Nach den ganzen Previews zu Painkiller Resurrection war ich wirklich gespannt auf das Spiel. Diese Spannung hielt bis rund 3 Minuten nach dem Intro an. Was dann passiert, lässt sich etwa so beschreiben:
Ich wunderte mich, warum die frisch gespawnten Gegner nicht wie üblich mit einem Teleportationseffekt in der Welt landeten. Stattdessen erschienen sie einfach aus dem Nichts. Dann kommt die Überraschung, dass sich deren Geschwindigkeit anscheinend im Vergleich zum Ur-Painkiller erhöht hat. In der Annahme, das läge am gewählten Schwierigkeitsgrad, startete ich ein neues Spiel auf einer leichteren Stufe. Keine Änderung. Die Gegnermasse wie gehabt unangenehm schnell.
Darauf folgt die Erkenntnis, dass das Spiel ruckelt. Und zwar nicht nur etwas, sondern im Verhältnis zum dargestellten Inhalt und in Anbetracht dessen Qualität schon ganz schön viel. Also ab ins Optionsmenü, an den Details geschraubt - keine Änderung. Ziemlich mager für 3GB Arbeitsspeicher, einen Intel E8400 und eine GeForce 9600GT, zumal das Spiel (zumindest vom Design her) wesentlich schlechter aussieht als der erste Teil von 2004.
Gut, man nimmt es hin, spielt etwas weiter und wird langsam mürrisch, weil fortwährend Gegner auf einen einprasseln, während man kaum geradeauslaufen kann. Denn in der Abteilung für Leveldesign herrschte allem Anschein nach einstimmig die Meinung, ebene Böden, freie Laufwege oder richtungsweisende Farbgebung seien altmodisch und unnütz. Stattdessen darf man sich seinen Weg durch unübersichtliche Hallen (die mit Bänken und anderen Stolperfallen bis oben hin gespickt sind) und irreführende Tunnel bahnen. Dabei trifft man auf mehr Texturausrichtungsfehler und Gruben, in denen man hängen bleibt und danach von Gegnern übertürmt wird, als einem lieb ist. Es folgen Sprungeinlagen die vermutlich niemand, der Painkiller nicht gespielt hat, verstehen wird. Zwischendurch fragt man sich noch, warum es in der Kirche, in der man sich anscheinend befindet, schneit (oder staubt?), während die ganze Szene je nach Ort in blaues oder violettes Diskolicht getaucht ist.
Mehr als enttäuscht vom ersten Level lädt man das zweite, freut sich erneut über einen unmäßig langen Ladevorgang, wie man ihn schon vom ersten Level her kennt, und darf danach bestaunen, was passiert, wenn die Frames (Bilder pro Sekunde) so in den Keller rutschen, dass man sie mit bloßem Auge zählen kann. Von Optimierung fehlt hier jede Spur.
Wenn man dann hart gesotten ist, tut man sich das erste Drittel des Levels noch an, schüttelt dann den Kopf und fragt sich, wie dreist Menschen sein können, für so viel Müll so viel Geld nehmen zu können. Danach beendet man das Spiel und deinstalliert es. Das geht sogar recht schnell und ruckelt nicht.
Wer Painkiller (das Originalspiel von 2004) noch nicht gespielt hat, holt das an dieser Stelle bitte nach, da er sonst einen wirklich guten Shooter verpasst. Je nach Bedarf legt er sich auch das Addon zu. Von dem restlichen wir-machen-Geld-aus-einem-bekannten-Namen Paket, auch bezeichnet als "Painkiller Overdose" und "Painkiller Resurrection" rate ich dringend ab. Denn alles, was nach dem Addon "Battle Out of Hell" kam stammt nicht von den Entwicklern (People Can Fly) des Erstwerkes und ist auch qualitativ nicht mit Painkiller "1" zu vergleichen.