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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erschütternd,
Von
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg (DVD)
"Johnny zieht in den Krieg" ist einer der wenigen Filmen, denen man die Bezeichnung "Antikriegsfilm" auch wirklich ohne jede Einschränkung anheften kann. Die meisten der sogenannten Antikriegsfilme zeigen auf die eine oder andere Weise trotzdem strahlende, wenn auch gebrochene Helden. Dies ist hier nicht so. Daher führt der deutsche Titel auch etwas in die Irre. Der Originaltitel heißt: "Johnny Got His Gun".Der Soldat Joe, der bei einem Bombenangriff Arme, Beine und Gesicht verliert, wird von den Ärzten im Prinzip nur noch als eine am Leben zu erhaltende Masse Fleisch ohne Empfindungen behandelt. Dabei hat er durchaus noch welche, kann sie aber zuerst nur dem Zuschauer mitteilen. Erst als er sich an das Morsealphabet erinnert, schafft er es, durch ruckartige Bewegungen seines Kopfes mit der Umwelt zu kommunizieren. Der Film ist in zweierlei Hinsicht ein harter Brocken. Dabei zeigt er nie grausige Details, das macht seine Stärke aus. Das Grauen spielt sich im Kopf ab, etwa in der Szene, als Johnny die Verbände an den Stellen abgenommen werden, wo einmal seine Arme und Beine waren und er dies so empfindet, als würde man sie gerade abschneiden. Der Zuschauer wird auch durch die Erzählstruktur mit seinen Rückblenden und den Träumen des Soldaten beansprucht, bei denen man manchmal nicht offen erkennen kann, was was ist. Das sollte aber niemand davon abhalten, diesen erschütternden Film zu sehen. Es ist auch kein Wunder, dass es so lange gedauert hat, bis der Film endlich auf DVD gelandet ist, denn Mainstreamkost, die sich verkauft, ist er sicher nicht, aber genau deswegen sollte man sich ihn ansehen. Ich will ganz bewusst nicht mehr verraten, aber man muss unbedingt noch auf die Leistung des heute weitgehend unbekannten Schauspielers Timothy Bottoms eingehen. Gerade in den Szenen, wo er die meisten Gefühle entwickelt, kann man sein Gesicht nicht sehen, weil er ja keins mehr hat (auch das wird nie gezeigt) und es unter einer Art Verbandsmaske versteckt ist. Schauspieler leben nun mal viel von ihrer Mimik und genau das kann Bottoms nicht einsetzen. Umso mehr muss man seine Leistung anerkennen, weil er es schafft, dass der Zuschauer trotzdem sehr an seinem Leid teilnimmt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Endlich !,
Von
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg (DVD)
Im Jahr 1918 im Ersten Weltkrieg werden an der Westfront in Frankreich dem jungen US-amerikanischen Soldaten Joe Bonham (Timothy Bottoms) durch eine explodierende Granate das Gesicht zerfetzt und Arme und Beine abgerissen. Nach zahllosen Operationen wird sein Rumpf ohne Augen, Nase, Mund und Ohren von den Ärzten als medizinisches Exempel am Leben erhalten. Nach einiger Zeit erkennt er seinen hoffnungslosen Zustand und nimmt Kontakt zur Umwelt auf: Er bittet die Ärzte, ihn sterben zu lassen. Seine Krankenschwester (Diane Varsi) will aus Mitleid seinem Wunsch entsprechen, doch ein Arzt vereitelt ihren Plan.Mit der Verfilmung seines kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs erschienenen Romans »Johnny Got His Gun« (dessen Titel auf das 1917 in den USA populäre militaristische Marschlied »Johnny, Get Your Gun!« anspielt) gelingt dem Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur Dalton Trumbo ein eindringlicher, schockierender Antikriegsfilm, dessen Inszenierung auch auf der formalen Ebene die Klischees eines herkömmlichen Soldatenschicksals durchbricht. Die beeindruckend erschütternde Meditation über das Leben ist einer der wenigen den Ersten Weltkrieg ernsthaft behandelnden Kriegsfilme. Verdient wurde er mit dem 'Großen Sonderpreis der Jury' des Filmfestivals in Cannes 1971 ausgezeichnet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Film "berührt" nicht, er geht brutal an die Nieren!,
Von Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg (DVD)
"Johnny zieht in den Krieg!" - ein Film für (werdende!) Pazifisten.Vor kurzem hatte sich Joe, die Hauptfigur des Filmes, noch für den "gerechten Krieg" begeistern lassen, er zog freiwillig in den Ersten Weltkrieg, um die vielfach eingeforderte "Vaterländische Pflicht" zu erfüllen.... - wenig später ist von Joe nur noch dessen Torso übrig - Arme, Beine, Augen, Gesicht und Ohren blieben auf dem sog. "Feld der Ehre", sein Körper wurde durch eine gegnerische Granate entstellt... - als "Namenloses Experiment" landet er in der zweifelhaften Obhut eines medizinisch interessierten Generals... Das Pflegepersonal verwaltet Joes stummen Alltag lediglich - für Schwestern und Ärzte besteht kein Zweifel, dass es sich bei der Mumie ganz einfach um ein "Wesen" handelt, bei dem völlig zufällig nur noch Atmung, Herz-Kreislauf und Verdauung funktionieren - da dieser Zustand zwischen Leben und Tod sich zwar noch eine Weil hinziehen kann, sich jedoch, nach Meinung der Ärzte, nie wieder bessern wird, überlässt man Joe eben sich selbst... Dem Zuschauer wird die Mumie hingegen als denkender, in den Resten seines Körpers gefangener Mensch, vor Augen geführt - Joe teilt in erschütternden Monologen seine Gefühle, Ängste, Hoffnungen, Wünsche und Sorgen mit... - abgefahrene Phantasieszenen und nahzu nervenzerfetzende Stimmungsschwankungen sind absolut fesselnd miteinander verknüpft... Szenen der Gegenwart werden in s/w präsentiert - die Erinnerungssplitter aus des Hauptdarstellers Vergangenheit sind hingegen in Farbe gedreht worden - mit jedem Ausflug in diese farbenfrohe Vergangenheit wird dem Zuschauer die totale Sinnlosigkeit kriegerischer Auseinandersetzungen vor Augen gehalten... Kein Wunder, dass Dalton Trumbo, Autor der Romanvorlage aus dem Jahr 1939 und Drehbuchautor des 1971 erschienen Filmes, einstmals auf der Schwarzen Liste der McCarthy-Ära (1948 - 1956) landete und ihn zeitweise sogar Berufsverbot ereilte - schonungslos stellte dieser nämlich die Mittel und Wege in Frage, mit denen man versucht Demokratie "durchzusetzen".... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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