Anlässlich der Seligsprechung Papst Johannes Paul II. hat der aus Düsseldorf stammende Historiker, Autor, Dokumentarfilmer und Fachjournalist Michael Hesemann mit seinem nunmehr 34. Buch eine äußerst fesselnde Biographie dieses herausragenden Papstes verfasst. So heißt es in dem Buch, dass Papst Johannes Paul II. zu einer 'Pilgerreise um die Welt' aufgebrochen sei, 'die über 25 Jahre lang dauern, die ihn in 129 Länder, an über 600 verschiedene Orte und zu 250 Millionen Menschen führen sollte; ein Pilgerpfad von 1.160.113 Kilometern Länge, was dem 29fachen Erdumfang oder einer dreimaligen Reise zwischen Erde und Mond entspricht' (S. 54/55). Der Autor hat Papst Johannes Paul II. auf seinen Reisen nach Fatima, ins Heilige Land und nach Polen begleitet.
Das Buch wird ist durch sehr bewegende Bilder von Arturo Mari abgerundet, der durch seine Tätigkeit als päpstlicher Leibfotograf Papst Johannes Paul II. von allen Mitmenschen am nächsten gekommen ist.
In eindrucksvoller Weise sind in diesem Buch die Kindheit und Jugend von Karol Wojtyla, dem späteren Papst dargestellt. Es erschließt sich dem Leser, dass diese Zeit auf Grund des frühen Todes der Mutter und seiner Schwester besonders schmerzvoll war. Auch sein Bruder starb recht früh. Sein Vater, der einen tief verwurzelten Marienglauben hatte, vermittelte diesen auch seinem Sohn. Und in dem Buch wird dann sehr gut beschrieben, dass die Muttergottes Karol Wojtyla sein ganzes Leben lang begleitet hat. Auf sie hat er immer vertraut und daher nicht in sich selbst, sondern vielmehr in Maria, den Grund für den Fall des Eisernen Vorhangs gesehen. In dem Buch wird auch berichtet, dass Papst Johannes Paul II.. der Muttergottes kontinuierlich dafür dankte, dass er das schwere Attentat am 13. Mai 1981 überlebt hat. Auf Grund der Tatsache, dass Karol Wojtyla mit jüdischen Kindern aufgewachsen ist, lag ihm auch zeitlebens die Aussöhnung mit den Juden und mit Israel sowie die permanente Erinnerung daran, dass sich so etwas wie die Shoa niemals wiederholen darf, besonders am Herzen.
Von zentraler Bedeutung ist sicherlich, dass Karol Wojtyla schon in jungen Jahren als Priester einen guten Draht zur Jugend hatte. In dem Buch wird erwähnt, dass ihm der Erzbischof von Krakau im Jahre 1949 die St. Florians-Kirche im Universitätsviertel zugewiesen habe und dass er hier richtig in seinem Element gewesen sei (S. 42). In diesem Kontext sei daran erinnert, dass es Johannes Paul II. war, der die Weltjugendtage ins Leben gerufen hat. Auch hier zeigt sich also ein roter Faden in seinem Leben.
Sehr beeindruckend ist weiterhin, dass der Autor mehrfach darlegt, dass es der sehnlichstes Wunsch Papst Johannes Paul Il. war, die Kirche in das dritte Jahrtausend zu führen. Das Buch macht deutlich, dass er dies nur dadurch geschafft, dass er die Muttergottes immer wieder um ihre Fürsprache gebeten hat und dass er sein eigenes Leid ertragen konnte, weil er von einer bedingungslosen Christusliebe gekennzeichnet war.
Fazit: Das Buch ist von der ersten bis zu letzten Seite eine sehr spannende Lektüre. Man will das Buch nicht weglegen, wenn man es einmal aufgeschlagen hat. Nicht zuletzt schafft es der Autor, den Leser derart in die Welt Karol Wojtylas und des späteren Papstes einzutauchen, dass der Leser am Ende meint, sein Wegbegleiter zu sein.