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In Deutschland hat sich Edgar Rice Burroughs hauptsächlich als Autor von Tarzan einen Namen gemacht. Vor allem in Amerika und England zählen Burroughs Werke dagegen zu den großen Klassikern der phantastischen Literatur. Andrew Stantons Film basiert auf 1912 erstmals erschienen Geschichte der Prinzessin vom Mars, die Burroughs später um weitere Romane zum Barsoom-Zyklus ausbaute. Seine Marsabenteuer sind klassische epische Science Fiction und John Carter der erste literarische Weltraumheld, dessen Geschichten nicht nur preisgekrönte SF-Autoren wie Robert A. Heinlein, Arthur C. Clarke und Ray Bradbury inspirierten, sondern auch Regisseure wie George Lucas (Star Wars) oder James Cameron (Avatar) maßgeblich bei der Entwicklung ihrer filmischen Welten beeinflusst haben. Wenn es Andrew Stanton (Findet Nemo, WALL-E) vielleicht nicht ganz gelungen ist, mit seiner Verfilmung an die genannten filmischen Vorgänger anzuschließen, liegt dies sicher zum Teil auch an der mangelnden Popularität der literarischen Vorlage hierzulande sowie der sehr komplexen Geschichte, die auf einen jahrtausende alten Konflikt zurückgreift, mehrere verfeindete Marsvölker ins Spiel bringt und – wie es sich für einen SF-Klassiker gehört – mit fremdartigen Namen nur so um sich wirft. Wer bereit ist, sich auf eines der ersten Science-Fiction-Abenteuer des 20. Jahrhunderts einzulassen, wird auch im 21. Jahrhundert noch den Ursprung vieler populärer Mythen und großer Filmklassiker entdecken können. Visuell wuchtig inszeniert, setzt Stanton ganz auf spektakuläre Schauwerte und große Schlachtengemälde, die in jeglicher Hinsicht mehr mit der Vergangenheit als der Zukunft zu tun haben. Wie Star Wars ist auch John Carter eher ein SciFi-Western, ein phantastischen Märchen, in dem der tapfere Held die schöne Prinzessin rettet und in dem man nicht unbedingt jedes Wort auf die Goldwaage legen sollte. -- Ellen Große
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