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John Henry Days.
 
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John Henry Days. [Taschenbuch]

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 525 Seiten
  • Verlag: Heyne (2. September 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453401239
  • ISBN-13: 978-3453401235
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.113.073 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.d-Redaktion

Talcott ist ein ziemlich verschlafenes Nest in West Virginia, in dem heute so gut wie gar nichts los ist. Bis der Fremdenverkehrsverband sich an die glorreichen Zeiten der Stadt im 19. Jahrhundert erinnert, als Talcott ein wichtiges Zentrum des Eisenbahnbooms in Amerika war. Damals wurde die Verbindungslinie von West Virginia an die Ostküste, die berühmte "Connection", gebaut, wobei etliche Tunnels millimeterweise von Menschenhand durch die Berge getrieben werden mussten. Einer der schwarzen Bohrhauer, die diese unmenschliche Arbeit verrichten mussten, war der legendäre John Henry. Von ihm geht die Sage, er habe einen Wettstreit im Schienenlegen gegen einen Dampfhammer gewonnen, was er allerdings am Ende mit seinem Leben bezahlte. Ihm zu Ehren, und um den Ruf der Gegend wieder ein bisschen aufzumöbeln, soll anlässlich der John-Henry-Festtage eine Sondermarke des US Postal Service vorgestellt werden.

Zu der Horde von Medienvertretern, die nach Talcott geladen werden, um dieses Ereignis angemessen zu würdigen, gehört auch J. Sutter, ein typischer Vertreter des schreibenden Schnorrertums: ein abgebrühter Spesenritter, dessen journalistisches Interesse an John Henry oder Talcott nicht weiter reicht als die Werbegeschenke der Auftraggeber und die saftigen Rippchen vom Gratisbuffet. Der einzige Ergeiz, den dieser Reporter von der traurigen Gestalt überhaupt noch entwickeln kann, ist ein neuer Schnorr-Rekord: J. Sutter will sich umsonst durchfressen, und zwar so lang es irgendwie geht. Ungefährlich ist das nicht, denn Sutters Vorgänger, der Ähnliches versuchte, verlor dabei erst seine Akkreditierung und schließlich den Verstand.

Aus dem eigenwilligen Kontrast zwischen der schwarzen Heldenfigur John Henry, dessen Mythos in Amerika jedes Schulkind kennt, und seinem ganz und gar unheldenhaften Nachfahren J. Sutter, entwickelt Colson Whitehead ein fassettenreiches Panorama amerikanischer Befindlichkeiten, in dessen Zentrum die unstillbare fatale Sucht nach dem Besonderen und Nichtalltäglichen, nach dem Rekord und der Sensation ständig zu spüren ist. Dabei geht es letztlich immer auch um die Hoffnung, die Banalität der eigenen Existenz überwinden zu können.

