Wer Johann Sebastian Bachs Orgelmusik liebt und schätzt, sich aber nicht das umfangreiche Gesamtwerk in den Schrank stellen möchte oder kann, der sollte diese CD als erste Wahl betrachten.
Zu einem beginnt sie mit Bachs wohl berühmtesten Orgelstück, der Toccata und Fuge d-moll BWV 565, aus der Reifezeit des Komponisten. Koopmans Version ist von bemerkenswerter Frische und trotz der lebhaften Tempi von unübertroffener Klarheit. Wer das leider recht verschlissene Stück gut zu kennen meint, wird mit Koopmans Auslegung einige Überraschungen erleben. Ich selbst habe nach mehrmaligem Hören den Eindruck, es noch nie in solcher Feinabstufung und tiefen Empfindung gehört zu haben.
Das gilt auch mehr oder weniger für die anderen Werke: Toccata, Adagio und Fuge C-dur BWV 564, Passacaglia c-moll BWV 582 und Pastorale BWV 590. Zur Abrundung der großartigen CD folgen noch die sechs sogenannten Schübler-Choräle, von denen mich ganz besonders das "Wachet auf, ruft uns die Stimme" BWV 645 tief beeindruckt hat. Ich glaube ohne Übertreibung sagen zu können, daß Ton Koopman als einer der besten, wenn nicht d e r überzeugendste Bach-Organist der Gegenwart zu gelten hat.
Für Einsteiger, aber auch für Fortgeschrittene ist die von der DGG in ihrer preiswerten Reihe "3D-Classics" vorgelegte CD ein Pflichtalbum. Der Organist spielt auf großen Instrumenten, und zwar auf der Orgel in Maassluis, Groote Kerk (BWV 564-565, 582, 590) und in Amsterdam, Waalse Kerk (Schübler-Choräle BWV 645-650).
Die technische Realisation ist von hoher Qualität, und das mehrsprachige Textheft enthält einen guten Beitrag von Christian Wolff.