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Jetzt nicht die Wut verlieren: Max Frisch - eine Biographie
 
 
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Jetzt nicht die Wut verlieren: Max Frisch - eine Biographie [Gebundene Ausgabe]

Ingeborg Gleichauf
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Nagel & Kimche; Auflage: 2 (16. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3312009898
  • ISBN-13: 978-3312009893
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 60.246 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das Frisch-Zitat 'Jetzt nicht die Wut verlieren' hat Gleichauf als Titel für ihre Biografie gewählt, und sie erzählt denn das Leben des Schriftstellers und Citoyens auch der Fieberkurve solcher Erregungszustände entlang. Umsichtig stellt sie das Neben- wie Ineinander von Werk und Leben dar; nüchtern bilanziert sie Frischs Ambivalenz gegenüber der Öffentlichkeit, die ihn häufig zwischen gekränktem Rückzug und impulsiver Einmischung schwanken ließ; und sachte zeichnet sie den Wandel der Motive im Werk nach: von den schwärmerischen Anfängen über die Identitätsproblematik bis zu den späten Fragen um Tod und Vergänglichkeit." Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 30.11.10 "Sorgfältig, zärtlich geht Ingeborg Gleichauf mit den Worten um, liebevoll-lakonisch nähert sie sich Max Frisch an. In einfühlsamen und zugleich einprägsamen Sätzen, in einer klangvollen, rhythmischen Prosa. Max Frisch hätte seine Freude gehabt an dieser freundschaftlichen Biografie." Sylvia Schwab, Deutschlandfunk, 23.10.10 "Was ihr Buch so lesenswert macht, ist die romanhafte Schreibe, mit der sie den trockenen Fakten Leben einhaucht. Gleichauf berichtet von Max Frisch wie von einem alten Freund, verwebt sein Leben zu einer spannenden Erzählung." Claudio Habicht, NZZ am Sonntag, 29.08.10 "Wie Frisch selbst hat Gleichauf die Gabe, wichtige Dinge mit einfachen Worten auf den Punkt zu bringen. Eine leicht lesbare Einstimmung ins kommende Frisch-Jahr." Daniel von Aarburg, Kulturplatz, Schweizer Fernsehen, 15.09.10 "Eine beeindruckende Lebensgeschichte und Werkinterpretation." Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendbuchliteratur e.V. / Buch des Monats im September 2010 "In der extra fürs junge Publikum geschriebenen Biografie folgt Ingeborg Gleichauf dem Schweizer Autor auf seinen Lebensstationen und gibt damit seinem Werk einen nachvollziehbaren Hintergrund." Beate Strobel, FOCUS Schule, 10/2010

"Ingeborg Gleichauf setzte sich umfassend ins Bild, um sich dann ihr eigenes Bild zu machen. 'Jetzt nicht die Wut verlieren' ist ein persönlicher Zugang zu Max Frisch, geschrieben in einer lebendigen und leicht verständlichen Sprache." Marco Guetg, Sonntag, 29.08.10 "Es ist gerade ihr persönlicher Ton, der betont subjektive Zugang, der Gleichaufs biographisches Wagnis insbesondere für junge Leser zum guten Einstieg und zum literarischen Appetitanreger macht. Sie präsentiert eine sensible, erfreulich unspektakuläre, ja geradezu bescheidene Annäherung an einen Autor, der wieder und unbedingt neu erlebt werden will." Stefan Tolksdorf, Badische Zeitung, 05.10.10

Kurzbeschreibung

Ein Stück Literaturgeschichte: Am 15. Mai 2011 wird Max Frischs 100. Geburtstag gefeiert. Sein Werk hat an Aktualität und Wichtigkeit nichts verloren: Kaum ein Schriftsteller im 20. Jahrhundert hat die Lebensfragen, die sich jeder Mensch stellt, so verständlich und konkret in Geschichten gestaltet wie er. In ihrer Biographie rekonstruiert Ingeborg Gleichauf Frischs Stationen in Zürich, Rom und Berlin, seine Auseinandersetzung mit seinen Freunden und seinen Geliebten, mit der Schweiz und der Politik. Klug und anschaulich erzählt sie von dem Mensch und dem Schriftsteller Frisch und zeigt, wie sehr die Schlüsselfragen in Frischs Werk unser heutiges Leben betreffen.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Max Frisch, der Name begegnete einem bereits in der Schulzeit. Sein "Homo faber" war vielerorts Pflichtlektüre, vielleicht auch seine Theaterstücke "Andorra" oder "Biedermann und die Brandstifter". Er bekam den Nimbus des Uncoolen, des ungeliebten Schulbuchklassikers: "unbeweglich, verstanden, eingeordnet." Doch in seinem Tagebuch bemerkte Ingeborg Gleichauf, die u. a. bereits über Simone de Beauvoir und Hannah Ahrendt zwei wundervolle Biografien geschrieben hat, einen ganz anderen Frisch, einen blumigen, bilderreichen Autor, einen Poeten, "der mit den Augen schreibt, dessen Beschreibungen so sinnlich sind, dass einem beim Lesen die Augen aufgehen, dass man das Gefühl bekommt, nicht selbst sehen zu müssen, um eine Vorstellung zu bekommen. Die Sprache macht sichtbar."

