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Johann Holtrop. Roman [Gebundene Ausgabe]

Rainald Goetz
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

9. September 2012
Der Roman »Johann Holtrop« erzählt die Geschichte eines Chefs aus Deutschland in den Nullerjahren. Der Roman hat drei Teile. Der charismatische, schnelle, erfolgreiche Vorstandsvorsitzende Dr. Johann Holtrop, 48, seit vier Jahren Herr über 80000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von fast 20 Milliarden weltweit, ist aus der Boomzeit der 90er Jahre noch ganz gut in die neuen, turbulenten, wirtschaftlich immer schwieriger werdenden Zeiten gekommen. Die Handlung setzt ein im November 2001 und erzählt im ersten Teil Geschehnisse in der von Holtrop geführten Assperg AG, die weit von ihm weg und am unteren Rand der Wahrnehmungsschwelle Holtrops passieren. Im Zentrum steht eine in der thüringischen Provinz angesiedelte, zum Assperg-Konzern gehörende Beratungsfirma Arrow. Holtrop entläßt deren Chef Thewe aus fragwürdigem Anlaß. Im zweiten Teil werden die ersten sieben Monate des Jahres 2002 erzählt, ganz auf Holtrop und seine Arbeit in der Assperg-Hauptverwaltung konzentriert. Die Wirtschaftskrise bringt Holtrop wegen schlechter Geschäftsergebnisse unter Druck. Er merkt nicht, wie stark, auch aus persönlichen Gründen, gegen ihn beim Firmenpatriarchen Berthold Assperg Stimmung gemacht wird. Er hält sich für unangreifbar, wird unerwartet selbst entlassen. Der dritte Teil erzählt die Jahre von 2003 bis 2010. Zuerst kommt Holtrops Familie in den Blick, die der Schauplatz der reaktiven Depression nach der Entlassung ist. 2004 geht er als Partner einer Investmentgesellschaft nach London. Auf dem Höhepunkt der Finanzeuphorie übernimmt er 2006 in Deutschland Verantwortung für den angeschlagenen Gerätehersteller Lanz AG. Die Finanzkrise von 2008 zerstört Holtrops Rettungsversuche dort. Er verläßt die Firma, Lanz muß Insolvenz anmelden. Holtrop wird vor Gericht angeklagt. Die Prozesse ruinieren seinen Ruf endgültig. So wird im Lauf der Nullerjahre aus Egomanie und mit den Widerständen wachsender Weltmißachtung, der Verachtung der Arbeit, der Verachtung der Gegenwart und der Verachtung des Rechts, ganz langsam und für Holtrop selber nie ganz klar erkennbar, ein totaler Absturz ins wirtschaftliche Aus und das gesellschaftliche Nichts, so fürchterlich, wie sein früherer Aufstieg glorios gewesen war.

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Produktinformation

Leseprobe Jetzt reinlesen [PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 343 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (9. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422812
  • ISBN-13: 978-3518422816
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 8.318 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Rainald Goetz, dessen Werk sich wie das keines anderen deutschsprachigen Gegenwartsschriftstellers aus der offenen Auseinandersetzung mit der Realität und ihren Protagonisten speist, hat mit Johann Holtrop, das geschrieben, was seit Jahren immer wieder von ihm erhofft, in Andeutungen sogar versprochen und letztlich doch nicht wirklich erwartet worden war: einen großen Roman über das Deutschland der jüngsten Vergangenheit.«

(Sebastian Hammelehle Spiegel Online )

»Er will etwas Großes. Er ist ein Projekt, ein Werk, eine Kampfansage.«

(Iris Radisch Die Zeit )

»Dieser >Abriss der Gesellschaft<, so der doppeldeutige Untertitel, holt schweres Gerät in die Trümmer eines Systems, in dem jeder seine eigenen Strippen zieht.«

(Britta Heidemann Westdeutsche Allgemeine Zeitung )

»Ja, das Buch ist wichtig, denn für diese Geschichte braucht es einen wie Rainald Goetz.«

(Christine Käppeler der Freitag )

