Ich bin weder Philosoph, noch habe ich John Rawls im Original gelesen. Weil mir der Name schon öfters über den Weg lief, dachte ich mir: Warum nicht etwas lesen, was "Einführung" im Titel hat?
Ich bin ziemlich enttäuscht über das Büchlein. Hier meine Hauptkritik:
- Unstrukturiert: Es werden Begriffe geraucht, die erst später erklärt werden (Bsp. Kohärenzmodell), und das Buch sollte klarer aufgebaut sein. Ich musste mich z.B. zuerst 100 Seiten lang über die Ausgangssituation in Rawls' Theorie wundern, bis sie näher besprochen wurde.
- Redundant: Sachen werden dreimal auf die umständlichste Weise umformuliert und nicht als solches gekennzeichnet, so dass sich der Leser wundern muss, ob man ihn eigentlich für blöd hält.
- Redeschwall: Zu viele Fremdwörter, Latein und kaum gebräuchliche Redewendungen. Warum schreibt Kersting "Intention" statt "Absicht"? Warum schreibt er "qua Prämissen" statt "durch Prämissen"? Und warum macht er Aufzählungen wie "1. Es gibt keine kontraktualistische Begründung für B. 2. Wenn es eine Begründung für B gibt, dann muss sie exkontraktualistisch sein.", wenn doch 1. in 2. enthalten îst?
Für Leute wie mich, denen es mehr um den Inhalt von Rawls' Theorie als um die Zelebrierung der deutschen Sprache geht, sind solche Sachen hinderlich.