedingt lesen!
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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die wunderbare Welt des Ed, 14. August 2008
Auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden, nachdem ich von Zusaks " Bücherdiebin" restlos begeistert gewesen war. Der Stempel "Jugendbuch" störte mich dabei nicht im geringsten - schließlich steht für mich Jugend vor allem für Phantasie und nicht für Primitivität und von "Sophies Welt" kann man auch mit 80 noch was lernen.
"Der Joker" spielt im Millieu junger Erwachsener in England, wo man sich mit einfachen Jobs über Wasser hält aber trotz allgemeiner Perspektivelosigkeit die Freundschaft noch einen hohen Wert darstellt. Als Ed durch eine Mischung aus Zufall, Wagemut und geringer Wertschätzung des eigenen Lebens einen Bankraub vereitelt, wird er kurzzeitig zum Helden des Orts. Als Folge davon bekommt er Spielkarten mit Adressen zugespielt, an denen er anderen Menschen helfen bzw. glücklich machen kann. Was ein bisschen nach "der wunderbaren Welt der Amelie" klingt, unterscheidet sich jedoch an einem zentralen Punkt : Was Amelie als neckische, leichte Spielerei praktiziert, hat bei dem vorliegenden Roman immer etwas schweres, existenzielles. Das sehe ich aber als großen Pluspunkt, denn jeder kennt diese Situationen ja von sich selbst: Zivilcourage bedeutet ja immer den Mut aufzubringen, die eigene Komfortzone zu verlassen und einzugreifen, selbst und gerade dann, wenn man sich dabei gewissen Gefahren aussetzt.
Auch wenn es sich unser Held niemals leicht macht mit seinen Ausflügen in das Leben eines Schiksalsgottes : "Der Joker" hat auch viele leichte und humorvolle Seiten, die das Buch in der Summe gut verdaulich machen.
Aufgrund meines Alters und meiner Lebensumstände konnte ich mich zwar nicht gut mit dem Protagonisten identifizieren, ich habe ich ihn jedoch schnell und gerne in mein Herz geschlossen, weil ihn diese Mischung aus Naivität, Loserstatus und Gutmenschentum einfach sympathisch macht. So nimmt man Teil an seinen Abenteuern und freut sich mit ihm über seine Erfolge.
Sprachlich ist das Buch eine wilde Mischung aus einerseits comicartigen, abgehackten Kurzsätzen und andereseits schönen bildhaften Ausführungen hohen literarischen Wertes. Wer wie ich auch "Die Bücherdiebin" gelesen hat, kennt diese Eigenart bereits, auch wenn "Der Joker" im Schnitt deutlich einfacher geschrieben ist (daher auch nur vier Sternchen).
Zusammengefasst fand ich diesen Roman sehr gut, weil es Mut macht - Mut, nicht wegzusehen sondern einzugreifen, wenn es denn offensichtlich nötig ist und dabei zugleich dem eigenen Leben mehr Sinn zu geben. Damit ist es für alle Menschen lesenswert, wenn auch am interessantesten für jene in Orientierungsphasen egal welchen Alters.
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102 von 111 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine grandiose Idee...., 15. März 2008
.... wunderbar umgesetzt.
Als der neunzehnjährige Taxifahrer Ed eines Tages eine Spielkarte in seinem Briefkasten entdeckt, auf der eine Botschaft steht, die er sich zunächst nicht erklären kann, weiß er überhaupt nicht, wie ihm geschieht. Doch schon bald merkt er, dass er Aufgaben erfüllen muss, wenn er an des Rätsels Lösung kommen will, WER ihm diese Karte zugeschickt hat. Nach und nach "arbeitet" er also die Nachrichten ab. Nur ist es mit dieser einen Karte nicht getan und er bekommt noch weitere Karten zugeschickt.
Was bedeutet all das? Warum muss er in das Leben von anderen Menschen eingreifen? Sich um sie kümmern? Vielleicht ihr Leben verändern? Und vor allem: Wer spielt dieses Spiel mit ihm? Ist es überhaupt ein Spiel?
Markus Zusak beschreibt auf wundervolle Art und Weise, wie sich das Leben von Ed, seinen Freunden und den Menschen, um die es in den Botschaften geht, verändert. Sehr humorvoll beschreibt Zusak die Geschichte, die den Leser nicht mehr losläßt, hat er sich einmal darauf eingelassen. Sehr witzig fand ich die "Beziehung" von Ed zu seinem Hund, den er liebevoll den "Türsteher" nennt und der mit ihm zusammen Kaffee trinkt! Ein Hund! Kaffee!! Zusak hat einen sehr einfachen Schreibstil. Ohne Schnörkel und viel Tammtamm erzählt er uns die Geschichte von Ed und zieht uns damit in seinen Bann.
Doch nicht nur Ed bekommt Botschaften.... denn auch der Leser kann sich am Ende des Buches sicher sein, dass er selber eine Botschaft bekommen hat. Welche das ist, werde ich hier natürlich nicht sagen, denn Ihr müßt das Buch selber lesen.
Ich bin absolut begeistert von diesem Roman. Genauso war ich es auch schon von der "Bücherdiebin", dem zweiten Romans des Autors. Und nun warte ich händeringend auf neuen Lesestoff von Markus Zusak, denn ich möchte ihn in Zukunft nicht mehr in meinem Bücherregal missen. Und wenn ich vor ein paar Tagen in der Rezension zur "Bücherdiebin" schrieb, dass es für mich das Buch des Monats März 2008 ist, so muss ich nun dieses Buch noch dazufügen. Für mich ist Markus Zusak der Autor des Monats.
Dieses Buch wird noch lange in mir wirken und ich werde mir sicher auch noch oft ähnliche Fragen stellen, wie die, die Ed sich in dem "Joker" gestellt hat. Und die Botschaft? Ich habe sie angenommen..... und wünschte, ein jeder von uns könnte dies tun.
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