Richard Nelson Bolles gehört für mich zu den besten Experten, wenn es um das Finden eines Jobs geht. Und zwar nicht, weil seine Bücher inzwischen in 20 Sprachen übersetzt wurden und Millionenauflagen erreichten. Diese Erfolgszahlen sind lediglich das Ergebnis seines Ansatzes und seiner Methoden. Als ich noch beim Arbeitsamt der Stadt Zürich tätig war und Bolles für die Berater zur Pflichtlektüre erklärte, waren die ideologischen Widerstände beträchtlich. Und leider sind sie es zum Teil noch heute. Aber Bolles lässt sich nicht beirren und spricht weiterhin Klartext. Auch in harten Zeiten gibt es Jobs für Menschen, die hart daran arbeiten, eine Stelle zu finden. Aber wer nur auf das Glück vertraut und meint, die Arbeitswelt habe auf ihn und durchschnittliche oder halbherzige Bewerbungen gewartet, gehört nicht zum Zielpublikum von Bolles. Für alle anderen hält der Autor von "What Color Is Your Parachute" Vorschläge bereit, die man annehmen und befolgen sollte.
In diesem schmalen, lediglich 150 Seiten Lesestoff enthaltenden Büchlein steht das Wichtigste in komprimierter Form. Und wer trotzdem mehr wissen möchte, greife zur großen Bolles-Bewerbungsbibel. Aber als Einstieg genügt das neue Buch völlig. Zuerst macht Bolles klar, warum es immer freie Stellen gibt. Dann vermittelt er mit Fakten und Geschichten Hoffnung, um danach die besten und schlechtesten Methoden der Jobsuche vorzustellen. Bei diesem Kapitel werden einige ins Staunen kommen, weil sich die Ansichten von Bolles zum Teil beträchtlich von dem unterscheiden, was in anderen Ratgebern und den Medien vertreten wird. Aber wer den Arbeitsmarkt und die Realitäten des Bewerbens aus eigener Praxis kennt, muss Bolles einfach zustimmen. Das Internet nennt der Autor denn auch die 12-Prozent-Lösung. Und nachdem er die Frage, ob man wirklich Bewerbungsunterlagen brauche, klar und nachvollziehbar beantwortet hat, widmet er sich in den letzten drei Kapiteln der konkreten Stellensuche. Dabei stellt er auch seine erfolgreiche Methode vor.
Mein Fazit: Als Einstieg in die erfolgreiche Methode von Richard Nelsen Bolles ist dieses Büchlein bestens geeignet. Nicht zuletzt deshalb, weil es auf Irrtümer aufmerksam macht und das Wesentliche anschaulich zusammenfasst. Zudem berücksichtigt die deutsche Übersetzung die Besonderheiten des deutschen Arbeitsmarktes, inklusive Adresshinweise. Der Autor macht den Lesern Mut, ohne die Hindernisse und die Realitäten zu beschönigen. Kurz: In jeder Hinsicht ein empfehlenswertes Buch.