»...mit seiner hitzköpfigen Sprachgewalt,seinem kaltblütigen analytischen Furor, und seinem spröden Witz hat die Totalabrissbirne Goetz sich eindrucksvoll in ein Kaputtes System vergraben.«

(Lothar Müller Süddeutsche Zeitung )

»...ein Schlüsselroman über Aufstieg und Fall des früheren Bertelsmann-Vorstandschefs Thomas Middelhoff, eine genauestmögliche Mimikry an die Floskelsprache der Wirtschatfsapparate, eine fundamentale Abrechnung mit dem Kapitalismus als Lebensform am Beispiel seines Spitzenpersonals. Die Wiederkehr des Hasses als Motor des Erzählens.«

(Richard Kämmerlings Welt am Sonntag )

»Endlich gibt's einen neuen Roman von ihm.«

(sueddeutsche.de )

»Goetz gelingt ein eindrucksvolles Gesellschaftspanorama. Zeitgemäßer kann ein Roman nicht sein.«

(Maika Albath Deutschlandradio Kultur )

»Humorvoll, ironisch, angriffslustig und wunderbar gehässig - sehr gelungen!«

(Andreas Fanizadeh taz. die tageszeitung )

»Eine brillante Machtanalyse. Für mich der Buchpreis-Gewinner des Jahres.«

(Julia Encke )

Über den Autor

Rainald Goetz, geboren 1954 in München, studierte Medizin und Geschichte, lebt in Berlin.

Er hat bisher fünf Bücher geschrieben über die folgenden Themen: über PSYCHIATRIE den Roman Irre; über REVOLUTION die Stücke Krieg; über die RAF: Kontrolliert. Geschichte; über SPRACHE: Festung. Stücke; und über PARTY die Geschichte der Gegenwart Heute Morgen.

Mit seinem neuen Roman Johann Holtrop setzt Goetz das Buch Schlucht, eine Analyse der Nullerjahre, fort; bisher erschienen: Klage, loslabern, elfter september 2010.


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74 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen LABER-LITERATUR 12. November 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Er kann es nicht: Romane schreiben. Hat es nie gekonnt. Schon „Irre“, sein bekanntestes Buch, das auf den Spuren Bennscher und Bernhardscher Verstörungen eindrucksvoll begann, wurde im letzten Drittel zum hechelnden Kulturbetriebsgefasel – das berüchtigte „Loslabern“…

Und „Johann Holtrop“? Manager sind gierig nach Macht und Geld und kriegen den Hals nicht voll: Wer zu dieser Einsicht noch nicht selbsttätig gelangt ist, kann sich hier belehren lassen. Die meisten aber sind von der totalen Korruptheit der Geldelite doch längst überzeugt. Hier bekommen sie ihre Bestätigungslektüre. Deshalb ist „Johann Holtrop“ gerade in seiner Totalkritik ein total affirmatives Buch.

Und es ist langweilig. Verstolperte Prosa, die nur Goetz-Schwärmer für kraftvoll halten. Reizwörterkauderwelsch: „...und die strukturelle Kaputtheit des Systems der Verachtung erzeugte bei ihm vor allem Überlegenheitsgedanken...“ „Holtrop fand den paranoid pedantischen Detaillismus von Blaschke pervers.“ Usw.

Goetz will ganz, ganz böse sein. Aber er macht seine Figuren so klein, dass sich der Kampf gegen sie nicht lohnt: nichts als Strichmännchen in Nadelstreifen. Da fehlt der Instinkt eines Romanciers, der seine Figuren erst einmal aufbaut, bevor er sie niederreißt.

Und die Handlung ohne erzählerische Dynamik, immer nur additiv: noch ein Meeting und noch eine Sitzung und noch ein Stehempfang und noch eine kleine Konspiration: kein Gesellschaftsroman, sondern literarisch aufgebrezelter Gesellschaftsklatsch.

