Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spartanisch, 23. Juli 2005
Von Ein Kunde
Schlagzeug, akustische gitarre (wahlweise piano), mundharmonika, bass: mehr gibts nicht. Harter Tobak! Soviel ist sicher. Selbst eingefleischte Dylan-jünger dürften sich an den sound dieser platte erstmal haben gewöhnen müssen. Auch mit den frühen folk-platten, bei denen der ein oder andere track immer für eine instrumentelle überraschung gut war und aus dem homogenen rahmen ausbrach, hat "John Wesley Harding" insofern nicht viel zu tun. Umgekehrt: Sogar das songwriting lässt einen in seiner radikalen simplizität erst mal verblüfft bis misstrauisch zurück. Strophe - mundharmonika (selbe akkordfolge) - strophe - mundharmonika - strophe - mundharmonika - ENDE. Aber die songs sind, wenigstens zum ganz überwiegenden teil, ganz feine teile! Über "all along the watchtower" muss man wohl nix mehr sagen, auch das (mit der steel guitar nahehin 'pompöse' ;-) ) superb-raunende "I'll be your baby tonight" hat einen platz als timeless-classic sicher. Aber auch die unbekannteren tunes sind nicht von pappe: Die titelnummer begeistert als lupenreines folk-lamenti, wie Dylan seit spätestens "Bringin it all back..." keines mehr zu Stande gebracht hat. Noch besser ist die Platzaufnahme "As I went out one morning", eine aufregend-verzögerte Wildwest-Episode. "St. Augustine" dagegen ist ein fast prototypischer Hänger, langweilig, ideenlos, lahm... Dann folgt ja der spätere Hendrix-Klassiker. Die nächste Ballade ist herrlicher Nonsense, in überragender Spielfreude vorgetragen und bereitet insofern gebührend den besten Titel der LP vor, den Wahnsinns-Song "Drifters Escape" - einer der besten Dylan-songs überhaupt, aber leider schmählich übersehen und übergangen, und für sich schon das Geld für die ganze scheibe wert. Diese Aufnahme hat alles - Drive und schmiss, intelligenz, gefühl und das unvergleichliche gespür für den sound, der nicht mehr aus dem ohr geht. SUPER! "Dear Landlord" flacht dagegen freilich etwas ab, bewegt aber und verblüfft kompositorisch mit verrückten synkopen. Der "lonesome hobo" ist eine frühe, aber würdige reprise auf "drifters escape". Der "wicked messenger" - ein passender name - lässt den hörer wahrlich "wicked" zurück, aber das überragende "Down along the cove" stellt nochmal einen späten, umso überragenderen höhepunkt der zweiten lp-seite dar: ein ur-straighter rockabilly-blues kurz vor der schwelle zum rock'n'roll, gekonnt-sublim-spannungssteigernd intoniert: Weltklasse. "I'll be your baby tonight" ist der zärtlichste dylan song überhaupt. (und insofern wohl nicht gerade eine empfehlung als Don Juan: "C'mon, kick your shoes off, do not fear, bring the bottle over here, I'll be you baby tonight"...)
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Karge Homogenität, 12. März 2007
Die karge, biblische Schlichtheit von JOHN WESLEY HARDING war nach Dylans schwerem Motorradunfall ein Jahr zuvor kaum verwunderlich, da er nachdenklicher und ruhiger geworden war. Dennoch war es für viele auch enttäuschend ihn nach den drei überaus erfolgreichen und wegweisenden Alben zuvor in einer so reduzierten Form zu hören. Meiner Meinung nach das bis heute am meisten unterschätzte Dylan-Werk, da es nicht nur Meilensteine wie ALL ALONG THE WATCHTOWER, DRIFTERS ESCAPE oder die oft gecoverte Country-Ballade aus Dylans Feder I LL BE YOUR BABY TONIGHT enthält, sondern auch im textlichen und musikalischen Gesamtkonzept keine Wünsche offen lässt und eine unnachahmliche Homogenität ausstrahlt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
unterschätzt, 2. Oktober 2009
äh, also ich hör' den motorradunfall, den BD ein jahr zuvor gehabt haben soll, definitiv hier nicht raus.
was ich raushöre, ist ein album, dass eine logische und konsequente fortsetzung von "bringing it all back home" und "highway 61 revisited" darstellt.
ich sage bewußt fortsetzung und nicht fortführung. zwar erweitert his bobness hier - sparsam aber doch - die instrumentierung ein ganz klein wenig, sound und grundstimmung unterscheiden sich für mich nur unwesentlich von den beiden großen altvorderen.
dies ist ein ziemlich unterschätztes werk, einmal damit vertraut, will man doch keinen song missen. das songwriting ist vielleicht nicht durchgehend auf allerhöchstem niveau, dafür findet sich hier zb "all along the watchtower", ein oft gecoverter song, hier im original, unverfälscht, echt, saugut!
"drifters escape" ist unbedingt noch hervorzuheben und natürlich der edelraunzer und ebenso oftmalig misshandeltes cover-opfer "i'll be your baby tonight".
ich schätze das album mit jedem durchgang mehr und stelle es - zu recht, wie ich meine - in die nähe der obgenannten.
das remastering verdient höchstes lob. sehr durchhörbar ist das, unkomprimiert, die stimme in allen nuancen festgehalten, klar und kräftig, kaum zu glauben, dass man hier eine columbia-pop-produktion aus dem jahre 1967 hört.
für leute, die BD etwas abgewinnen können: pflicht!
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