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John F. Kennedy / Nikita Chruschtschow.
 
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John F. Kennedy / Nikita Chruschtschow. [Broschiert]

Karl Drechsler
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 185 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596141583
  • ISBN-13: 978-3596141586
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 355.024 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Karl Drechsler
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Mächtige Gegenspieler waren sie tatsächlich, und was für welche -- führten sie doch in der Kuba-Krise die Welt an den Rand des Atomkrieges! John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow waren die Lenker der Supermächte, die sich im Kalten Krieg bis an die Zähne bewaffnet gegenüberstanden und die ideologisch kaum weiter auseinanderliegen konnten.

Aus unterschiedlichen familiären Hintergründen -- da der Sohn eines armen russischen Landarbeiters, dort der Sprößling einer einflußreichen US-Familie -- arbeiteten sich beide dank politischer Kontakte nach oben. "Fand Chruschtschows Aufstieg im Schatten Stalins statt, so verlief die Karriere Kennedys im Windschatten väterlicher Beziehungen", konstatiert Drechsler im Vergleich der Laufbahnen. Bodenständiger, volksnaher Mann kontra elitärem, ehrgeizigem Intellektuellen war das Spannungsfeld, das dieses Buch sehr schön verdeutlicht, indem es die Werdegänge der beiden gegenüberstellt.

Mit Kennedys Einzug ins Weiße Haus kreuzten sich die Lebensgeschichten der Staatschefs. Der Höhepunkt kam 1962 mit der durch die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf Kuba ausgelösten gleichnamigen Krise, in der beide trotz ideologischer Differenzen in letzter Sekunde Kompromißfähigkeit bewiesen. Kurze Zeit danach schieden beide aus ihren Ämtern: Kennedy wurde ermordet, Chruschtschow seiner Posten enthoben. Doch ungleich blieb auch ihr politischer Nachruf: JFK wurde nach seinem Tod zum Mythos stilisiert, was Person und Todesumstände angeht, die Erinnerung an Chruschtschow hingegen verblaßte trotz elf erfolgreicher Jahre an der Spitze der UdSSR. Von ihm blieb vor allem sein cholerischer UNO-Auftritt 1960 in Erinnerung, als er mit seinem Schuh kräftig das Pult bearbeitete. Ungerecht eigentlich, denn beide waren ideologisch verwurzelte, energische und interessante Männer, wie dieses gelungene Buch zeigt. --Joachim Hohwieler

Kurzbeschreibung

US-Präsident Kennedy und der sowjetische Parteichef Chruschtschow verkörpern das klassische Duell des Jahrhunderts: den atomwaffenstarrenden Kalten Krieg der 60er Jahre. Gleichzeitig bemühten sich beide um innere Reformen. Und beide waren auch als Charaktere einmalig, sei es durch Charisma und Frauengeschichten oder durch charmante Bauernschläue und polternde Auftritte.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein sehr gelungenes Buch 13. April 2000
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Der Autor beschreibt die völlig unterschiedlichen Aufstiege, Charaktere und politischen Überzeugungen dieser beiden Politiker sehr eindrucksvoll und in einem gut verständlichen Sprachstil. Er erzählt im Sinne eines neutralen Beobachters, nicht pro-amerikanisch oder pro-sowjetisch, was mich sehr beeindruckt hat, da dies dem Leser die Möglichkeit bietet auch die für mich überwiegenden guten Seiten und Taten des häufig als Terroristen und machthungrig bezeichneten früheren KPdSU-Generalsekretärs sowie die teilweise durchaus vorhandene politische Unfähigkeit des als Mythos hingestellten Kennedy zu erfahren. Das Buch stellt die Lebensabläufe, die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen und Handlungen der beiden mächtigsten Staatsmänner zu Beginn der 60er und die in ihnen vorhandenen krassen Gegensätze eindrucksvoll und "spannend" dar. In Zeiten der Krise verband sie jedoch etwas: "Man darf die Welt nicht in die Luft sprengen!"
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gute Kurzeinführung 12. Januar 2004
Von Bernhard Nowak TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Das vorliegende Buch ist eine wirklich sehr gelungene Kurzeinführung in Lebenswerk und Politik der beiden Politiker, die zwischen 1961 und 1963 als Gegenspieler an der Spitze ihrer Staaten USA und UdSSR standen und durch die Kuba-Krise in eine direkte Konfrontation miteinander gerieten. Glücklicherweise siegte bei beiden Politikern der Wille zum Kompromiß und so der gesunde Menschenverstand. Es dürfte daher kein Zufall sein, dass diese Duographie (Doppelbiographie) mit einem Zitat des letzten Briefes von Jacqueline Kennedy an Chruschtschow nach Kennedys Ermordung beginnt: "Sie und er waren Gegner, die jedoch die Überzeugung verband, daß man die Welt nicht in die Luft sprengen darf."

Wie kamen beide Politiker an die Spitze ihrer Staaten? Wie entwickelten sie ihre Vorstellungen? Welches war ihre konkrete Politik? Wie sah ihr Gesellschaftsbild aus?