Die notorischen Verweise auf real existierende Personen haben nicht die schräge Komik eines Joachim Lottmann, bei dem sich Goetz diese Manier offenbar abgeschaut hat. Sie kaschieren die Beschreibungsschwäche. Da hat jemand ein ticartiges Zucken im Gesicht, „wie man das von Finanzminister Eichel her kannte…“ Man stelle sich vor: Ein Musil oder Mann oder Döblin hätte die Eigenheit einer Figur dadurch plausibel zu machen versucht, dass er behelfsweise auf irgendeinen Politiker seiner Zeit verwiesen hätte, zum Beispiel: „Augenbrauen, wie man sie von Rudolf Hilferding her kannte...“ (war ein SPD-Finanzminister in der Weimarer Republik).

Aber unter Kultur-Professoren, die ihm Preise verleihen, gilt Goetz als Pop - als aufregender Gegenwarts-Mitschreiber. Hat er doch 1983, als die Punk-Welle längst abgeebbt war, im hinter den Moden herlahmenden Literaturbetrieb den scharfen Punk gegeben mit seiner Schlitzer-Nummer. Später hat er Techno getanzt, ohne dass dies einen überzeugenden literarischen Niederschlag gefunden hätte – aber immer wichtig, immer Berlin-Mitte... Bei seinen Auftritten ist Goetz ein Genie-Darsteller, mit Gefuchtel und wirren Sätzen, was immer stark an die Professoren-Parodien von Piet Klocke erinnert.

„Dass er nichts zu sagen hatte, hinderte ihn ja wohl nicht daran zu reden.“ Dieser Satz aus „Johann Holtrop“ trifft die Sache...
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Johann Holtrop, Abriss der Literatur (?) 20. Oktober 2012
Von Rolf
Format:Gebundene Ausgabe
Kurz nachdem ich das Buch Johann Holtrop, Abriss der Gesellschaft gelesen habe, hatte ich zudem Gelegenheit, Rainald Goetz auf der Frankfurter buchmesse live zu erleben, der dort seinen Roman präsentierte und ich glaube inzwischen das literarische Anliegen hinter dem Roman ganz gut zu verstehen.
Goetz liefert mit diesem Roman eine Analyse und zugleich Aburteilung der Finanzwelt im Allgemeinen und der nur teilweise fiktiven Hauptfigur, des Managers Johann Holtrop im Besonderen. Gleichzeitig ist dieser Roman eine bitterböse schwarze Komödie die der Highsociety der der Finanzwelt den Spiegel vorhält. Der Roman soll also gleichermaßen als Denkanstoß ernst genommen werden und zudem auch unterhalten und genau darin liegt das grundlegende Problem des Romans. Der Roman ist weder heiß noch kalt, weder schwarz noch weiß. Goetz will mit diesem Roman zu viel auf einmal.
Als objektive Analyse der Finanzwelt funktioniert der Roman nur sehr eingeschränkt, da er nicht glaubhaft genug ist. Das Hauptproblem hierbei ist, dass nicht nur Einige, sondern absolut Alle im Roman vorkommenden Romanfiguren auf ihre Weise total verblödet sind, darüber hinaus immer selbstgerecht, immer maßlos egoistisch und immer ausschließlich auf den eigenen Vorteil bedacht. Dies war auch der einstimmige Hauptkritikpunkt der meisten Literaturkritiker die sich mit dem Werk befasst haben. Es wirkt einfach unglaubwürdig, dass absolut jeder Mensch, der in dem fiktiven Unternehmen Asperg AG arbeitet, zwangsläufig ein komplett charakterloser Vollidiot sein soll. Man fragt sich zwangsläufig, wie so ein Unternehmen denn funktionsfähig sein soll.
Nun könnte man den Roman natürlich als eine Art Groteske begreifen, als eine bitterböse Satire, die allein den Zweck hat zu unterhalten, doch auch das will nicht ganz klappen, da der Roman durchaus seine Längen hat. Über lange Strecken fand ich den Roman in etwa so spannend und abwechslungsreich wie seine Umschlaggestaltung: Einfarbig und öde.
Auch wenn ich Rainald Goetz als Autor sehr schätze und Jedem uneingeschränkt empfehle, einmal eine Lesung von Goetz zu besuchen, wenn sich die Gelegenheit bietet, da dieser Mann einfach hochintelligent und grandios unterhaltsam ist, so kann ich leider nicht Jedem empfehlen, auch den ganzen dreihundertvierzig Seiten langen Roman zu lesen.
Fazit: Auch wenn dieser Roman nach meiner Meinung nicht gerade zu dem Besten gehört, was je in deutscher Sprache geschrieben wurde, muss man dem Roman dennoch zugute halten, dass er zumindest stellenweise durchaus geistreich und unterhaltsam ist. Ich gebe dem Roman daher auch genau drei Sterne, weil er zwar nicht besonders gut ist, allerdings auch nicht besonders schlecht.
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34 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wut 21. September 2012
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Inhalt
Der Roman gibt Aufstieg und Fall des Romanhelden Johann Holtrop wieder. Im ersten Kapitel erleben wir einen Topmanager auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Vorstandsvorsitzender der Assperg AG (Bertelsmann). Der wundersam Aufsteigende entfernt, unter fragwürdigen Umständen, den Leiter einer Außenstelle des Konzerns in Krölpa. Ebenjene Entlassung fällt Holtrop im zweiten Teil auf die Füße. Im Fahrwasser der Wirtschaftskrise nach dem 11. September 2001 gerät der Konzern gleichsam ins Trudeln und mit ihm sein Chef, der hilflos zwischen Aktionismus und Agonie laviert. Zum Verhängnis aber wird Holtrop all dies nicht – sein zerrüttetes Verhältnis zur Gattin des Firmenpatriarchen führt zu seiner Demission. Seine ganz persönliche Ergebniskrise überwindet Holtrop durch ein Engagement bei einer Londoner Investmentfirma. Als Vorstandschef der nahezu insolventen Lanz AG (Karstadt) feiert er ein Comeback. Hier jedoch kann er weder die Firma noch seine Karriere noch sich selbst retten.

