24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Äußerst mäßig!, 12. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: 1914 - The Great War (Computerspiel)
Ich habe dieses Spiel nur gekauft, weil mich das Szenario interessierte (WWI-Strategiespiele sind selten) und der Text auf der Verpackung recht vielversprechend klang. Was ich mir da gekauft hab, ist allenfalls ein besseres Schachspiel. Ausser Schützengräben gibt es keine Deckung; Objekte auf dem Schlachtfeld sind äusserst rar und man kann auch noch mit jeder Einheit durch sie hindurchschiessen. Das Terrain spielt also praktisch kaum eine Rolle.
Zudem ist das Bewegungssystem äusserst sinnlos: Eine Einheit, die in einer Runde geschossen hat, kann sich danach nicht mehr bewegen. Sie müssen also entweder erst bewegen und dann schiessen, oder sofort schiessen. Erst Angriff und danach flüchten ist in einer Runde nicht möglich. Ausserdem stört mich erheblich, dass die Einheiten nie ihr Ziel verfehlen. Für einen hartgesottenen Strategiefan kaum zu verstehen: Selbst bei der Artillerie geht jeder Schuss ins Schwarze. Dazu kommt, dass bei allen Einheiten die Entfernung vom Ziel für die Schadeswirkung völlig unerheblich ist.
Neben den pausenlosen Abstürzen könnte ich jetzt noch garantiert hundert Sachen aufzählen, die den Spielspass gründlich verderben. Ich persönlich habe den Eindruck, dass das Spiel halbfertig ausgeliefert wurde. Da keinerlei Patches verfügbar sind, ist dieses Produkt nicht mal ganz großen Fans zu empfehlen. Das Spiel ist nicht einmal einen Bruchteil so komplex, wie es der Text auf der Verpackung (identisch mit Produktbeschreibung des Herstellers, s.o.) verspricht!Kaufen Sie diesen Titel auf keinen Fall, sie werden sich hinterher nur darüber ärgern.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Netter Zeitvertreib aber nicht mehr, 16. August 2003
Rezension bezieht sich auf: 1914 - The Great War (Computerspiel)
Vielleicht liegt es daran, dass ich „1914" für nur einen Bruchteil des Ladenpreises erworben habe, vielleicht liegt es auch daran, dass die vielen negativen Kritiken meine Erwartungen gleich Null gesetzt haben, jedoch kann ich diesem Spiel einiges mehr abgewinnen als die meisten anderen Rezensenten, obwohl ich ihre Kritikpunkte durchaus verstehe und teile.
Nach altbewährtem Rundenstrategieprinzip kann man, auf Seiten der Alliierten oder der Deutschen, einen Grossteil des 1. Weltkrieges nachspielen, es stehen einem, je nach Partei, verschiedene Einheiten zur Verfügung und passende Zitate, sowie Sprachausgabe sorgen für das richtige historische Flair (obwohl auf chemische Kampfstoffe verzichtet wurde).
Die Grafik ist zwar nichts besonderes jedoch durchaus passabel und ansehnlich, trotzdem sollte man keine grösseren Effekte erwarten. Musik und Sounduntermalung sind ebenfalls in Ordnung, von Zeit zu Zeit setzt Marschmusik ein, ansonsten ist während der ganzen Runde Gefechtslärm und Rasseln von Panzerketten zu hören.
Das Brettspielsystem, bei dem sich Einheiten auf dem Feld frei bewegen können erweist sich für Spiele in 3D im allgemeinen und bei 1914 im Besonderen als leicht irreführend was vor allem mit der mangelhaften Kollisionsabfrage zusammenhängt, so dass es vorkommt, dass, während der Computer seinen Zug macht, zwei Einheiten gegeneinanderlaufen und für die nächste Minute nicht aneinander vorbeikommen.
Das Angriff-Schaden Prinzip ist mehr als unausgewogen; hier zeigt sich das Brettspielprinzip, bei der jede Einheit Soundsoviel Stärke und Soundsoviel Energiepunkte hat; so stecken Infantrieeinheiten gut 3 Treffer mit Schwerer Artillerie ein bevor sie letztendlich sterben oder auch ein Feuerstoss mit dem Flammenwerfer tötet niemanden, sondern zieht nur Energie ab; das mag zwar bei einem Brettspiel funktionieren, aber im Spiel erweist es sich als nachteilhaft und unrealistisch. Des weiteren existiert zwar, soetwas wie Schutz der Einheiten durch verschiedene Geländemodifikationen, diese ist jedoch vom Spieler nicht über- oder durchschaubar, da keine Angaben dazu gemacht werden- man merkt nur, dass eine Einheit weniger beschädigt wird, wenn sie an einem bestimmten Punkt steht, aber wo dieser Punkt ist, darauf muss man selbst kommen. Häuser oder Bunker können weder besetzt, noch zerstört werden.
Das 1914 zu leicht ist, kann ich eigentlich nicht behaupten, denn der Computer führt seine Züge immer konzentriert und schlagartig, mit mehreren Einheiten aus: Hat man eine Einheit eingekesselt, wird sie in den meisten Fällen alles tun, um zu einer grösseren Gruppe zurückzufinden. Trotzallem ist die KI nicht sehr berauschend; man kann zwar bei einer Brettspieladaption nicht viel erwarten, dass der Gegner aber mitten im Gefecht anfängt meine Stacheldrahtbarrieren zu zerstören (die mit Feuer explodieren, wohlgemerkt), die er einfach umgehen könnte ist ein wenig ernüchternd. Auch strategisch hat der Computer wenig auf dem Kasten, ein Angriff von zwei Seiten ist beispielsweise nicht zu erwarten, es sei denn die Mission schreibt es vor.
Die lange Wartezeit, bis der Computer mit seinem Zug fertig ist, und die sich manchmal bis zwei Minuten hinziehen kann (Kollisionsfehler nicht miteinbezogen) ist frustrierend, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Einheiten plötzlich nur noch zwei Schritte gehen können, wo sie vorher 10 gehen konnten und es ihnen, wenn sie zu stark verletzt bzw. beschädigt ist, unmöglich ist, anzugreifen.
Ein Kritikpunkt, der dem Spielspass aber einen starken Schlag versetzt ist der, dass sich gegnerische Einheiten, die zu stark beschädigt sind, um angreifen zu können, immer in den hintersten Winkel der Karte verkriechen; nicht nur, dass man erst den ganzen Rand der Karte absuchen muss, sondern auch, dass es unmöglich ist, diese Einheiten noch zu zerstören, da der äussere Rand der Karte in einem, für den Spieler, toten Winkel liegt, der von Einheiten nur noch unter grösster Anstrengung beschossen werden kann: Eine drehbare Karte wäre wünschenswert gewesen.
Alles in allem also, ist 1914 zwar uninspiriert, mit detaillarmer Grafik und ohne wirklich originelle Ideen, aber man kann sich trotz allem gut 2 Stunden mit einer Mission beschäftigen. Es ist zwar nichts besonderers, aber es macht Spass und für den Preis, für den 1914 ausserhalb der Läden verkauft wird, kann man nur sehr wenig falsch machen.
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