Kurzbeschreibung
Comedy von unten. Ein selbstironischer und zugleich äußerst vergnüglicher Blick hinter die Kulissen der Spaßarbeit – mit reichlich Eau de Toilette, Wurstsalat und Nymphensittichen und dem spröden Charme von Familienfeiern. Volk & Knecht sind die zarteste Versuchung, seit es Blödsinn gibt. Unter diesem Motto tourt Andrea Volk mit der Sängerin Nina Knecht seit Jahren durch die Republik. Während die Stars der Szene mit rotem Teppich und schwarzer Limousine reisen, geht es bei Volk & Knecht eine Nummer kleiner zu: Sie sind die Profis der Betriebs- und Weihnachtsfeiern, sie kalauern mit erhöhter Phonstärke auf Altenheimpartys und Einkaufszentrumseröffnungen, und wenn die lokale Handwerkermesse ruft, dann werden die Pointen auch mal an die Wand genagelt. Wer so lebt, muss Humor haben – und seinen Beruf wirklich lieben. Beste Voraussetzungen für ein Buch, das kein schräges Erlebnis auslässt – und schon gar nicht die musikalischen Liebeshymnen an den frisch geschiedenen Lothar Matthäus.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
FITNESSTRAINING Meine Entscheidung trainieren zu gehen, hat viel mit der Verschwörung homosexueller Raumausstatter zu tun, die alle Umkleidekabine bundesweit mit Neonlicht ausstatten. Da steh ich dann. Nackt unter Neonlicht. In meinem Ganz-Jahres-Winterspeck. Überhaupt nicht sexy. Linker und rechter Oberschenkel: Hagelschaden. Ringe unter den Augen, dass man damit Seilchen springen möchte, nicht zu vergessen die Fettzellen. Ich hab nichts gegen Fettzellen - aber wieso knubbeln die sich immer alle an einer Stelle' Da ist 1,72 Meter Platz! Aber nein, meine Fettzellen benehmen sich wie besoffene Kölner: "Jote Fründe ston zusammen!" Freu mich auf die Fitnessbude. FAHRTAGEBUCH (Auszug) Wieso schleiche ich mit Tempo 30 an verwaisten Baustellen vorbei' Millionen Arbeitslose, aber auf der Autobahn ist immer Mittag. Ich sehe da so gut wie nie einen arbeiten. Und wenn, dann sieht es aus wie TaiChi. Und der eine, der mit dem orangen Fähnchen die Autos wegwedelt, der fächelt sich doch nur Luft zu! Bin gerade wieder an drei Arbeiterdenkmälern vorbei gefahren. Mit Schaufel in der Hand. Hab den Jungs zugerufen: "Ey! Wenn ich Eure Schaufel wegtrete, fallt Ihr dann um'" Schaufel steckt jetzt im Kofferraum neben der Strandtasche. ERFOLG Der Künstler lebt vom Applaus' Von wegen. Die Komplimente halten sich in Grenzen. Weiß nicht genau, wie ich es finden soll, wenn ein 14jähriger Gangsta-Rapper, den seine Eltern gezwungen haben mitzukommen, zu uns sagt: "Ey, voll geil, ihr seid ja total krank." Und seine Eltern, die nicht mal in der Lage sind, das Kind zu vernünftigen Komplimenten zu erziehen, nicken und sagen: "Da hat er Recht, der Justin-Marvin, das war toll, Sie kommen bestimmt mal ins Fernsehen. Es läuft doch so viel Mist im Fernsehen, da können Sie doch auch mal was machen!"
