Ein guter Anlass für ein gutes Buch. Am 10. Mai 2010 begeht die literarische Welt den 250. Geburtstag des alemannisch-deutschen Dichters Johann Peter Hebel. Und so kommt die Biographie des Literaturwissenschaftlers gerade recht.
Hebel ist große Literatur - vor allem bekannt durch die wunderbaren "Alemannischen Gedichte" und das berühmte und unvergängliche "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes". Es ist eine kunstvolle und volksnahe Literatur, die sich auch aus der Landschaft am Oberrhein und des Markgräfler Lands, speist.
Bernhard Viel stellt die Persönlichkeit des Dichters, Pädagogen, Theologen und Parlametariers in allen seinen - oft auch widersprüchlichen - Facetten dar. Er wählt dazu einen erzählerischen Ansatz, der es ihm ermöglicht Johann Peter Hebel sehr lebensnah zu beschreiben. Ohne allerdings die wesentlichen kritischen und literaturwissenschaftlichen Aspekte zu vernachlässigen oder den geistigen, politischen und theologischen Kontext der Zeit, in dem Hebel lebte und wirkte, zu übersehen.
Interessant und überzeugend die Darstellung des Verhältnisses Hebels zu seiner Mutter, die er bereits als Dreizehnjähriger verlor. Ein traumatische Erlebnis des Todes, unter dem er litt, das aber - so Viel - auch Kräfte freisetzte, die Hebel zum Kalendermann, zum Dichter machten.
Gegen die irdische Vergänglichkeit des Glücks hat Hebel zeitlebens aufbegehrt. Auch und gerade daraus ist seine Dichtung zu lesen.
So führt Bernhard Viels Hebel-Biographie sehr einfühlsam zu den Werken des Dichters, die nach wie vor zeitlos und wunderschön sind.