Ingeborg Gleichauf entdeckte den Schweizer neu für sich. Sie schaut ins Innere der Person Max Frisch und kommt ihr damit sehr nahe. "Das ist wichtig!", hört sie ihn immer wieder sagen. "Damit ja nicht vergessen wird, das aufzuschreiben, was wirklich wichtig ist." Die Annäherung an Frisch gestaltet sie sehr persönlich, der wissenschaftliche Anspruch steht nicht an erster Stelle. Gleichauf erzählt dem Leser die Lebensgeschichte des Schweizers chronologisch und beleuchtet erklärend. Schlaglichtartig treten einzelne Facetten seiner Persönlichkeit hervor: Seine Kindheit wird nur kurz angeschnitten. Er beginnt ein Gemanistikstudium, wechselt jedoch zur Architektur. Aber das Schreiben gewinnt letztendlich doch die Oberhand. Nach seinem Romanerfolg "Stiller" wird es gelebte Berufung.

Gedanken in Worte zu fassen bedeutet für Max Frisch mit dem Seltsamen des Lebens umzugehen, "sich vor allem sprachlich damit auseinanderzusetzen." Auf "Seltsamkeiten" wird er fortwährend treffen. Bedingt vielleicht ob seiner eigenen Zerrissenheit und Sehnsucht. Zeitlebens bleibt er ein Zweifelnder und Suchender: Vom ersten journalistischen Schreiben bis hin zur künstlerischen Unabhängigkeit, vom Ausbruch aus der bürgerlichen Kulisse seiner ersten Ehe, über die Beziehung mit Ingeborg Bachmann bis hin zu seiner zweiten Ehe mit Marianne Oellers, die auch nicht halten wird. Als ein ständiges Suchen nach sich selbst, ein Finden des eigenen Sprachrhythmus, könnte man seine Biografie bezeichnen. Auch seine vielen Reisen zeugen davon. Sein Blick für gesellschaftliche Veränderungen, für politische Ereignisse und Entwicklungen wird dabei immer wacher.

Max Frisch in eine Schublade zu stecken fällt schwer. Seine Arbeit hört nie auf, vielfältig zu sein, experimentell und nicht festgelegt auf ein Thema oder eine Gattung. Prosa, Theater, Film, Essay, Tagebuch... der Schweizer bewegt sich zeitlebens geradezu mäandrierend zwischen den Genres. Vor allem seine Bühnenfiguren üben eine besondere Faszination aus, weil sie in ihren Rollen nicht aufgehen und immer ein Rest, etwas Ausgespartes bleibt. Der Schweizer wehrt sich dagegen, festgenagelt zu werden, einen "Standbildcharakter" zu bekommen. Die letzten Worte am Sarg, gesprochen von Peter Bichsel, seinem langjährigen Freund, sprengen noch einmal den Rahmen, in dem Frisch bereits fest zu ruhen schien: "Wir wollen versuchen, es denen schwer zu machen, die dich als Klassiker ablegen möchten. Komm, bleib bei uns. - Wir werden dich lesen. Aber Max ist tot. Jetzt nur nicht die Wut verlieren."

