Was macht man mit einer Passionsmusik von Bach von der eine Handvoll Arien und Choraele ueberliefert ist sonst aber nur der blanke Evangelientext des Markus? Die Markus Passion von Bach ist ein Raetsel gebleiben. Eine Loesung versuchte Ton Koopman der in Bachs Haut schluepfte und versuchte die Arien und die gesamten Rezitative neu zu inszenieren und sogar zum nachempfindenden Komponisten wurde. Ein gelungenes Experiment sagten damals viele aber schlussendlich ist Koopman dann doch kein Bach.
Nun gibt es eine weitere, kongeniales Experiment - das Geruest der ueberlieferten Arien und Choraele mit einem Rezitator zu kombinieren. Dominique Horwitz gelingt es dabei ohne falsches Pathos und mit erstaunlicher Eindringlichkeit den Evangelien Text mit der Musik Bachs zu verbinden.
Die musikalische Gestaltung nach Orignialklang Prinzipien bleibt im Rahmen der Kleinbestezung - eine Stimme pro Part - von der Koelner Akademie und den Saengern der Gruppe Amarcord. Sie musizieren unter der ueberzeugenden Leitung von Michael Alexander Willens ebenso eindrnglich und meditativ wie Horwitz den Text einfuegt.
Ich habe viele Passionsauffuehrungen gehoert aber kaum eine so gueltige und meditative wie diese. Das ist die Passion selbt fuer solche die sonst vor "grossen" Bach Passionen wegen Gewaltigkeit eher Angst haben.
Zum genau Zuhoeren, Reflektieren und Nachdenken ueber die Endlichkeit - einfach genial dieses gelungene Experiment von Text und Musik.
Auch fuer alle die die schon alle Passionen Bachs in allen "wichtigen" Einspielungen haben - ein Muss fuer den Plattenschrank!