Stilistik
Rainald Goetz erfindet sich nicht neu und bleibt seinem Idiom treu. Lieblingsworte wie „kaputt“, „wirr“ oder „inhaltistisch“ werden häufig genutzt. Hinzu kommen neue, köstliche Goetz – Vokabeln wie „Zukunftsfanatiker“, „Entscheidungshysteriker“, „kaputtbezahlt“ und obligatorische Gemeinheiten wie „ein neuer Dicker vom Typ Dobrindt, Mappus, Döring, Heil: jung, fett, bombig unterwegs.“ Die Lektüre ist also ein großer Genuss und beileibe nicht nur Goetz – Anhängern zu empfehlen.
Die Rahmenhandlung wird über die Schilderung prägnanter Szenen vermittelt. Psychologischen Einschätzungen, Situationsanalysen und inneren Monologen wird dabei viel Platz gegeben. Besonders der Blick des Autors für die Codes in der Welt der Manager beeindruckt: Ein Gespräch an der Kaffeemaschine, die zähen Minuten bis zu einem erwünschten telefonischen Rückruf, ein Vertragsschluss in der „Bibliothek“ eines Hotels, die lediglich einen Schrank mit Buchattrappen enthält. Alles ist Inszenierung, Berechnung, Herrschaft. Goetz zeigt, dass an der Spitze von Konzernen vieles zählt, aber keine lehrbuchmäßige Betriebswirtschaft.

Schlüsselroman
Viele Kritiker verwiesen nachdrücklich auf den Aspekt des Schlüsselromans. Ja, es ist ein Schlüsselroman. Selbst flüchtige Zeitungsleser werden binnen weniger Absätze das reale Vorbild jeder Figur decodiert haben. Verschiedentlich wurde der Vorwurf erhoben, der Autor habe seinem Buch hier zu wenig Abstraktion und Verfremdung angedeihen lassen. Dieser Vorwurf aber läuft ins Leere: Im Zusammenhang des „Schlucht – Projektes“ und der Kontinuität von Goetz’ Vorgängerwerk „Loslabern“ soll der Leser einen Bericht der Nullerjahre erhalten. Er soll gerade die realen Personen erkennen. Ebendiese (man denke an die Prozesse um Middelhoff und Kirch) können hier aber naturgemäß nur verschlüsselt auftreten. Liest man das Buch auf diese Weise erhält man die beeindruckende Schilderung eines literarisch kaum beachteten Milieus. Reale Zustände werden, überzeugend verdichtet, zu großer Literatur.

