HANDLUNG
Der italienische Film von 2004 widmet sich Papst Johannes XXIII. und versucht sein Leben nachzuzeichnen. Hierbei lässt man nichts aus. Man sieht wie er als Kind zum Glauben und seiner Religiosität kam, bearbeitet seine wichtigsten Stationen und erlebt ihn letztendlich auf seinem Sterbebett. Dabei wird häufig zwischen den Zeiten hin und her gesprungen.
MEINUNG
Dieser besondere Papst hat über eine Dokumentation hinaus ohne Frage auch einen abstrakten Erzählfilm verdient. Hier trennt man jedoch nicht ganz, sondern streut immer wieder dokumentarische Teile ein. Darin liegt auch die Krux des Films. Es ist zu viel. In einem Spielfilm das ganze Leben dieses Papstes zu bedenken, ist eine Aufgabe, die nicht gut gehen konnte. Besser hätte man sich auf wenige Stationen, dann aber wirklich mal intensiv konzentriert.
So bleibt nach Beendigung des Films nicht viel von Johannes dem XXIII. hängen. Dass er ein anderer, besonderer Papst war, erfährt man letztlich nur dann, wenn man sich mit ihm anderweitig befasst. So gelingt dem Film weder eine näher bringende Doku noch ein unterhaltender Spielfilm. Durch die Fülle, die ungünstigen Schnitte, das unausgegorene Drehbuch ist es zudem schwer, am Ball zu bleiben, der Geschichte wirklich zu folgen, bis man darauf kommt, dass man hier kaum etwas folgen kann. Das Fernsehfilm-Niveau in Bild, Ton und Synchronisation tut sein Übriges.
FAZIT
Will man diesem Papst näher kommen, muss man sich ein anderes Medium suchen. Will man einen Spielfilm auf dem Boden eines religiösen Dramas sehen, wird man allenfalls bescheiden unterhalten. Will man wenigstens etwas erfahren, sollte man sich wach halten und Notizen machen.