Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit manchmal etwas langsameren Tempi als gewöhnlich bieten Buchbinder und Harnoncourt einen maßvollen Zugang zu diesen monumentalen Werken. Vom ersten Takt des ersten Konzertes wird klar, dass wir zutiefst empfundene und bedeutsame Interpretationen erleben werden. Harnoncourt holt ein spürbares Gefühl der Verwunderung aus dem Concertgebouw Orchestra bei Brahms' Verzögerung vor dem Einsetzen des Klaviers, und als seine Zeit gekommen ist, dehnt Buchbinder diese Atmosphäre gern noch etwas aus. Die Stimmung bleibt durch einen magisch gespielten langsamen Satz erhalten. Teldecs Anmerkungen heben die Leistung von Horsch für sein Solospiel am Cello bei dem Andante des zweiten Konzertes hervor und dies aus gutem Grund, denn er macht das beste aus einer der prägnantesten Melodien von Brahms. Es gibt so ein starkes Gespür dafür, dass jeder -- Solist, Orchester, Dirigent -- auf einer Linie liegen und das gleiche Ziel verfolgen, aus diesem so substanziellen Werk auch noch den letzten Tropfen an musikalischen Wert herauszuholen. Die Aufnahmen wurden 1998 und 1999 live im Amsterdamer Concertgebouw aufgenommen und sind glücklicherweise frei von unerwünschten Publikumsgeräuschen. Dies sind großzügig angelegte Interpretationen von großer, zeitloser Musik, die das Wesen der Werke erfassen, die das Klavierkonzert auf ein neues Niveau hoben.
--Keith Clarke