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Joel und Ethan Coen
 
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Joel und Ethan Coen [Taschenbuch]

Joel Coen , Ethan Coen , Peter Körte , Georg Seeßlen
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Taschenbuch --  
Taschenbuch, Juni 2000 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 287 Seiten
  • Verlag: Bertz + Fischer (Juni 2000)
  • ISBN-10: 3929470748
  • ISBN-13: 978-3929470741
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 16,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 458.894 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Wir sind glücklich, dass überhaupt einer unsere Filme mag." Angesichts ihrer Arbeit glaubt man den Gebrüdern Joel und Ethan Coen die Äußerung aus dem Einstiegsinterview dieses Bandes sogar. Denn Leinwandprodukte wie Raising Arizona, Fargo oder The Big Lebowski sind nun wirklich nicht am Massengeschmack ausgerichtet. Dennoch (oder gerade deswegen?) gelten die Coen-Brüder seit ihrem Regie-Erstling Blood Simple von 1984 als herausragende Filmemacher.

Prompt wurden die beiden Gegenstand des zweiten Bandes der film-Reihe des Berliner Bertz-Verlages. Einer Buchserie, die man getrost zu den besten in Deutschland zählen kann. Jedenfalls dann, wenn man fachkundige und detaillierte Werkanalysen schnell geschriebenen Fanbüchern vorzieht. Da das Jahr 2000 einen neuen Coen-Streifen (O Brother, Where Art Thou?) hervorbrachte, hat man passenderweise auch dem Buch eine Neuauflage spendiert, in der sich Georg Seeßlen dieses Filmes annimmt. Wie bei seinen Kinovorgängern auch wird zunächst die Handlung genauestens nacherzählt und kommentiert (inklusive ausführlichster Photostrecken), alsdann erfährt das Werk eine Gesamtwürdigung. Die den Filmkapiteln nachgestellte Filmographie ist ausführlich wie immer in dieser Buchreihe, oder kann sich irgendjemand an den Kurzauftritt von Joel Coen in Spione wie wir erinnern? Hier steht er drin!

Eines sind die Filme der Coens nie, das hat man mit diesem Band schriftlich: langweilige Allerweltsprodukte. Denn "Coen County ist bekanntlich der Hölle verwandter als der psychologisch-realistischen Dramenwelt". Was aber nicht bedeutet, man müsse Coen-Vorstellungen immer erschüttert verlassen. Deren Wirkung auf den Zuschauer kann man kaum besser ausdrücken als Seeßlen in seinem das Buch beschließenden Essay: "Immer wenn ich aus einem Film der Coen-Brüder komme, empfinde ich ein seltsames, unbrauchbares Gefühl der Zärtlichkeit". --Joachim Hohwieler