Zugleich liest sich Whiteheads intelligenter und variantenreich erzählter Roman als pointierte und witzige Satire der amerikanischen Medien- und Spektakelkultur, die längst nicht mehr nur in den USA zu finden ist. Ließ schon der eigenwillige Erstling des jungen afroamerikanischen Autors, The Intutionist, einiges von dessen kreativer Fantasie und literarischem Potenzial erkennen, so erweist sich Colson Whitehead mit John Henry Days endgültig als ambitionierter Erzähler mit einem beachtlichen stilistischen Repertoire, dem man auch angesichts des Unterhaltungswertes seiner Prosa einige Übertreibungen gern verzeiht. --Peter Schneck -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Spesenritter und Journalist J. Sutter soll von einem Folklorefestival zu Ehren des legendären Volkshelden John Henry berichten. Doch ausgerechnet in der abgelegenen Provinz West Virginias begegnet er seinem Schicksal.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von F. Martin
Format:Gebundene Ausgabe
Der Verfasser dieser Zeilen ist auf der ständigen Suche nach „The great american novel". Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, mit dem hier besprochenen Buch von Colson Whitehead ist er nicht fündig geworden. Dies ist umso bedauerlicher, als dass der eigentliche Ausgangspunkt des Romans durchaus eine hervorragende Plattform für einen tieferen Einblick in die Befindlichkeiten der amerikanischen Durchschnittsbevölkerung abgegeben hätte. Das Treffen einiger Journalisten in dem Provinzstädtchen Talcott zur Vorstellung einer Briefmarke mit dem Konterfei des legendären John Henrys, welcher der Sage nach während des Eisenbahnbaus den Wettstreit gegen ein Dampfhammer als Sieger letztlich mit dem Leben bezahlt, hätte tatsächlich spannende Einsichten in die Charaktere des versammelten Personals geben können. Leider aber ist die mühsam konstruierte flankierende Handlung kaum von Interesse. Geht es doch den versammelten Journalisten, allen voran J. Sutter, als selbst erklärte Spesenritter vor allem nur um kostenlose Kost und Logie. Nach den rund ersten 200 Seiten beginnt dieses sich ständig wiederholende Thema zu nerven. Nur hin und wieder und in Einzelpassagen glänzt das Licht eines großen Erzählers auf (deshalb auch drei Sterne). Viele Handlungsstränge allerdings verlaufen ins Namenlose. Vielleicht wollte der Autor dem Leser einfach zuviel mitteilen? Im Grunde bleibt am Ende aber wenig haften. Tatsächlich hinterlässt der Roman einen schalen Nachgeschmack. Ich suche weiter ... wo ist sie nun „The great american novel"?
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Colson Whiteheads Buch „John Henry Days" wurde am 13.02.2004 sehr positiv in der SZ besprochen. „Der Spiegel" berichtet kurz darauf über das Buch und schildert anhand von Beispielen, wie schlecht es übersetzt wurde und deshalb sperrig zu lesen sei.
Dadurch neugierig geworden, habe ich das Buch zu lesen begonnen, und war mir immer unsicher, stilistisch so gewollt oder schlecht übersetzt? Teilweise ist es wohl wirklich schlecht übersetzt.
Die Handlung ist schnell erzählt. Sie handelt von John Henry, einem schwarzen Tunnelbauer, der 1876 in einem Zweikampf eine Dampfmaschine, die wie er Bohrhammer für den Eisenbahntunnelbau in den Fels schlägt, besiegt, aber nach dem Wettkampf stirbt. Von dieser historisch belegten Begebenheit wurde in vielen Volksliedern berichtet, die dann von bekannten Folksängern wie W. Guthrie, C. Cash übernommen wurden und John Henry so zum Mythos und Volkshelden werden lies.
Gleichzeitig erfahren wir von dem schwarzen J. Sutter, einem Journalisten, der als moderner Spesenritter und Schmarotzer auftritt und in den einstigen Sklavenstaat im Süden der USA nach Talcott fährt, um für eine Zeitung darüber zu schreiben, dass die Post dem historischen Ereignis eine Briefmarke widmet und diese am Ort des damaligen Geschehens vorstellt.
Er lernt dort eine junge schwarze New Yorkerin kennen, die die John Henry Sammlung ihres verstorbenen Vaters verkaufen will, aber noch Wichtigeres vorhat, wobei ihr Sutter hilft. J. Sutter erstickt beim offiziellen Abendessen am ersten Abend beinahe und wird von einem unbekannten Briefmarkensammler gerettet, der wegen der Briefmarkenvorstellung nach Talcott gereist ist, aber sich nicht als der harmlose Sammler erweist, der er zu sein vorgibt.
Whitehead schafft es, am Mythos J. Henry viele Figuren, Zeitebenen und Geschehen zu schildern, nicht langweilig, teilweise etwas komplex, aber sehr lesenswert.
Man merkt, dass Whitehead in Harvard Literatur studiert hat. Er kennt die Formen und Stile der Literatur und verwendet sie reichlich. Whitehead kann schreiben, ohne Frage, man wird noch mehr von ihm lesen, aber dies ist vielleicht nicht sein bestes Buch. Deshalb nur drei Sterne.
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Der Mann mit dem Hammer 31. Juli 2007
Von Polar
Format:Taschenbuch
Aus der Masse Romanen zu Selbstmordattentaten ragt Colson Whiteheads John Henrys Days heraus, da ihm jegliches Spekulative abgeht. Es ist vor allem ein Roman über John Henry, der selbst von Johnny Cash besungenen Legende, der einen Gründungsmythos Amerikas verkörpert: was alles aus eigener Hände Kraft erwachsen kann. Die beunruhigende Geschichte, die sich anschläßlich eines Festivals zu Ehren John Henrys beim Lesen einschleicht, setzt sich zu einem komplexen Bild verschiedener Schicksale zusammen. Es ist wie bei einer Kaffeefahrt, alle kommen zusammen, haben gute Laune, wären sogar bereit, eine Heizdecke zu kaufen, wenn es der Konjunktur dient, und trotzdem stimmt etwas nicht. J. Sutter fühlt sich von Anfang an unwohl in dem einstigen Sklavenstaat, was nicht allein nur seiner Hautfarbe zurechnen ist.

Hinter den Zeilen taucht das Spielgelbild der momentan zu tiefst verunsicherten amerikanischen Gesellschaft auf, die zurück zu ihrer naiven Sicht der Welt will, in der Mythen etwas zählten, sie deswegen in der Neuzeit umso mehr zu zelebrieren verstehen, während sich gleichzeitig die dunkle Ahnung breitmacht, daß die Party sich dem Ende zuneigt.
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