Der Engländer Charles Shaar Murray hat meiner Meinung nach einen Maßstab für künftige Biografien gesetzt. Viel besser kann man über einen Künstler und sein Werk nicht schreiben. Neben John Lee Hooker kommen jede Menge seiner Weggefährten zu Wort. Murray beschreibt nicht nur den Werdegang John Lee Hookers als Sohn eines Teilpächters und Predigers aus dem Mississippi-Delta zum Blues Superstar von Heute, er beschreibt auch kenntnisreich seine Musik, das soziale Umfeld, sowie die Einflüsse von Hooker auf die Musik anderer Musiker, besonders jener aus dem Rock'n Roll. Murray spannt einen Bogen von den Liedern der Sklaven auf den Baumwollfeldern bis zum Hip-Hop heutiger Zeit. Das Buch ist spannend und umfassend informativ geschrieben und bietet nicht nur für Hooker und Blues-Fans interessanten und kurzweiligen Lesestoff. Eine bessere Biografie habe ich kaum je gelesen. Es ist eine Würdigung an einen großen Künstler. Gerade in deutschsprachigen sogenannten Intellekutellenblättern konnte man des öfteren lesen, John Lee Hooker könne gar nicht Gitarrespielen, er hätte in 40 Jahren Musikkarriere nichts dazugelernt, er könne nicht mit einer Band zusammenspielen und anderen Schwachsinn. Man muß den Mann nur hören. Entweder du spürst den Blues oder nicht. Scheiß auf die Technik und musikalische Theorien. Was dir Hookers Musik, was jede gute Blues-Musik, jede Musik überhaupt dir vermittelt und gibt, daß geht direkt ins Herz, ins Blut, in den Unterleib. Die Intellektuellen sollen ruhig die Takte zählen und auf das Akkordschema schauen. Was ich immer schon wußte kann Murray beschreiben und erklären. Er verteidigt Hooker als großartigen Musiker gegen all jene sauertöpfischen Obergescheiten. Der über 80igjährige Hooker ist im Grunde erst seit etwa zehn Jahren wirklich groß im Geschäft, eine Legende war er schon vorher, doch erst die Zusammenarbeit mit Musikern wie Santana, Bonnie Raitt, Los Lobos, Van Morrison etc., sowie das geschickte Managment von Mike Kappus haben ihm endlich das Publikumsinteresse und den verdienten Geldsegen gebracht. Doch was sollen all die Worte. Man nehme ein CD von John Lee, laß sie in den Player gleiten, nehme ein Glas, hole sich Eiswürfel aus dem Kühlfach, gieße sich nicht zu wenig Bourbon ein, drücke die Play Taste, und schon gehts los. "Whisky & Wimmen" und "House Rent Boogie" und "I`m In The Mood" und "Mr. Lucky" und......