Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
JIM: Inspired by Motown , 26. August 2008
Zumindest drängt sich einem bei dem neuen Werk von Jamie Lidell die Vermutung auf, dass er sich in einer ruhigen Minute des alten 60er Soul des Tamla Motown Labels mit Größen wie Marvin Gaye, Four Tops, The Commodores etc. erinnert hat, und diese in seiner Musik nun wieder aufleben lässt. Denn genau so klingt "JIM". nach richtigen smoothem 60er Soul bei dem ordentlich gute Laune aus den Lautsprechern strömt.
Dass er damit voll im Trend liegt beweisen die jüngsten Erfolge von AMY WINEHOUSE und DUFFY. Dabei kann sich "Jim" mit den Werken der zwei New-Soul Sängerinnen auf jeden Fall messen. Wem DUFFY'S "Rockferry" (2007) hier zu ruhig und zu träge war, wird bei Lidell eher auf seine Kosten kommen.
Songs wie "Another Day" oder "Wait for me" (mit seinem alten "Kumpel" Gonzales am Piano) sind treibende Soul Nummern die auf jeden Fall eine Tanzfläche in der unmittelbaren Umgebung erfordern. Etwas ruhiger gehts bei "All i wanna do " und "Green Light" zu. (Letzteres ist eines der absloluten Highlights des Albums). Seiner alten Liebe zum Funk, von der sein letztes Album "Multiply" geprägt war, fröhnt er auch noch bei "A little bit of feel good". Und hie und da haben sich bei dem einstigen Elektro-Funker auch noch ein par elektronische Elemente eingeschlichen.
FAZIT:
Eingängiger, lebendiger Soul angelehnt an den 60er Jahr Soul dem Jamie Lidell in perfekter Manier ein neues Gewand verpasst. Einziger Wehrmutstropfen bleibt dabei wie schon bei "Multiply" die kurze Spieldauer.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Mann für viele Gelegenheiten , 19. März 2008
Das war Jamie Lidell schon immer. Der Sprung vom "Supercollider" Elektronik Frickler zum Elektro-Funk von Multiply war sehr gekonnt und zeigte Jamie Lidell dann auch vom Songwriting her von seiner besten Seite. Das neue Werk wird von einigen Kritikern einfach als weiteres 60er Retro Soul Album á la Amy Winehouse u. Duffy abgetan, das sind dann die Leute die sich maximal die ersten 2 Songs des Albums angehört haben, die Wahrheit aber liegt ganz wo anders; Mr. Lidell schickt uns auf eine musikalische Zeitreise der versch. soullastigen Musikstile der letzten 45 Jahre. Es beginnt tatsächlich mit klassischem gospellastigem Motown Soul der frühen 60er ('Another Day'), geht über zu klassischem Rythm'n'Blues wie ihn die Stones am Anfang ihrer Karriere gut drauf hatten ('Wait For Me'), wandert weiter zum beatlastigen Rock'n'Roll ('Out Of My System'), bietet mit 'All I Wanna Do' eine herrliche Soul Ballade dar, wie Sie die Temptations nicht besser hingekriegt hätten, landet mit 'Little Bit Of Feel Good' beim von James Brown geprägten Proto-Funk der 70er, der sich bei 'Figured Me Out' zum 80er Pop Funk eines Prince entwickelt. Der Rock'n'Roll Wahnsinn von Hurricane (im Polka-Takt incl. Soul Vocals) ist tatsächlich etwas völlig Neues. Bei 'Green Light' wandert er in der Zeitskala wieder zurück zu den frühen 70ern (Sly Stones' 'Family Affair' läßt hier grüssen - der Song hätte aber als Mid-Tempo Ballade auch gut auf eine Prince Platte der späten 80er gepasst). 