„Abriss der Gesellschaft“
...lauter der Untertitel des Romans. Er ist im doppelten Sinne zu verstehen und verweist auf die Wirkung des Romans. Zunächst ist der Roman ein Exzerpt oder auch eine Wiedergabe gesellschaftlicher Realität. Zugleich aber muss „Abriss“ im destruktiven Sinn verstanden werden. „Verstehen heißt erschrecken“ heißt es an einer Stelle. Und, tatsächlich, der Leser erschrickt unweigerlich über die Kälte des Romans. Es findet sich praktisch keine positiv geschilderte Figur, kein menschlicher Hoffnungsschimmer, kein Ausweg. Das „System“ ist nicht anonymen Mechanismen zuzuschreiben, sondern von seinen Akteuren gemacht. Diese Gesellschaft ist nicht zum Guten hin wendbar. Sie kann nur von Grund auf zerstört werden.
Der Vorwurf war zu naheliegend, als der nicht an verschiedener Stelle gemacht wurde: Goetz übertreibe doch wohl mit dieser Darstellung. Elias Canetti aber sagt, er wolle nicht präzise beschreiben, sondern präzise übertreiben. Und dank Thomas Bernhard wissen wir, dass Literaten sich manchmal, vielleicht auch nur in der Übertreibung verständlich machen können. „Wütend schritt ich voran“ steht auf dem Buchrücken. Woher diese Wut kommt, will Goetz als skeptischer Beobachter seiner Zeit dem Leser vermitteln. Und dies gelingt. Mit Nachruck.

Fazit
„Johann Holtrop“ ist ein großer, ein bedeutender Roman. Einmal mehr rückt Rainald Goetz Personen ins Zentrum seiner Literatur, die sonst keine dichterische Repräsentanz haben. Die deutsche (Gegenwarts)Literatur ist arm an Betrachtungen des Wirtschaftslebens oder auch nur der wirtschaftlichen Grundlage von Protagonisten. Es ist ein großes Glück, dass ein so bedeutender Autor wie Goetz dieser Leere begegnet. Das Buch ist jedem an avancierter Literatur Interessierten zu empfehlen. Es eignet sich aufgrund seiner Zugänglichkeit und, im besten Sinne, konventionellen Machart besonders für Leser, die noch kein Buch von Rainald Goetz gelesen haben.
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Vor 29 Tagen von SGSi9000 veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Davon habe ich mir mehr erwartet.....
....nett zu lesen, aber eher im belanglosen dahindümpelnd...mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen, auch wenn Amazon hier von mir mehr erwartet....
Vor 2 Monaten von Michael HofsÃss veröffentlicht
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Vor 3 Monaten von handy-fan veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen ein katastrophaler Roman
Der Roman "Johann Holtrop" ist eines der schlechtesten Bücher, was ich die letzten Jahre gelesen habe. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von danieleut veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Business Punk Memories
Wolfgang Höbel (KulturSPIEGEL) empfindet den Text als “brutal seltsam”, in diesem Urteil den Sprachduktus Goetzens imitierend: eine Null-Aussage. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Stefan Hetzel veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen lumpi
Ich habe mich teilweise durch die Kapitel gequält und geärgert. Manche Sätze gingen fast endlos verschachtelt über eine ganze Seite. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von lumpi veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Johann Holtrop
Die kaum nachvollziehbaren und verzwickten Verbindungen, die vor allem zu Anfang umständlichst beschrieben werden, haben mir den Zugang zum Buch sehr erschwert. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Dr. Andreas Faensen-Thiebes veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen muß das sein?
quälend lange,aneinandergereihte,unendliche und sinnentreissende nebensätze,das plagt den leser bei dieser tollen erzählung. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von theo veröffentlicht
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