Mit "Join The Dots" erblickt eine Liedsammlung von The Cure das Licht der Welt, die schon vor Jahren angekündigt wurde, an deren Veröffentlichung aber eigentlich kein Fan mehr glaubte. The Cure setzen mit ihr einen Weg fort, den sie mit ihrem letzten Studioalbum "Bloodflowers" vor vier Jahren einschlugen: Sie schwelgen in ihrer eigenen Vergangenheit. "Bloodflowers" knüpfte musikalisch an die düsteren Hauptwerke "Pornography" und "Disintegration" an, die Trilogie dieser drei Alben konnte man später noch einmal als Konzertfilm genießen und "Greatest Hits" wärmte die Hits wieder auf, die "Galore" wenige Jahre zuvor sympathischer präsentierte.
Vielleicht gehört das Schwelgen in der Vergangenheit zum Altern dazu. Immerhin, mit "Join The Dots" macht's großen Spaß! Der Hörer bekommt einiges geboten: Alle 44 B-Seiten der Gruppe, dazu 16 seltene, zum Teil bisher unveröffentlichte Remixes und zehn weitere rare Stücke versammeln sich auf vier CDs. Man freut sich nicht nur über die digitale Überarbeitung aller Stücke, sondern auch über das 80 Seiten dicke Buch, in welchem zu jedem Stück ein Bild des Tonträgers, von welchem er stammt, zu sehen und ein Begleittext zu lesen ist.
Dem Fan fällt natürlich sofort auf, daß Robert den Song "It Used To Be Me" für diese Zusammenstellung um sieben Sekunden kürzte. Auch freut ihn das bislang unveröffentlichte Stück "Possession" und der nur elf Sekunden kurze "Slight Return Mix" von "Hello I Love You", den die Band als Beitrag zu einem Doors-Coversampler bereitstellte. Interessant für die Anhänger ist auch die vollständige "Virgin Radio Version" des Jimi Hendrix-Klassikers "Purple Haze". Begeisterung lösen die bekannten B-Seiten aus den Zeiten von "Wish" und "Wild Mood Swings" aus, aber auch das wunderschöne "2 Late", das tanzbare "Harald And Joe" und natürlich "Burn", welches die Schminkszene im Kultfilm "The Crow" untermalte.
Die Zusammenstellung "Join The Dots" erweist sich somit trotz ihrer Länge als kurzweiliger Hörgenuß, der seinen Preis wert ist. Zwar erreichen nicht alle der Stücke erreichen das Niveau, daß man von The Cure-Alben gewöhnt ist, doch finden sich imer noch ausreichend viele musikalische Perlen. Sie verkürzen die Wartezeit auf das kommende Album, mit dem The Cure weiter in die beschriebene Richtung gehen und an ihre Wurzeln anknüpfen werden: Robert bezeichnet es als das Düsterste in der Geschichte der Band.