Der Film: "Die Dämonenhochzeit
RLT wagte sich in den Neunzigern zweimal an eine Verfilmung der Groschenroman-Serie "John Sinclair". Einmal als TV Spielfilm, später mit einer Serie (und zweitem Pilotfilm). Während die Serie definitiv zu dem Miesesten gehört, dass ich je gesehen habe, hätte aus "Die Dämonenhochzeit" etwas werden können. Leider hat es der Film dafür an einen paar entscheidenden Faktoren vergeigt. Aber lest selbst:
Handlung: Im Jahre 1197 zogen eine Hexe und ein Dämon nach Köln, um die Stadt zu unterwerfen. Nun, im Jahre 1998 (= das Ergebnis aus 3 x 666, der Zahl des Teufels) soll die Stadt erneut unterworfen werden. Drei junge Frauen, alle Freundinnen, sterben an einem Herzinfarkt (angeblich), doch etwas ist merkwürdig: Ihr Blut ist nicht geronnen. So stehen sie dann auch bald als Untote wieder auf. Eine vierte junge Frau ist nötig, damit die Hexe wieder auferstehen kann. Im Bann des Schwarzen Todes will sie eine Dämonenhochzeit vollziehen. John Sinclair muss handeln, zumal er sich in die junge Frau verliebt hat.
Kritik: Von den John Sinclair Verfilmungen, ist "Die Dämonenhochzeit" noch die Beste. Sicher merkt man, dass es sich um eine deutsche TV Produktion mit beschränktem Budget handelt, aber durch eine recht ordentliche Inszenierung und u.a. dem Kölner Dom als Location noch recht zufriedenstellend. Auch die Handlung bzw. die Geschichte ist ganz okay, recht spannend und auch repräsentativ für das Niveau der Romane (seien wir ehrlich: Hohe Literatur ist es nicht).
Wie oben erwähnt hat der Film allerdings einige entscheidende Schwäche: Zum einen tritt die (wie erwähnt) ganz ordentliche Handlung in der ersten Hälfte des Filmes auf der Stelle und wirkt dadurch langatmig. Erst in der zweiten Hälfte kommt die Geschichte in Fahrt und erhält auch ein bisschen Action.
Die zweite, wesentlich größere Schwäche: Die Schauspieler. Sie passen allesamt nicht zu den Rollen - wobei aus den Romanen sowieso nur John selbst, Bill Conolly, Sir Powell und Will Mallmann (noch nicht Vampir) vorkommen. Klar, stellt sich jeder die Figuren beim Lesen anders vor, aber wenn man in Florian Fritz nicht mal ansatzweise die zugrunde liegende Buch-Figur erkennt, wird es schwierig. Zumal ausnahmslos die gesamte Besetzung neben dem Nicht-Passen der Rolle auch nicht gerade durch ihre schauspielerischen Fähigkeiten punkten sondern unfreiwillig komisch sind.
Fazit: Von den Sinclair-Verfilmungen ist "Die Dämonenhochzeit" noch die Beste. Schade eigentlich. Mit einem Regisseur, der ein Händchen für Horrorfilme hat und einer besser gewählten Besetzung hätte was draus werden können.
Zum DVD Paket:
Hier ist nur der nackte Film enthalten. Bild und Ton durchschnittlich. Das Hörbuch wird von Sinclair-Darsteller Florian Fritz gelesen und weiß leider durch seine Interpretation auch nicht mehr zu begeistern als der Film