Als Jo Siffert zum Ende der Rennsportsaison 1971 bei einem relativ unbedeutenden Formel 1-Rennen in Brands Hatch tödlich verunglückte, waren die Bestürzung und die Trauer nur schwer in Worte zu fassen. Einer der sympathischsten und vielseitigsten Motorsportler fuhr nicht mehr. Vom Motorradsport über die Formel Junior, die Tourenwagen- und Sportwagenrennen sowie die Formel 2 hatte er sich bis zur Formel 1 entbehrungsreich nach oben gearbeitet. Jahrelang hielt er dem Team von Rob Walker die Treue, bevor er Werksfahrer bei BRM wurde. Sein größter Erfolg war der Sieg im Grand Prix von England 1968. Seine größte Berühmtheit erlangte er jedoch in den Rennsportwagen von Porsche. Dem Zuffenhausener Werksteam gehörte er von 1967 bis 1971 an und errang dort unzählige Siege, unvergessen sind seine teaminternen Duelle mit Pedro Rodriguez im legendären Porsche 917.
Es gab schon einige Bücher über den erfolgreichsten Schweizer Rennfahrer. Das von McKlein Publishing vorgelegte und von Ed Heuvink verfasste Buch stellt frühere Publikationen jedoch in den Schatten. Nach Vorworten von Philippe Siffert - Jo Sifferts Sohn - und Brian Redman wird Sifferts Karriere in sieben Kapiteln eingehend beschrieben. Zum einen chronologisch geordnet, richtet sich der Text zum anderen an den rund 350 hervorragenden Fotos aus, die zweifellos den roten Faden und die Orientierung dieses lesenswerten Werkes darstellen. Viele Fotos und Textpassagen eröffnen einen Blick hinter die Kulissen eines Rennfahrerlebens und zeigen neben dem brillanten Rennfahrer auch einen ruhigen und nachdenklichen Menschen in diesem manchmal etwas lauten Umfeld und auch im privaten Rahmen. Auch in Momenten des sportlichen Triumphs blieb Jo Siffert der bescheidene, den Menschen zugewandte Sportsmann, der eben gerade wegen dieser in dem Buch bestens herausgearbeiteten und dokumentierten Eigenschaften das Publikum für sich einnahm. Die beeindruckend auf schwerem Papier reproduzierten Fotos stammen aus zahlreichen großen Archiven, zuerst natürlich aus dem von McKlein, aber auch Attualfoto, DPPI, LAT und die Porsche AG steuerten unter anderen zahlreiche Illustrationen bei. Die Biografie überzeugt nicht nur inhaltlich in jeder Beziehung, sondern ist auch in Druck, Verarbeitung und optischer Gestaltung eine Bereicherung der Motorsportliteratur.