'Where D'You Go' wiederum holt den Blues Rock'n'Roll der J.Geils Band (Blues Brothers Sound) zurück, bevor er den Hörer verduzt mit einer jazzig angehauchten Songwriter Ballade à la Joni Mitchell mit 'Rope Of Sand' stehen läßt. Das alles zeigt schon, daß sich Hr. Lidell im Stil Supermarkt der letzten 45 Jahre reichlich bedient und auch mit Referenzen nicht geizt, trotzdem dabei aber allemal authentisch bleibt, da er diese Stile für sein persönliches Sound Universum adaptiert und fast jedem Song neue schmückende Accessoires verpaßt. Und mit welcher Souveränität er hier kompositorisch einen Ohrwurm nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelt ist schon sehr beeindruckend. Der Vergleich mit Prince zu seinen musikalischen Glanzzeiten drängt sich unweigerlich auf, denn auch der Mann aus Minneapolis adaptierte immer wieder Stile aus der Vergangenheit und vereinnahmte für Sie für sich neu (z. Bsp: der Rockabilly von 'Delirious'), blieb aber dabei trotzdem immer er selbst. Und über die unverwechselbare Stimme von Lidell kann eigentlich sowieso nicht diskutiert werden, denn entweder man liebt Sie, oder man haßt Sie, Sie hat aber auf jeden Fall großen Wiedererkennungswert.
Allgemein muss man feststellen, dass es dzt. zwei große Trends gibt, die in der Tanzmusik 2008 verfolgt werden: zum einen ist es die große sixties Soul Retro-Welle und zum anderen - möglicherweise wegen seines 30jährigen Release Jubiläums - der Hang dazu Prince musikalisch zu beerben. Jamie Lidell macht auf diesem Album beides und bliebt sich doch selbst treu.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
neulich in den sixties, 16. Mai 2008
da haben wir also ein dynamisches trio: gonzales, die lebende discorauschkugel; sam sparro, der spross einer besoffenen affäre von prince und jamiroquai; und lidell.
während die anderen durch die siebziger, achtziger und neunziger jahre zappeln und taumeln, steckt lidell ganz tief in den sechziger jahren. er ist also - wenn wir jetzt ausnahmsweise kurz das koordinatensystem des neo-soul und neo-disco auf die tafel zeichnen, weit eher die männliche duffy als die männliche winehouse. wurscht, natürlich.
was lidell hier macht, ist genau das, was einmal r & b hieß, bevor dieser begriff entführt, umoperiert und zur genrebezeichnung für die familie jay-z/beyonce wurde: also rhythmisch verschärft aufgefassten, gerne richtung geschlechtsverkehr und dessen anbahnung gedeuteten blues, aber immer eleganter, tanzbarer und schwüler als rock 'n' roll. hier gibt es die hochgradig erregten schmachtballaden, die man von den temptations kennt, die spitzen schreie eines little richard, der dampfende trieb-soul eines marvin gaye, ein bisschen hendrix-blues (ein ganz kleines bisschen), die musikalische cleverness von sly stone, aber auch ganz stark den poppigen easy-listening-charme des kleinen stevie wonder oder der jackson 5. da gibts dann aufpolierte tralala-melodien und dazu das ganz in den vordergrund gemischte verhallte tamburin aus dem abstellraum von phil spector.
gegen ende des albums traut sich lidell aus den sixties heraus, entdeckt die siebziger in der person james browns, die achtziger von prince und die neunziger jamiroquais.
er wolle seine vorbilder nicht verbergen, sagt lidell im interview. sehr anständig und auch fürs ohr erfreulich, denn es sind große und gute vorbilder.
ein kleiner, ganz winziger einwand und ein wunsch fürs nächste mal: er könnte auch sich selbst ein bisschen weniger verbergen und wirklich "typisch" werden. aber: das ist schon sehr super gemacht, das hier.
übrigens: arg, dass all die erwähnten menschen, die so viel schwarze musik machen, weiß sind wie die oberschenkel eines radrennfahrers ...
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