Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Fast gelungen, 6. November 2008
In dieser erschreckend kurzen Biographie ,die schon fast mehr als Bibliographie mit Anekdoten daherkommt ist es Volker Hage nur bedingt gelungen John Updike adäquat darzustellen.
Oftmals hat er über Updikes Werke nicht viel mehr zu sagen als die Inhaltsangaben der zahlreichen Rowohlt Übersetzungen.
Und das ist bedauerlich,hatte ich mir von der ersten deutschen Updike
Biographie doch mehr erwartet.Auch das Leben des Autors kommt mir zu kurz und auch hier besticht Hage vor allem durch eins:kürze
Fazit:nicht immer ist weniger mehr!
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Literarischer Spezialist für die Liebe jenseits der Monogamie, 8. Juli 2007
Volker Hage legt mit "John Updike. Eine Biographie" die erste deutsche Vita des großen Erzählers und gebildeten Essayisten vor.
"Wie reagiert ein weltberühmter amerikanischer Schriftsteller, wenn er im Flugzeug in der Reihe vor sich jemand sitzen sieht, der in einem seiner Bücher liest?" Man mag es kaum glauben, aber die Antwort auf obige Frage ist: Er freut sich "und lässt es sich nicht nehmen, dem Fremden ein Zeichen zu geben." So zumindest ist es Volker Hage passiert, einem der profiliertesten deutschen Literaturkritiker und einem Meister der Porträtkunst, der in vorliegendem Band John Updikes Weg aus ärmlichen Verhältnissen zum international gefeierten Schriftsteller, Kritiker und Essayisten zeichnet.
John Updike - dieser Name verknüpft sich vor allem mit seinen Romanen (Ehepaare, Landleben, Terrorist, Sucht mein Angesicht u. v. m.).
Mit Mitte Zwanzig hatte er beschlossen, jährlich ein Buch zu publizieren. Und dies ist ihm gelungen. Neben mehr als zwanzig Romanen hat er - für die meisten eher unbekannt - auch gut 200 Erzählungen veröffentlicht; hinzu kommen Kinderbücher, Gedicht- und Essaybände sowie ein Theaterstück. Und er publiziert immer noch.
Warum setzt er sich - mit mittlerweile 75 Jahren - nicht einfach zur Ruhe? "Angst vor Armut, ist allen Ernstes seine stehende Antwort."
Obwohl mittlerweile sehr wohlhabend, hat und kann er seine Wurzeln einfach nicht vergessen. Bis heute "hat er das Staunen darüber nicht verlernt, wie gut es ihm ergangen und mit seiner Karriere als Schriftsteller gelaufen ist, eine Erfolgsgeschichte, die er zum einen Teil auf Glück, zum anderen - zu Recht - auf seinen enormen Fleiß zurückführt."
Updike stammt aus bescheidenen Familienverhältnissen. Der Vater arbeitete auf unsicherer Basis als Lehrer, die Mutter war Verkäuferin. Mit einem Stipendium ging er 1950 an die Harvard Universität, mit dem Wunsch, ein Karikaturist zu werden. Doch irgendwann während der Studienjahre sei ihm klar geworden, "dass er tatsächlich eine Begabung zum Schreiben habe - und dass ich gescheiter war, als ich dachte."
Und diese Begabung ist in all seinen Werken zu spüren; Werke, die vor allem eines auszeichnet: Lebensnähe, Anschaulichkeit und "eine perfekte Ökonomie in der Dialog- und Handlungsführung." Er ist ein Meister der Zwischentöne, "ein souveräner Beherrscher der Alltagsrede."
Bewährter Beobachter amerikanischer Verhältnisse und Veränderungen sowie literarischer Fachmann in Sachen Ehebruch und Verführung
Dabei lässt er in seinen Büchern immer eine gewisse Radikalität spüren ("Ich bin bereit, so gut es geht, im Wohnzimmer eines Fremden gute Manieren zu zeigen, doch unser Leseleben ist viel zu kurz, als daß ein Schriftsteller höflich sein dürfte."). Besonders die Personen, die ihm besonders nahe und lieb sind, führt er umso gnadenloser vor. Dies nennt er dann seine schäbige Seite.
Das Motiv des Ehebruchs mitsamt seinen Schuldgefühlen war stets ein zentrales Thema in seinen Romanen. Das wohl bekannteste und erfolgreichste Beispiel ist der 1968 in den USA erschienene Roman "Couples" (ein Jahr später in Deutschland unter dem Titel "Ehepaare" veröffentlicht). Diesem Buch verdankt Updike seinen Durchbruch, seine Berühmtheit ("John Updike gehört zu den wenigen Menschen, die durch eheliche Seitensprünge zum Millionär geworden sind") - und seinen Ruf als "Meister in der detaillierten Darstellung erotischer Szenen".
Ein hilfreiches Kompendium durch John Updikes umfangreiches Schaffen
Chronologisch breitet Hage das Leben Updikes vor dem Leser aus. Ein Hauptaugenmerk richtet sich auf seine Werke.
Dabei bedient er sich vieler Zitate aus den Büchern des Schriftstellers sowie etlicher Interviewausschnitte, die er zwischen 1985 und 2006 mit Updike führte. Jede Menge Fotos und eine nützliche Zeittafel, interessante Zeugnisse von SchriftstellerkollegInnen sowie eine Auswahlbibliografie im Anhang ergänzen die schön gestaltete Hardcoverausgabe (mit Lesebändchen).
Aber gerade die dadurch gewonnene Fülle an Fakten und Kommentaren machen das Buch zeitweise schwer lesbar. Hages eigener Beitrag beschränkt sich auf manchen Seiten darauf, Updike-Zitate miteinander zu verbinden. So gewinnt der leidenschaftliche Updike-Leser zwar durchaus einen tiefgründigen Einblick in das Schaffen des "begnadeten Menschendarstellers der Gegenwartsliteratur", aber seine Vita bleibt relativ oberflächlich und enthält nur wenige diskret gehaltene Einzelheiten und selten tiefgründige Einblicke in seine christlichen Grundüberzeugungen und politischen Ansichten.
Positiv hervorzuheben ist der gute, kompakte Überblick über Updikes Werk.
Die wichtigsten Romane werden inhaltlich vorgestellt und solide in die künstlerische wie persönliche Entwicklung des Schriftstellers eingeordnet.
Alles in allem: Ein hilfreiches Kompendium durch John Updikes umfangreiches Schaffen.
"Schreiben ist eine Ausflucht, eine Möglichkeit, das eigene Leben zu variieren. Vieles von dem, was man sich ausdenkt, könnte eines Tages passieren." (John Updike)
Recht hat er!
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