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| 1. Johannespassionen Komplett - Rubens Sibylla |
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein musikalisches Ganzes,
Von Martin Wahlers (Darmstadt, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Johannes-Passion (1725) (Audio CD)
Diese Aufnahme (Herreweghes zweite) hat mich wirklich begeistert! Ein phantastischer 16stimmiger Chor, ein zurückhaltendes aber alertes Orchester und zumeist fabelhafte Solisten zeigen das Werk aus einem anderen, etwas milderen Licht als der dramatische Gardiner. Das hängt nicht nur mit der Wahl der Werkfassung zusammen: hier wurde Bachs zweite Version von 1725, entstanden nach der Erstaufführung, eingespielt. Laut Booklet wurde Bach nämlich von seinen Vorgesetzten implizit vorgeworfen, die Johannespassion enthalte zu viele opernhafte Momente. Die daraufhin entstandene Fassung enthält einige andere, sehr schöne und dramatische, Arien als die bekanntere Erstaufführungsfassung, leider entfielen aber einige wenige Chöre, vor allem der großartige Anfangschor („Herr, unser Herrscher"). Das könnte ein Manko sein, würde das Ganze nicht so intensiv und stimmig zu einer musikalischen Einheit geformt: Die Passionsgeschichte wird sehr sorgfältig und zupackend erzählt, die Tempi in den Chören und Arien sind jedoch insgesamt ein wenig ruhiger gewählt als etwa bei Gardiner - kein Nachteil, sondern Zeit, um Zwischenstimmen hörbar zu machen, die sonst im "Sturm der Ereignisse" untergehen! Bei Herreweghe steht die tröstliche Botschaft im Mittelpunkt. Die Choräle sind nicht „Durchgangsstation" sondern echter Ruhepol. Für mich gibt es bei der Johannespassion nur ein entweder/oder: Einerseits kann man das Ganze so folgerichtig und dramatisch anpacken wie der meiner Meinung nach immer noch unübertroffene Gardiner oder eben etwas „kontemplativer", wie es Herreweghe hier ebenso folgerichtig dirigiert. Ein Mittelweg, wie ihn etwa der ebenfalls hörenswerte Suzuki wählt, wirkt zwar in seinen Einzelteilen faszinierend , aber eine musikalisch-dramatische Einheit entsteht so leider nicht. Kurz gesagt: Diese Aufnahme ist ein Muss! Wer sich nur eine Version der Johannespassion zulegen möchte, sollte aber besser die mitreissende Einspielung Gardiners probehören, allein, weil einem hier der Anfangschor entgeht. Ansonsten: unbedingte Empfehlung!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Maßgebend,
Rezension bezieht sich auf: Johannes-Passion (1725) (Audio CD)
Wieder einmal setzt Philippe Herreweghe Maßstäbe in seinen Bach-Interpretationen. Mit seiner Neueinspielung der Johannespassion setzt er auf die 1725-Fassung des Werkes. Chor und Orchester spielen wie gewohnt unerreicht. Auch die Solisten singen auf hohem Niveau und mit dem richtigen Gefühl für den Gestus der Arien, nie drängen sie sich vor die Musik. Hinreissend sind auch die Choräle, Herreweghes Interpretation trifft in jedem Einzelnen exakt die Stimmung und lässt den Hörer förmlich erschauern. Eigentlich kann man keine Arie, kein Rezitativ, keinen Chor und keinen Choral herausheben um diesen besonders würdigen, musizieren die Interpreten doch in jedem einzelnen Satz mit traumwandlerischer Sicherheit und schaffen es, dass Bachs Musik den Hörer berührt, als sässe er direkt im Konzert. Zusammenfassend kann man also sagen, dass diese Aufnahme, wie jede andere Bach-Einspielung des Belgiers, in jeden Plattenschrank ganz in die vorderste Reihe gehört!
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Hier wird viel Spannung unterschlagen - oder schlicht verschenkt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Johannes-Passion (1725) (Audio CD)
Das Werk trägt den Untertitel *ein musikalisches Drama der Leidensgeschichte*, und in der Tat: der Inhalt ist höchst bewegend. Meinem Erachten nach bleibt diese Einspielung über weite Strecken hinweg flach und so sehr zurückgenommen, dass man sie als insgesamt eher misslungen betrachten kann. Obwohl das Ensemble und die Solisten sehr gut sind, springt kein Funke rüber. Das *gewisse Etwas* fehlt.Absoluter Tiefpunkt erscheint mir die an sich hochdramatische Baß-Arie *Eilt, ihr angefochtnen Seelen*. Obwohl die Stimme kultiviert und sicher ist, wird die Arie schlicht vorgesungen, und keineswegs interpretiert. Der Text kommt merkwürdig teilnahmslos herüber, als würde ein überzeugter Nichtvegetarier verkünden, dass es auf dem Wochenmarkt wieder mal Bio-Pastinaken gibt - was ihn vollkommen kalt lässt. Eine meditative Herangehensweise in Ehren, aber: Langeweile muss nicht sein. Wie es gehen könnte, lässt der wirklich präsente A. Scholl erahnen. Die Alt-Arie *Es ist vollbracht* leuchtet demnach als einsamer Edelstein in einer zähen Lehmmasse. Mein Fazit: pädagogisch wertvoll, aber nicht mitreißend. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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