Kurzbeschreibung

Peter Körte, geboren 1958; Feuilletonredakteur und Filmkritiker bei der Frankfurter Rundschau. Bücher: 30 Jahre "Argument" - Interviews zu einem Jubiläum (als Herausgeber), Humphrey Bogart (Reihe rororo-Monographien), Quentin Tarantino (als Co-Autor), Mitarbeit an Alfred Hitchcock und Das Ufa-Buch. Aufsätze in CineGraph - Lexikon zum deutschsprachigen Film.
Georg Seeßlen, geboren 1948; freier Publizist. Texte u.a. für Die Zeit, Frankfurter Rundschau, Freitag, Konkret, Der Tagesspiegel, epd Film, Zoom, blimp. Seminare und Gastvorlesungen an Hochschulen in München, Siegen und Marburg. Zahlreiche Bücher zum Film und zur populären Kultur: Der pornographische Film, Unterhaltung - Lexikon zur populären Kultur, Clint Eastwood trifft Federico Fellini, Quentin Tarantino (als Co-Autor), Alfred Hitchcock (als Co-Herausgeber) und weitere."fundiert und schön bebildert" (Focus)
"Wie heißt es so schön: ein Muss" (die tageszeitung)
"ein intellektuelles Vergnügen" (Darmstädter Echo)
"unvergleichliche Arbeit mit den Fotos" (Sächsische Zeitung)
"Das derzeit beste Kino muss man lesen ..." (Rolling Stone)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die Filmbücher aus dem Bertz-Verlag sind eigentlich immer sehr gut, und mit geringen Abstrichen gilt das auch für das Coen-Buch. Zunächst das Positive: Das Buch ist optisch äußerst ansprechend gestaltet und mit reichhaltigen Filmfotos in guter Qualität illustriert. Diese fügen sich auch optimal in den Text ein, dh. sie passen zu den jeweiligen Passagen, illustrieren das gerade Erläuterte und sind daher mehr als nur optischer Reiz. Die Essays sind zumeist sehr ansprechend und auf einem hohen Niveau, aber trotzdem auch dann verständlich, wenn man kein Filmstudent ist. Bei den Dingen, die Herausgeber Seeßlen selbst geschrieben hat, gilt dies nicht so ganz: Man muss einen ziemlichen kulturgeschichtlichen und wissenschaftlichen Background haben, um das alles zu verstehen. Um ehrlich zu sein, manchmal scheinen seine Interpretationen übertrieben. Aber das kann den Eindruck nur minimal trüben. Interessant ist es nämlich allemal, sich einmal durch diese Gedankengänge zu kämpfen; irgendwie habe ich doch bei jedem neuen Versuch wieder einen Aha-Effekt, obwohl ich's hundertptozentig immer nch nicht kapiert habe. Diese aus meiner Sicht etwas schwierigen Texte machen aber nicht den Hauptteil des Buches aus. Erfreulich ist, dass auch dem Film "Crimewave" ein ganzes Kapitel gewidmet ist, zu dem die Coens das Drehbuch geschrieben haben, den sie aber nicht inszeniert haben. Tipp: Die Richtige Mischung aus Anspruch und Unterhaltung wird im Konkurrenzwerk von Kilzer/Rogall m.E. besser getroffen, aber es lohnt sich auf jeden Fall, beide zu haben, wenn man sich für die Coens interessiert. Also: Trotz eines gewissen Hanges zum Fachchinesisch ein gelungenes und unterhaltsames Buch!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die bessere Alternative 16. Januar 2005
Format:Taschenbuch
Man kann die Filme der Coens anschauen und sich amüsieren. Verstehen kann man sie in der Regel nicht. Dabei hilft auch dieses feine Buch aus dem Bertz-Verlag nicht wirklich weiter. Allerdings steigert es das Amüsement, weil man zumindest erfährt, weshalb man die Filme eigentlich nicht verstehen kann. Und obwohl jedem der Filme (meine Ausgabe ist aus der ersten, der 98er Auflage und daher ohne Seeßlens Besprechung von „O Brother, Where Art Thou?") eine eingehende Betrachtung gewidmet wird, die den Leser über filmische oder literarische Vorbilder und Querverweise unterrichtet und ihm Verständnisangebote macht, bleibt dennoch klar, daß den Coens das Spiel mit der Form wichtiger ist als der vieldeutige Inhalt ihrer Filmerzählungen.

Heraus sticht Georg Seeßlens abschließender und das filmische Oeuvre der Coens zusammenfassende Essay „Spiel. Regel. Verletzung.", und zwar aus zwei Gründen. Einmal aufgrund der Sperrigkeit des Textes, der im Gegensatz zu den gut lesbaren und verständlichen Besprechungen der einzelnen Filme vom Leser einiges an Abstraktionsvermögen verlangt. Zum anderen, weil der Versuch, tatsächlich etwas Durchgängiges im Werk der beiden Brüder auszumachen und zu so etwas wie einer Gesamtaussage zu komponieren, mehr oder weniger zu gelingen scheint, ohne verkrampft zu wirken.

Im Vergleich zu dem Konkurrenz-Werk von Kilzer/Rogall ist die Bertz-Publikation in jedem Fall vorzuziehen. Weil sie ihre Sache, d. h. die Coens und ihre Filme, ernst nimmt und sich dafür entscheidet, eine professionelle Distanz zu dieser Sache zu wahren und nicht mit ihr ins Bett zu gehen. Was Kilzer und Rogall, die eine unentschlossen-bemühte Melange aus Fandom und Filmwissenschaftlichkeit abliefern, für meine Begriffe leider nicht gelingt.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Diese Rezension ist eigentlich ein Vergleich des vorliegenden Buches mit demjenigen von Kilzer/Rogall über Joel & Ethan Coen. Beide Bücher sind auf die eine oder andere Art sehr ansprechend, beide haben aber auch geringe Schwächen. Der vorliegende Band ist der "größere, schwerere", im Guten wie im Schlechten. Er ist dicker, enthält mehr Text und mehr Bilder in besserer Qualität. Wie immer bei Bertz & Fischer sind diese Bilder punktgenau an der passenden Textstelle angeordnet und somit Teil der Erörterungen statt schmuckes Beiwerk. Nach einem kurzen Interview mit den Coens folgen Essays zu den einzelnen Filmen. Während im Band von Kilzer/Rogall die beiden Autoren alles selbst geschrieben haben, sind Körte/Seeßlen vorliegend "nur" Herausgeber, haben zwar einiges selbst geschrieben, aber für vieles andere Autoren engagiert. Dem Band ist also eher Sammelwerk als derjenige von Kilzer/Rogall. Das meine ich erst einmal nicht wertend; der Blick verschiedener Autoren kann äußerst gewinnbringend sein. Meist ist er das auch. Viele Beiträge gehen mehr in die Tiefe als der ebenfalls schon gute Kilzer/Rogall. Besonders erfreulich ist, dass - anders als bei der Konkurrenz - auch "Crimewave" von Sam Raimi ein eigenes längeres Kapitel gewidmet bekommen hat. Zu diesem Film haben die Coens das Drehbuch geschrieben, bevor sie ihre Scripts selbst inszenieren sollten. Diese grelle Krimifarce einmal ausführlich vorgestellt und analysiert zu bekommen, ist eine reine Freude, zumal der oft sehr anspruchsvoll schreibende Georg Seeßlen seinen Hang zum Verschwurbelten zurückgefahren hat und seine Liebe zu comic-artigem Trash stärker zur Geltung kommen lässt - bei zugleich großer Sachkenntnis. Bestechender als hier habe ich noch nie das Phänomen der "life cartoonery" erklärt bekommen. Indem beschrieben wird, wie hier ein Realfilm nach den Gesetzen des Cartoons (mit deutlichen Anleihen bei Tex Avery) funktioniert, werden auch die Gesetze des Cartoons selbst plastisch vor Augen geführt. Als Beispiel ist die Beschreibung der Szene zu nennen, in der ein Mann aus dem Hochhaus fällt, auf die Straße kracht und gegen alle Plausibilität feststellen muss, dass ihm nicht das Geringste fehlt. Gerade als er deswegen zu lachen beginnt, erfasst ihn ein Auto, und er klebt tot, aber immer noch mit dem Lachen an der Windschutzscheibe. Ja, so war das bei Bugs Bunny, Tom & Jerry, Donald Duck und anderen...

