Es gibt Filme, die übermitteln gekonnt und tiefgründig eine Aussage. Man sieht sie sich an und erkennt diese oder denkt noch etwas darüber nach.
Das sind gute Filme.
Und es gibt Filme deren Handlung und Atmosphere nimmt einen Stück für Stück mehr in ihren Besitz, man sieht die Aussage nicht, man erlebt sie selbst mit. Diese Filme fesseln und lassen einen vorerst nicht wieder los.
Das sind meisterhafte Filme, so wie Jin-Roh.
Wie bei Filmen wie Ghost in the Shell oder Avalon wird hier bildstark die Psyche einen Menschen in einer feindlichen Welt analysiert, allerdings tritt hier noch ein starker Zwischenmenschlicher Aspekt hinzu. Jin-Roh spielt nicht mit Technik , Virtual Reality oder KI, sondern mit dem Menschen an sich und dem stärker ist als alles andere, der Liebe.
Auf bedrückende Weise konfrontiert er den Zuschauer mit der harten Realität, in der Menschen zu Werkzeugen degradiert werden und scheinbar ihre Menschlichkeit und Individualität für das System aufgeben. Aber gleichzeitig zeigt er, dass es für jeden Menschen Hoffnung gibt.
Man könnte meinen Jin-Roh sei eine tragische Liebesgeschichte und sicher stimmt das auch, aber er ist mehr, er zeigt wie das Individum aus dem Kollektiv fliehen will. Und trotz dessen, dass diese Flucht von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist, zeigt er doch, dass dies nicht für jeden Aspekt gilt.
Was macht einen Menschen zum Menschen und kann die Liebe einen Menschen retten? Jin-Roh wirft diese Fragen auf und benatwortet sie, ohne diese Antworten auszusprechen.
Das Ende mag verschrecken, zeig es doch die Härte der Realität, aber gleichzeitig zeigt es die ungeheure Kraft die in dem Menschen steckt und das Menschlichkeit nicht auslöschbar ist.
Und wenn man sich an das Ende des angesprochenen Märchens erinnert, so zeigt das Ende doch klar, was es auf den ersten Blick verschweigt.
Fazit: Ein in jeder Hinsicht grandioser und bewegender Film, ein bedrückendes Märchen für Erwachsene, das hierzulande leider viel zu unbekannt ist.