Diese Doppel DVD ist der absolute Knaller! Was Joe Bonamassa hier zeigt, stellt alles, wirklich alles vorher dagewesene, in den Schatten.
Zunächst einmal sind die DVDs sehr geschickt gestaltet und erzeugen eine sehr besondere Stimmung. Die Stimmung nämlich, die Joe Bonamassa gehabt haben musste, als er zum ersten Mal die Royal Albert Hall betrat, nachdem er ca. 20 Jahre lang davon träumte, dort als Gitarrenspieler aufzutreten. Das wird durch Interviews von ihm selbst, aber auch von seiner Familie und mit netten Fotos aus dem Familienalbum illustriert. Und dabei wird aber die Konzertatmosphäre keineswegs gestört, was ich bislang so auf Konzertvideos noch nicht gesehen habe.
Also allein schon dafür mein höchstes Lob an die Verantwortlichen, denn nichts ist so störend, wie ein Konzert, dessen Stimmung von Interviews mit den Musikern unterbrochen wird, wie zum Beispiel auf der kürzlich erschienenen DVD von Eric Clapton und Steve Winwood ("Live at Madison Square Guarden"), die davon leider stark beeinträchtigt ist.
Aber hier: Trotz gelegentlicher Einblendungen von Joe, der in der Kneipe beim Wein etwas zu seinem Werdegang berichtet, wird die Konzertatmosphäre nicht gestört.
Und die hat es in sich, aber wie:
Was zunächst sehr deutlich ins Auge, wie auch ins Ohr fällt, ist die Tatsache, dass hier zwei Drummer am Werk sind und zwar perfekt aufeinander abgestimmt, häufig drummen sie synkron.
Und die beiden würden die ganze Szenerie dominieren, wäre da nicht Joe Bonamassa, der mit dieser starken Rhythmussektion perfekt harmoniert und einfach eine tolle Version seines Repertoires nach der anderen aus dem Ärmel schüttelt.
Alles sehr drum - gewaltig, aber das tut seiner Musik ausgesprochen gut. So erfährt der Song "High water everywhere" durch die protzige Drumsektion eine deutliche Aufwertung und klingt absolut begeisternd. Die Drums sind mit Bogie Bowes und Anton Fig prima besetzt. Alle anderen Musiker sind ebenso virtuos.
Und Joe Bonamassa hat die Gelegenheit seine Klasse zu zeigen und die nutzt er. Ich habe selten so guten Blues, Jazz, Rock und solch einfühlsame Gitarrenimprovisationen gehört. Dieser Typ ist für mich ein absolutes Ausnahmetalent. Und das kann man hier auf diesen DVDs auf Stücken, wie: " Django", "So many roads", Sloe gin", "Happier times", "Just got paid" oder "Mountain time" eindrucksvoll sehen und hören. Und das sind nur die absoluten Highlights für mich. Einen wirklich schwachen Song habe ich nicht gefunden, alle Stücke haben Klasse und sind absolut hörenswert.
Dann kommt aber noch die Zugabe "Woke up dreaming", bei der man einmal sehen kann, wie Joe die ganze Royal Albert Hall mit einer Gitarre unter Strom setzt.
Und als Bonus gibt es noch ein ausführliches Interview mit Joe, in welchem er zu nahezu jedem der Songs etwas zum besten gibt und mit der Gitarre die Themen noch einmal spielt. Super Einblicke in das Entstehen guter Musik und Bühnenarbeit!
Klanglich sind die DVDs erstklassig, für mich insgesamt DIE DVD des Jahres 2009. Wer die nicht kauft ist selbst schuld! Ein MUSS!