Die weiteren Analysen sind ebenfalls bestechend, teils eigenwillig und gewagt, aber nie unverständlich, sondern im positiven Sinne mutig, und unterfüttert von tiefer Sachkenntnis der Filme sowie ihrer Hintergründe (des Inhalts, des visuellen Stils, der Erzähltechnik). Am Schluss ist es leider ausgerechnet Seeßlen, der den Tiefpunkt setzt. Ich gebe freimütig zu, im Kapitel "Spiel. Regel. Verletzung. Auf Spurensuche in Coen Country" (das mit Abstand längste Kapitel) herzlich wenig verstanden zu haben. Wild schmeißt Seeßlen mit Bezügen aus so ungefähr jeder Kultur und Geisteswissenschaft um sich, dass ein Rezensent einmal treffend bemerkte, Genie und Wahnsinn seien nah beieinander. Dabei ist schon spürbar, dass Seeßlen sehr viel weiß und auch weiß, was er sagen will Ein Beispiel für einen Satz, der irgendwie interessant ist, aber der zu geballt und leserunfreundlich mit zu vielen verschiedenen Verweisen um sich wirft, ist hier (S. 246): "Und es gibt die Verdoppelung: In 'Raising Arizona' gibt es das durchgedrehte Gangsterpaar, aber alle Figuren begegnen auch ihrer eigenen negativen Spiegelung, wie Barton Fink Karl Mundt oder H.I. dem wahnsinnigen Biker, Barnes, dem aufgedrehten Liftboy, der schließlich seine Nemesis wird, Tom Reagan seinem (jüdischen) Gangster-Widerpart. Eine Konstruktion von Handlung und zugleich, gewiss, das theologische Grundproblem: Ich bin ich. Der erste erschreckende Schritt des Bewusstseins. Und: Ich bin jemand anderes. Der zweite erschreckende Schritt des Bewusstseins. (Es ist, wenn wir uns einen frivolen Schlenker in europäische Vorstellungswelten erlauben dürfen, die Begegnung des Hölderlin-Menschen, der ,den Gott in sich spürt', mit dem Menschen von Franz Kafka, der aus Furcht vor der Macht des Prinzips, den inneren Monolog beginnt." (Das falsche Komma nach "des Prinzips" folgt dem Original.)

Uff! Stattdessen hätte dem Buch ein so geniales Kapitel wie dasjenige über die Bildkompositionen der Coen-Brüder bei Kilzer/Rogall angestanden, in dem letzterer kenntnisreich und sehr anschaulich filmische Wirkungen gut bebildert erläutert und über die Coens hinaus ein Filmverständnis ungemein fördert. Dennoch: Die deutlich überwiegenden Vorzüge des Buches sichern ihm seine vier Sterne. Die Aktualisierung um ein Kapitel über "O Brother, Where Art Thou" ist mittlerweile verfügbar, aber ich habe sie nicht gelesen und rezensiere daher hier die Erstauflage. Mittlerweile haben die Coens mehr als nur einen weiteren Film gedreht. Für eine Neuauflage wäre es mal wieder Zeit. Sie müsste gar nicht viel dicker werden...
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