Gitarrengott Jimi Hendrix ist in doppelter Hinsicht in bester Gesellschaft: Zum einen befindet er sich neben unvergänglichen Pop- und Rockgrößen wie Elvis Presley, Michael Jackson, Bob Dylan, Bruce Springsteen, Billy Joel und zahlreichen anderen Megastars endlich in der Sony Music Hall Of Fame - und zum anderen führt er nach einer Erhebung der Musikzeitschrift „Rolling Stone“ von 2011 die Riege der besten Gitarristen aller Zeiten unangefochten an – noch vor Eric Clapton, Jimmy Page, Keith Richards und Jeff Beck.
Jimi Hendrix (1942-1970) lernte das Gitarre spielen erst im Alter von 15 Jahren – doch bereits in der ersten Hälfte der Sixties war er einer der gefragtesten Bühnenmusiker von Stars wie The Supremes, The Isley Brothers, Little Richard und Jackie Wilson. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Mitch Mitchell und dem Bassisten Noel Redding trat er als The Jimi Hendrix Experience im Herbst 1966 in London erstmals selbst ins Rampenlicht – Jimi war der geborene Frontmann, ein charismatischer Performer, der eine Gitarre zu einem klanggewaltigen Lebewesen erwecken konnte. Bis Anfang April 1967 absolvierte das Trio in den Londoner Olympic Studios zahlreiche Aufnahmesessions, aus denen für das Albums „Are You Experienced?“ schließlich elf Tracks heraus destilliert wurden. Heute mag es seltsam erscheinen, doch fand keine einzige der vorab veröffentlichten Top 10-Singles „Hey Joe“, „Purple Haze“ und „The Wind Cries Mary“ den Weg auf die Langrille – eine damals durchaus übliche Praxis, um LP-Verkäufe anzukurbeln.
Nach nur sechs Wochen Studio-Abstinenz wurde bereits das zweite Album „Axis: Bold As Love“ aufgenommen. Man mag annehmen, dass ein Musiker, der zeitlich unter Druck steht, kaum substantielle Kompositionen zustande bringt – doch nicht so bei Hendrix: Der Linkshänder schüttelte fantastische Songs scheinbar mühelos aus dem Ärmel, stets hoch inspiriert und spieltechnisch seinen Standeskollegen um Lichtjahre voraus.
Mit der im Oktober 1968 veröffentlichten Doppel-LP „Electric Ladyland“ sicherten sich The Jimi Hendrix Experience in den US-Charts endlich die Pole Position: doch das Album sollte Hendrix‘ einziges Werk bleiben, das Platz 1 einer Hitliste erreichte. Es folgten von Bandmanager Chas Chandler geschickt eingefädelte Auftritte bei großen Festivals (u.a. in Monterey, auf der Isle of Wight und in Woodstock), ausgedehnte Tourneen und zahllose Studio-Sessions. „Band Of Gypsys” ist übrigens das einzige zu Jimi Hendrix’ Lebzeiten von ihm persönlich autorisierte Live-Album. Es wurde am Silvesterabend 1969 bzw. Neujahrstag 1970 in Billy Grahams Fillmore East in Manhattan aufgenommen.
Nach einer kaum vier Jahre andauernden schillernden Karriere, die ihn bis in den Rock-Olymp geführt hatte, starb Jimi Hendrix am 18. September 1970 auf tragische Weise. Mit seinen unvergänglichen Hits, zu denen neben den bereits genannten „Little Wing“, „Foxy Lady“, „Voodoo Child (Slight Return)“, „Stone Free“, „Crosstown Traffic” und „All Along The Watchtower” zählen, wurde er zu einem Wegbereiter der Rockmusik der 70er Jahre.
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