In den Siebziger und Achtziger Jahren las ich fast jede deutsche Buchveröffentlichung über Hendrix und eine war schlechter als die andere.
Ich entschloß mich, den Zugang nur über seine Musik zu suchen, denn die wachsende Fülle der Veröffentlichungen verwirrte mich nur. Bücher über Hendrix wollte ich mir keine mehr kaufen. So vergingen fünfundzwanzig Jahre.
Doch einen allerletzten Versuch unternahm ich nun und las "Hinter den Spiegeln" und kann dies Buch, guten Gewissens, empfehlen. Auch jenen, die sich keine Hendrix Bücher mehr kaufen wollten.
In der Tat erscheint der Mensch hinter dem Mythos und der Autor, der mit recht sagt, das uns die wahren Geschichten um Hendrix langsam durch die Fingern gleiten, es nun an der Zeit gewesen wäre, diese aufzuschreiben. Der Autor führt den Leser durch die sehr arme und traurige Kindheit, Jimis Militärzeit, erste Kontakte in New York bis nach London 1970.
Er führte über 300 Interviews mit Menschen, die Hendrix näher kannten. Die Hälfte sprach zum ersten mal über ihre Begegnungen und Freudschaften mit Hendrix. Dem Autor gelingt es auf knapp 300 Seiten auf den Punkt zu kommen. Er schweift nicht ab, benutzt kein Fachjargon, läßt die Finger von verstiegenen Theorien. Er hat solide recherchiert. Es geht nur um den Menschen Hendrix, dem nichts anderes wichtig war, als die Musik zu machen, die, wie er selber sagte: sah.
Das Hendrix auf diesem Weg unzähligen Frauen begegnete, nahezu naiv Drogen nahm und diese deutlich seine Kreativität behinderten, sein Urteilsvermögen blockierten, er Verträge ungelesen unterschrieb und all jene Umstände, die sich überlagerten, verbanden und die zur Tragödie beitrugen, sind Teil seiner Geschichte und werden sachlich bis deutlich geschildert.
Nach der Lektüre dieses Buch erscheint mir seine Musik deutlicher und klarer. Das Buch hat mein Hören seiner Musik bereichert. Und sollten Sie sich nur für ein einziges Hendrix Buch in Ihrer Bibliothek entscheiden - treffen Sie bitte die richtige Wahl.