In dieser faszinierenden Biographie werden Leben und Werk beider Protagonisten ausführlich gewürdigt. Der Aufstieg Chruschtschows unter Stalin, seine Prägung durch den sowjetischen Diktator einerseits, seine allmähliche Lösung von ihm und dessen Vorstellungen andererseits bis zur Entwicklung eigenständiger Vorstellungen - die Entwicklung vom kleinen Pinja zum russischen Herrscher - wird insbesondere bei Chruschtschow faszinierend nachgezeichnet. Bei Kennedy wird im Anfangskapitel dagegen verdeutlicht, wie wichtig familiäre Beziehungen gewesen sind. Wurde Chruschtschow durch Stalin geprägt, so war Kennedys Vorbild Roosevelt - auch wenn es über die Appeasement-Politik und die Haltung gegen Deutschland große Meinungsverschiedenheiten zwischen Joe Kennedy, dem Vater des Präsidenten, und Roosevelt gab, so dass Joe Kennedy von einem Botschafterposten abberufen wurde. Trotzdem arbeitet sich Kennedy zäh nach oben, wird 1956 Vizepräsidentschaftskandidat der Demokraten - allerdings ohne Chance gegen den populären Eisenhower. 1961 schafft es der junge, dynamische Hoffnungsträger, Eisenhowers Vizepräsidenten knapp zu besiegen. Kennedy und Chruschtschow - der Intellektuelle und der Bauernsohn - verkörperten je auf ihre Weise einen Traum - wie Kennedys Inaugurationsrede vom 20. Januar 1961 verdeutlicht, dass Kennedy den "amerikanischen Traum" verwirklichen wollte: "Sie [die Rede; B.N.] beschrieb die Vision eines neuen fortschrittlichen Amerikas, das an die großen revolutionären Traditionen seiner Geschichte anknüpfen und in der Lage sein würde, Schwierigkeiten im Innern wie im Internationalen Leben zu lösen und zu neuer Größe aufzusteigen" (S. 66). Auch Chruschtschow verkörperte nach Stalins Tod Hoffnungen, die insbesondere mit seiner Entstalinisierung und seiner Entlarvung der grausamen Praktiken Stalins auf dem 20. Parteitag der KPdSU 1956 einen Höhepunkt erreichten. "Allmählich reiften die Voraussetzungen für einen weitergehenden gesellschaftlichen Wandel und ein geistiges Erwachen heran. "Die dumpfe Angst, der blinde Glauben begannen zu weichen""(S. 65).

So faszinierend die biographischen und gesellschaftlichen Details in dieser Einführung geschildert werden, so kommen Einzelheiten der Wirtschafts- und Außenpolitik etwas zu kurz. Dies wird insbesondere in Kapitel 4: "Big business und Großer Plan" deutlich. Insbesondere die Widersprüchlichkeit der Wirtschaftspolitik Chruschtschows, der ständig zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung in seiner Wirtschaftspolitik schwankte, kommt eindeutig zu kurz. Richtig bleibt jedoch die Feststellung auf S. 106, dass sich der Kremlchef aus der Umklammerung des bürokratischen Apparates lösen, dessen Befugnisse einschränken und ihn gleichzeitig effektiver machen wollte. Beiden, Chruschtschow und Kennedy, war auch in der Wirtschaftspolitik gemeinsam, dass sie ihre Gesellschaften auf der Basis ökonomischer Veränderungen reformieren wollten, ohne die gegebenen Herrschaftsstrukturen in Frage stellen wollten (S: 109). Dennoch kommt eine kritische Würdigung insbesondere der zum Teil recht chaotischen Wirtschaftspolitik Chruschtschows zu kurz. Auch die Außenpolitik, die im 5. Kapitel analysiert wird, kommt leider zu kurz. Insbesondere die Kuba-Krise, die die Welt an den Rand des atomaren Abgrundes brachte, wird zwar in ihren wesentlichen Abläufen auf S. 126- S. 141 dargestellt und bewertet, ihre Gewichtung ist jedoch angesichts der zentralen Bedeutung der Krise für die beiden Protagonisten nicht ausreichend. Auch die Behauptung, der entscheidende "erste" Brief Chruschtschows vom 26. Oktober 1962, in der die wesentlichen Vorschläge zur Lösung der Krise - Abzug der sowjetischen atomaren Mittelstreckenraken gegen eine Nichtangriffsgarantie der USA, sei vermutlich ohne Wissen des Parteipräsidiums (zwischen 1952 und 1966 Name des sowjetischen Politbüros, des Führungsgremiums der UdSSR) erfolgt, kann nach heutigen Erkenntnissen, insbesondere der Erkenntisse Dimitri Wolkogonows in seinem Buch: "Die sieben Führer" und Brauburgers: "Nervenprobe" (zumindest ersteres war dem Autor bekannt, er führt es in seinen Quellen auf) nicht aufrechterhalten werden.

Auch die Problematik des Vietnamkrieges wird äußerst kursorisch - auf 2 Seiten, S. 149/50 ! - abgehandelt.

Sehr gut gelungen allerdings ist wiederum das letzte Kapitel: "Der gewaltsame Abschied und das leise Vergessen", die die Ermordung Kennedys 1963 und den Sturz Chruschtschows ein Jahr später behandeln und die Wirkung der beiden Politiker untersucht. Die Bilanz ist sehr interessant zu lesen, da sich der Autor um differenzierte Einschätzung beider Persönlichkeiten bemüht - dies ist ihm gelungen.

Fazit: eine sehr gute erste Einführung, die zahlreiche Quellen, die am Ende aufgeführt sind, berücksichtigt, allerdings gewisse Schwächen in der Darstellung politischer Einzelbereiche, insbesondere der Wirtschafts- und der Außenpolitik enthält. Absolute Stärke des Buches ist der "psychologische Falkenblick", mit dem die unterschiedlichen Charaktere der beiden mächtigsten Männer ihrer Zeit beleuchtet und ihr Aufstieg geschildert wird. Daher absolut lesenswert.

Wer neugierig geworden ist und mehr Material zu dieser Epoche lesen möchte, der sei auf das Buch: "Powergame", Kennedy und Chruschtschow" von Michael Beschloss verwiesen (auf das der Autor im Quellenverzeichnis auch verweist), der diese Einführung vertieft.

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