Solche Streifen bringt nur das französiche Kino hervor. Bei "Liebe mich, wenn du dich traust" werden sich die Geister scheiden. Einige werden mehr Tiefgang in die Geschichte hinein interpretieren, als notwendig, andere werden sie für zu flach halten. Wer sich allerdings, so wie ich, lediglich gut unterhalten lassen will und noch immer an die Macht der Liebe glaubt, der wird begeistert sein. Kamerafahrten a'la Amelie, Dialoge und Pointen, die besser nicht sitzen können. Dazu zwei junge, unverbrauchte Gesichter in den Hauptrollen, die sich die Seele aus dem Leib spielen. Julien und Sophie sind ein Paar, das man einfach nur ganz fest in sein Herz schließen kann. Julien verliert als Kind seine Mutter, die an Krebs stirbt. Sophie ist als Zuwanderer der geborene Looser in der Grundschule. Als die beiden zusammenfinden und ihr Spiel "Flop oder Top" spielen, verlieren die Gesetze der realen Welt ihre Wirkung auf sie. Und das, für die nächsten knapp 30 Jahre. Eine Spieldose wechselt stets den Besitzer, wenn der eine eine Wette anbietet, die der andere erfüllt. Und Wetten gibt es...also das war für mich der absolute Bringer des Films schlechthin, Wetten die so skuril sind, dass einem das Zwerchfell bis in den Hals hüpft. Das Ganze auf eine spezielle französiche Art, die man in den letzten Jahren, als auch Frankreichs Filmszene vor der Amerikanisierung des Kinos fast die Waffen streckte, so vermisst hat. In diesem Sinne mein Tipp für frisch Verliebte, oder solche, die es werden wollen: Unbedingt anschauen und genießen!