MEDIUM (Blu-ray/DVD):
- Bild: durchschnittliche bis gute Schärfe, Farben natürlich, Schwarzwerte ok
- Ton: solide Abstimmung zwischen Dialog und Musik/Actionpassagen, Musik teils etwas zu vordergründig, Räumlichkeit gut und wirklich gut mit Stimmen etc. ausgereizt
Blu-ray: DTS-HD MA 5.1 (!), DVD: DTS 5.1, DD 5.1
- Extras: (das unvermeidliche:) Audiokommentar mit Carpenter, Interviews, B-Roll, Trailer (DVD + Blu-ray)
- Sonstiges: UNCUT
FILM:
Einem Film von John Carpenter muss man immer eine Chance geben. THE WARD hat diese Chance gar nicht nötig, Wird uns doch ein schauspielerisch und von der Story her sehr guter Horror-Thriller geboten. Nicht over-the-top, aber klar überdurchschnittlich wird hier im Stile der 80er mit überschaubarem Budget wieder ein Film der nach sehr viel mehr aussieht auf uns losgelassen und er hebt sich erfrischend von der gegenwärtigen Torture-Porn Welle ab und schafft einen klassisch-zeitlosen Beitrag zum Genre.
Die Schockeffekte werden handwerklich sehr ansprechend dargestellt und man merkt ihnen die grosse Erfahrung des Regisseurs in bezug auf dezente bis "vordergründig-shocking" Grusel- und Schockeffekte an. Entgegen kommt diesem Setup, dass der Film auf sehr überschaubarem Terrain, nämlich überwiegend im Umfeld eines Irrenhauses in den 60er Jahren spielt. Wer Gore und Splatter sucht wird ihn in diesem Film nicht finden. Aber eine Menge guten old-school Grusel und auch eine Story die zwar nicht wirklich neu in der Anlage ist, aber dennoch für eine faustdicke Überraschung sorgt.
Amber Heard als Hauptdarstellerin Kirsten wirkt trotz Ihrer Erfahrung aus über 30 Filmen wie ein frisches unverbrauchtes Gesicht und spielt meines Erachtens hervorragend. Wie auch zuletzt in dem sehr guten ZOMBIELAND und auch ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE. Dies liegt sicher in guten Teilen wiederum an der extrem soliden und unprätentiösen Regiearbeit von John Carpenter der dem "Irrenhaus goes Haunted House" Genre mit THE WARD einen guten Beitrag bescheren kann. Kirsten versucht mit allen Mitteln eine Erklärung für die unheimlichen Geschehnisse und das Verhalten der Insassen zu finden auch wenn die Klinik diese Dinge auf ihren eigenen Geisteszustand beschränken möchte.
Die Effekte wirken niemals lächerlich (z.B. Duschszene mit Kirsten) und stets von grosser Erfahrung und Gelassenheit geprägt hochwertig und nur den dramaturgischen Erfordernissen verpflichtet. Jede Totale oder auch Schwenk-Kamerafahrt trifft genau den zu zeigenden Ausschnitt, so dass man sich sofort gut aufgehoben fühlt und auf den Film und das Gezeigte einstellt und auch mit den Protagonisten identifiziert. Hier und da übertreibt der Meister es vielleicht mit den Hui-Buh Effekten aber dennoch verfolgt man die Handlung mit äußerster Spannung bis zum Ende.
So bleibt in Zusammenfassung ein sehr guter, wenn auch natürlich nicht überragender Horror-Thriller ohne wirkliche Innovation, aber mit einer guten Gesamtleistung aller nötigen Teile und sogar Überraschungselementen. John Carpenter hat sich damit keinen wirklichen Lapsus erlaubt wie viele Kollegen in den Spätjahren ihres filmischen Schaffens.
4/5 Zwangsjacken...äh,...Sternen