Das Buch - ergänzt durch zahlreiche Fotos - liest sich leicht, fast wie ein Roman, und ist doch sehr detailgenau und differenziert. Es spricht daher ganz konkret auch jugendliche Leser an. Gewissermaßen erlebt man Frischs Leben - jede Reise, jede Beziehung, jede neue Erfahrung, jedes literarische Projekt - noch einmal mit seinen eigenen Augen. Es ist Ingeborg Gleichauf ohne waghalsige Spekulationen, aber durchaus mit kritischem Abstand, gelungen, Frischs einzelne Lebensabschnitte mit seinen jeweiligen Romanen, Theaterstücken oder Schriften zu verzahnen: eine durchgehend geschickte Verflechtung von Beschreibung und Analyse, ein authentisches Werk, das sich stellenweise wie eine Autobiografie liest. "Das ist wichtig!", hört nun auch der Leser Max Frisch sagen. "Damit ja nicht vergessen wird, das aufzuschreiben, was wirklich wichtig ist."
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Die ersten Literaturkritiker werden vielleicht schon mit ihren Artikeln begonnen haben, mit denen sie Leben und Werk von Max Frisch am 15. Mai 2011 würdigen. Dann an diesem Tag wird es hundert Jahre her sein, dass der Schweizer Autor in Zürich zur Welt kam. Weil Ingeborg Gleichauf ihre Biographie von Max Frisch bereits jetzt vorlegt, geht ihr Buch hoffentlich weniger unter, wenn der Rummel beginnt. Denn das wäre auch deshalb schade, weil sie sich Max Frisch in einer Weise annähert, die mir sehr gefällt und auch die vielen Schüler ansprechen wird, die durch Lehrpläne und ihre Vollstrecker zur Beschäftigung mit Max Frisch verknurrt werden. Statt mit Zahlen, Namen, Daten und Fakten zu operieren, erzählt Ingeborg Gleichauf Geschichten, aus denen sich das Wesentlich über Frisch extrahieren lässt. Zudem beginnt sie ihr Buch mit Erinnerungen an ihre eigenen Erlebnisse im Deutschunterricht, was die Aufnahmebereitschaft bei jungen Lesern sicher fördert.

Ingeborg Gleichauf hat nicht nur den gleichen Vornamen wie Ingeborg Bachmann, sondern promovierte auch über die langjährige Weggefährtin von Max Frisch. Und sie veröffentlichte bereits Biographien über Hannah Arendt und Simone de Beauvoir. Nur wenige Schriftsteller seiner Zeit haben der Prägung des Ichs durch Lebensgeschichten so große Bedeutung zugemessen wie Max Frisch. Aber während dieses Thema in den meisten seiner Werke eine zentrale Rolle einnimmt, hielt sich Frisch mit öffentlichen Verlautbarungen sehr zurück, wenn es um seine eigene Biographie ging. So gibt es auch nur wenige eigene Berichte zu seiner Kindheit, was natürlich viel Raum für Fantasien lässt.

Die Frage, was will uns ein Autor mit seinem Text sagen, ist ebenso schulkonform wie literaturfeindlich. Vor allem wenn die Antworten noch benotet werden. Ingeborg Gleichauf gelingt es, solchen didaktischen Fragestunden auszuweichen, indem sie sich Max Frisch auf eine ganz persönliche Art annähert. Das heißt allerdings nicht, dass sie Spekulationen freien Lauf lässt und das Leben von Max Frisch als Projektionsfläche für alle möglichen und unmöglichen Bilder missbraucht. Im Gegenteil, mit ihren klug ausgesuchten Geschichten ermöglicht sie den Lesern Begegnungen mit Max Frisch und seinem Werk, die oft neu und überraschend sind. Ihr gelungenes Puzzlespiel geht am Schluss so gut auf, dass wir diesen wichtigen deutschsprachigen Autor besser verstehen können, als wenn wir eine wissenschaftliche Abhandlung über sein Leben gelesen hätten. Ihrer Biographie in Geschichten- und Zitatenform fügt Ingeborg Gleichauf am Schluss einen tabellarischer Lebenslauf, ein Abkürzungsverzeichnis, eine ausführlicher Literaturliste, ein Personen- und Werkregister sowie Bildnachweise und Inhaltsverzeichnis an.

Mein Fazit: Als Bewunderer von Max Frisch und seinem Werk bin ich Ingeborg Gleichauf dankbar, dass sie mit Ihrer Biographie auch junge Leser erreicht und ihnen einen neuen Zugang zu diesem großartigen Schriftsteller ermöglicht. Empfehle ich gerne weiter. Auch als Ergänzung zur beliebten Monographie aus dem Rowohlt Verlag, die mehr Bildmaterial enthält
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